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Venedig: «Eintrittsgeld» soll im Mai kommen

Venedig könnte noch stärker einem Museum gleichen, sobald die Lagunenstadt Eintritt für Tagestouristen verlangt. Im Mai könnte es soweit sein - und auch die vielen Kreuzfahrttouristen betreffen. Werden ein paar Euro die Massen in Schach halten?



Tourismus in Venedig
Tagestouristen werden in Venedig ab Mai wohl zur Kasse gebeten.   Foto: Andrea Merola/ANSA » zu den Bildern

Tagestouristen in Venedig sollen von Mai an für ihren Besuch in der beliebten Lagunenstadt zur Kasse gebeten werden. Mit einer Art Eintrittsgeld und später auch mit einem zentralen Buchungssystem will Venedig der Besuchermassen Herr werden.

«Die Stadt bleibt offen, ruhig, lebenswert», versicherte Bürgermeister Luigi Brugnano bei der Vorstellung der Maßnahme. «Wir wollen sie einfach verteidigen.» Über die neuen Pläne soll der Kommunalrat Ende Februar entscheiden.

Wer keine Unterkunft in Venedig gebucht hat, soll in diesem Jahr zunächst drei Euro bezahlen. Ab 2020 soll der Betrag dann auf sechs Euro steigen. Je nach Saison und Besucherandrang kann der Beitrag allerdings auch gesenkt oder weiter angehoben werden: In ruhigen Zeiten würden drei Euro fällig, bei stärkerem Andrang acht Euro, in «außergewöhnlichen» Situationen sogar zehn Euro. Ausgenommen von der Zahlung sind Hotelgäste, die ohnehin eine Ortstaxe zahlen.

Wer wie so viele mit dem Kreuzfahrtschiff eine Stippvisite in Venedig macht, müsste auch draufzahlen. Wie genau die Zahlung dann abläuft, ist noch nicht abschließend geklärt. Möglich ist, dass die Touristen den Beitrag direkt an die Kreuzfahrtgesellschaft zahlen. Gleiches gilt für Besucher, die mit Bus, Bahn oder Taxi in die Stadt kommen.

«Wir sind nicht daran interessiert, Kasse zu machen», sagte Brugnaro. Vielmehr seien die Instandhaltung und die Reinigung der historischen Stadt teuer. Brugnaro zufolge gibt Venedig jährlich rund 30 Millionen Euro mehr aus als andere Städte für «normale Altstädte». Eine Last, die für die Bürger unerträglich geworden sei.

Kritik kam ausgerechnet von Agrar- und Tourismusminister Gian Marco Centinaio, der das Eintrittsgeld auf Twitter als «unnütze und schädliche Maßnahme» bezeichnete. «Wollen wir ein Touristen-abschreckendes Land werden?» Auf Rückfrage war im Ministerium zunächst keine Antwort zu erhalten.

Aus dem Büro des Bürgermeisters hieß es, die Maßnahme sei keine Neuheit in Italien. Ähnliche Modelle gebe es auch auf den Borromäischen Inseln oder auf Pantelleria. Auf Lampedusa müssen Touristen je nach Saison 1,50 oder drei Euro bezahlen.

Das Ziel des Bürgermeisters ist, dass Touristen von 2022 an nicht nur Hotels und Unterkünfte, sondern auch Tagesausflüge in die Stadt buchen müssen. Niemandem werde der Zugang zur Stadt verwehrt, sagte Brugnaro. Allerdings werde es für diejenigen, die einen Besuch nicht buchen, komplizierter.

Verschiedenen Schätzungen zufolge besuchen pro Jahr zwischen 20 und 30 Millionen Menschen Venedig. Anders ausgedrückt: Auf jeden der rund 260.000 Einwohner kommen mehr als 75 Touristen. Immer wieder gibt es neue Ideen und Strategien, mit denen die Massen in Schach gehalten werden sollen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
05. 02. 2019
16:45 Uhr

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05. 02. 2019
16:45 Uhr



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