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Venedig rüstet sich für neue Hochwasser

Seit Tagen kämpfen die Menschen in Venedig mit den Wassermassen. Auch am Wochenende können sie nicht durchschnaufen. Der Bürgermeister ruft auch im Ausland zu Spenden auf. Andere Teile Italiens ächzen unter Schneelasten.



Überschwemmung in Venedig
Die Lage in der weltberühmten Lagunenstadt ist weiterhin angespannt.   Foto: Andrea Merola/ANSA/dpa » zu den Bildern

Venedig rüstet sich für die dritte schwere Überschwemmung binnen einer Woche. Am Samstag wurde zwar der Markusplatz wieder überflutet, das Ausmaß hielt sich aber in Grenzen. Für Sonntag rief das Gezeitenbüro der Kommune die höchste Warnstufe aus.

Das Wasser soll demnach bis Mittags auf einen Stand von 160 Zentimetern steigen. Das bedeutet, dass die historische Lagunenstadt zu großen Teilen unter Wasser steht. Auch die kommende Woche soll es mit Schlechtwetter weiter gehen. Bürgermeister Luigi Brugnaro erklärte, der Schaden liege bei mindestens einer Milliarden Euro.

Am Dienstag hatte die höchste Flut seit mehr als 50 Jahren riesige Schäden in der Unesco-Welterbestadt angerichtet. Das Wasser war auf bis zu 187 Zentimeter gestiegen. Am Freitag fluteten Wassermassen dann erneut einen Großteil der Stadt.

Die Schulen, die in Italien eigentlich auch am Samstag geöffnet sind, blieben weiter geschlossen. Zwar öffnete der Dogenpalast am Samstag wieder. Die städtischen Museen sollten am Sonntag aber wieder schließen.

Die Bewohner kamen kaum zum Durchatmen. Tote Ratten schwammen im Wasser, Bewohner versuchten ihre Geschäfte und Bars zu reinigen. Bürgermeister Brugnaro rief auch zu Spenden aus dem Ausland auf. «Venedig ist der Stolz ganz Italiens, Venedig ist ein Kulturerbe für jeden, einzigartig in der Welt», erklärte er.

Der Kulturbeauftragte des Vatikans, Kardinal Gianfranco Ravasi, verglich die Zerstörung in Venedig mit dem Brand von Notre-Dame in Paris. Es habe damals nicht nur eine «technische Diskussion» gegeben, sagte er laut Nachrichtenagentur Ansa. «Es gab Leute, die weinten, weil sie ein großes Symbol sterben sahen. Ich würde sagen, diese kulturelle Sensibilität müssten wir wiederholen.»

Nicht nur Venedig kämpft seit Tagen mit Unwettern. Über quasi ganz Italien hängt eine hartnäckige Schlechtwetterfront. Schnee richtete am Freitag in Südtirol Chaos an, einige Dörfer waren abgeschnitten, weil Straßen gesperrt waren. 11 000 Menschen waren ohne Strom, wie die Südtiroler Landesverwaltung am Samstag mitteilte. Die Brenner-Zugstrecke war vorübergehend gesperrt, nachdem eine Schlamm- und Gerölllawine abgegangen war. Die Landesverwaltung warnte weiter vor Lawinenabgängen.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
16. 11. 2019
14:58 Uhr

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16. 11. 2019
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