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Venezuelas Regierung feiert Sieg im «Strom-Krieg»

Nach dem tagelangen Stromausfall in Venezuela gibt es eigentlich nur Verlierer. Staatschef Maduro und Oppositionsführer Guaidó geben sich dennoch siegessicher. Trotz allen Triumphgeheuls: Das Land steckt tiefer denn je in der Krise - eine Lösung ist nicht in Sicht.



Warten
Warten auf Wasser: Die Versorgung mit fließendem Wasser soll in 80 Prozent des Landes wieder funktionieren.   Foto: Rafael Hernandez » zu den Bildern

Fast eine Woche waren die Venezolaner ohne Strom - jetzt ist die Stromversorgung nach Regierungsangaben wieder hergestellt.

«Das Volk hat geduldet, ausgehalten, Widerstand geleistet und gesiegt», sagte der Präsident der regierungstreuen Verfassungsgebenden Versammlung und starker Mann bei den regierenden Sozialisten, Diosdado Cabello, in der Nacht auf Donnerstag (Ortszeit) im Fernsehen. «Jetzt müssen wir den Sieg festigen, ohne in Triumphalismus zu verfallen, mit Entschlossenheit, wie wir es immer tun.»

Seit Donnerstag vergangener Woche hatte ein massiver Stromausfall weite Teile des südamerikanischen Landes lahmgelegt. Im seit Wochen andauernden Machtkampf zwischen Staatschef Nicolás Maduro und dem selbst ernannten Interimspräsident Juan Guaidó wurde der Kollaps der Energieversorgung schnell zum Politikum.

Maduro sprach von einem «Strom-Krieg» gegen seine sozialistische Regierung. Guaidó versuchte seinerseits, die Wut vieler Venezolaner über den Stromausfall in einen breiten Volksaufstand zu verwandeln. Das gelang ihm zwar nicht, dennoch gab sich der 35-Jährige siegessicher: «Wir sind kurz davor, unsere Freiheit zurückzuerobern.»

Die Regierung machte einen von den USA und der Opposition geplanten Cyberangriff für den Stromausfall verantwortlich. Die Regierungsgegner hingegen sehen die Ursache in Korruption, Missmanagement und mangelnder Wartung der Anlagen in dem kriselnden Ölstaat.

Die Energieversorgung sei nun zu 100 Prozent wieder hergestellt, sagte Informationsminister Jorge Rodríguez. Die Versorgung mit fließendem Wasser funktioniere wieder in 80 Prozent des Landes. Nach einer mehrtägigen Zwangspause nahmen die Venezolaner am Donnerstag auch ihre Arbeit wieder auf.

Der Stromausfall hatte das ohnehin schon krisengebeutelte Land schwer getroffen. Die knapp bemessenen Lebensmittel verfaulten, Menschen mussten Wasser aus Flüssen schöpfen, in den Krankenhäusern starben Menschen. Der öffentliche Nahverkehr brach zusammen, an den Tankstellen bildeten sich lange Schlangen. In der zweitgrößten Stadt Maracaibo berichteten Geschäftsleute von Millionenverlusten wegen Plündereien.

«Sie haben versucht, mit einem brutalen Verbrechen das venezolanische Vaterland zu zerstören», sagte Rodríguez. «Mit der Störung der Energieversorgung wollten sie einen echten Völkermord herbeiführen.» Die Generalstaatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen Sabotage gegen den selbst ernannten Interimspräsidenten Guaidó ein.

Der Präsident des staatlichen Erdölkonzerns PDVSA machte den Oppositionsführer auch für einen Anschlag auf Treibstofftanks in San Félix im Orinoco-Gürtel verantwortlich. «Vaterlandsverräter!», schrieb Manuel Quevedo auf Twitter und veröffentlichte Fotos der brennenden Tanks.

Guaidó warf der Regierung seinerseits vor, die Ölreserven des Landes an das verbündete Kuba zu verschenken. Dadurch gingen Venezuela jeden Tag 2,5 Millionen US-Dollar verloren. Seit Jahren versorgt die Regierung in Caracas die sozialistische Karibikinsel mit kostenlosem oder stark verbilligtem Öl. Im Gegenzug schickt Kuba Ärzte nach Venezuela, um die medizinische Versorgung sicherzustellen.

Nach Angaben der Opposition wird die Regierung zudem von zahlreichen kubanischen Geheimdienstagenten unterstützt. Sie sollen persönlich für die Sicherheit von Präsident Maduro verantwortlich sein und über ein Spitzelsystem die unteren Ränge der Streitkräfte unter Kontrolle halten.

«Mehr als jemals zuvor ist Venezuela auf seine Bodenschätze angewiesen», schrieb Guaidó auf Twitter. «Jahrelang wurde die Einmischung von Kuba erlaubt mit der Rechtfertigung ideologischer Verbundenheit. Dabei schenken wir ihnen unser Öl und sie infiltrieren unser Militär.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
14. 03. 2019
13:55 Uhr

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14. 03. 2019
13:55 Uhr



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