Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerHofer Volksfest 2019Video: Lagerleben Collis Clamat

Brennpunkte

Umwelthilfe: Silvesterfeuerwerke außerhalb der Innenstädte

Zu Silvester in der Innenstadt böllern - oder lieber nicht? Die Deutsche Umwelthilfe denkt an die Belastung mit Feinstaub, der Deutsche Städtetag argumentiert mit der Sicherheit.



Silvesterfeuerwerk
Zum Jahreswechsel werden laut Umwelthilfe durch Feuerwerkskörper in wenigen Stunden 5000 Tonnen Feinstaub freigesetzt.   Foto: Carmen Jaspersen

Die Deutsche Umwelthilfe warnt vor einer hohen Feinstaubbelastung zu Silvester und fordert eine Verlegung von Feuerwerken aus belasteten Innenstädten.

«Wir möchten eine Verschiebung der Feuerwerksaktivitäten raus aus der Innenstadt», sagte der Geschäftsführer der Umwelthilfe, Jürgen Resch, laut einer Mitteilung. «Entweder auf Flächen am Stadtrand, wo die Menschen ihre Feuerwerkskörper abfeuern können oder noch besser ein professionelles Feuerwerk außerhalb sensibler Zonen, an dem sich alle erfreuen können und welches kaum Feinstaub erzeugt.»

Der Deutsche Städtetag wies die Forderung zurück, Feuerwerk in belasteten Innenstädten zu stoppen. Es sei zwar richtig, dass Umwelt und Gesundheit von Feuerwerk «in einem gewissen Umfang belastet» würden. «Daraus die Forderung abzuleiten, Silvesterfeuerwerk an den Stadtrand zu verlagern, geht mir jedoch zu weit», sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, dem «Handelsblatt». Anders sehe es bei einem Stopp für Feuerwerk aus Sicherheitsgründen aus. «Einige Städte untersagen das Abfeuern von Feuerwerk und Raketen in bestimmten Teilen der Innenstädte, um die Sicherheit der feiernden Menschen zu erhöhen», sagte Dedy dem Blatt.

Zum Jahreswechsel werden laut Umwelthilfe durch Feuerwerkskörper in wenigen Stunden 5000 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Dies entspricht etwa 17 Prozent der jährlich im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge. Zugleich fordert die Umwelthilfe Verbote für Silvesterböller und mit Schwarzpulver angetriebene Raketen, die für die «extremen Feinstaubwerte», aber auch viele Brände und Verletzungen verantwortlich seien. Dies sei im Ausland häufig bereits Praxis, aber erst in wenigen deutschen Städten.

Die Umwelthilfe spielt besonders in der Dieselkrise eine große Rolle. Sie hat mit Klagen vor mehreren Gerichten Fahrverbote für ältere Dieselautos in Großstädten erwirkt. Dabei geht es aber vor allem um den Ausstoß von gesundheitsschädlichen Stickoxiden durch Dieselabgase.

Feinstaub-Partikel können laut Umweltbundesamt bis in die Lunge gelangen und in den Blutkreislauf eindringen. Sie können Entzündungen der Atemwege hervorrufen, außerdem Thrombosen und Herzstörungen. Der Feinstaub-Ausstoß ist in Deutschland seit Mitte der 1980er Jahre deutlich gesunken. Städte haben Umweltzonen eingerichtet, um ihre Feinstaubwerte zu senken. Der Grenzwert für Feinstaub für das Tagesmittel von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter darf an insgesamt 35 Tagen im Jahr überschritten werden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 12. 2018
21:08 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Deutsche Umwelthilfe Feinstaub Feuerwerk Innenstädte Silvester Umweltbundesamt
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Feuerwerk

29.12.2018

Polizisten und Umweltschützer warnen vor Böller-Folgen

Deutschland diskutiert über Feuerwerksverbote und fast schon anarchische Zustände am letzten Tag des Jahres. Ob weniger Böllerei zu Silvester ein Gewinn oder Bevormundung wäre, ist umstritten. » mehr

Silvester in Hamburg

31.12.2018

Die Welt heißt das Jahr 2019 willkommen

2018 endet an diesem Montag. Weltweit wird in der Nacht zum Dienstag das Jahr 2019 mit Partys eingeläutet. Der Jahreswechsel war vorab aber auch von Sorgen um zu viel Böllereidreck bestimmt. » mehr

Silvester-Feuerwerk

03.08.2019

Städte sehen Böllerverbot an Silvester skeptisch

Keine Knallerei für bessere Luft - die Deutsche Umwelthilfe hält das in 31 Städten für angebracht. Einige Kommunen winken bereits ab - warum? » mehr

Einwegkaffeebecher

21.05.2019

Einwegbecher für Kaffee und Co. - ein Umweltproblem «to go»

Mal ist die Hektik schuld, mal will man mit dem Kaffee gemütlich in der Sonne schlendern. Es gibt viele Gründe, einen Einwegbecher zu nutzen. Die Deutschen tun es 2,8 Milliarden Mal im Jahr - und schaden damit der Umwelt... » mehr

Silvester in Berlin

07.04.2019

Berliner Grüne wollen Silvesterböller-Verkauf verbieten

Privates Böllern an Silvester soll in Berlin nach dem Willen der Grünen verboten werden. Auf einem Landesparteitag beschlossen die Delegierten der Partei mehrheitlich einen entsprechenden Antrag. » mehr

Messstation

10.04.2019

Wissenschaftler sprechen sich für Verkehrswende aus

Die Bundesregierung wollte den Streit um Grenzwerte für Luftschadstoffe schlichten und hat die Wissenschaftsakademie Leopoldina um Hilfe gebeten. Nun ist die Stellungnahme der Experten da - und die Politiker ziehen berei... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

31. Bikertreffen des MRC Langenbach mit Rocknacht

31. Bikertreffen des MRC Langenbach mit Rocknacht | 25.08.2019 Langenbach
» 230 Bilder ansehen

SonneMondSterne Saalfeld

SonneMondSterne-Festival | 10.08.2019 Saalburg
» 122 Bilder ansehen

SpVgg Bayern Hof - SC Eltersdorf

SpVgg Bayern Hof - SC Eltersdorf | 23.08.2019 Hof
» 38 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 12. 2018
21:08 Uhr



^