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Verheerende Waldbrände wüten weiter in Kalifornien

Seit Tagen wüten mehrere Waldbrände in Kalifornien - mit verheerenden Auswirkungen: Dutzende Häuser wurden bislang zerstört, Zehntausende mussten vor den Flammen fliehen. Von Wetterexperten gibt es vorerst keine Entwarnung.



Waldbrände
In Kalifornien sind durch Waldbrände wieder Dutzende Häuser zerstört worden.   Foto: Noah Berger/FR34727 AP/dpa » zu den Bildern

Die seit Tagen in Kalifornien wütenden Waldbrände haben am Wochenende Dutzende Häuser zerstört und Zehntausende weitere Menschen in die Flucht getrieben. Ein Brandherd bedroht nun die Stadt Santa Rosa.

Ein Ende ist vorerst nicht in Sicht: Starke Windböen und eine niedrige Luftfeuchtigkeit sollen den Flammen bis einschließlich Montag ideale Bedingungen bieten. «Die nächsten 72 Stunden werden herausfordernd sein», sagte Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom auf einer Pressekonferenz am Samstagnachmittag (Ortszeit). Es sei eine Phase des Abwartens, die ziemliche innere Unruhe auslöse.

Nachdem sich das sogenannte «Kincaid»-Feuer weiter ausbreitete, ordneten die Behörden die Evakuierung eines großen Teils des Bezirks Sonoma an. Mehr als 80.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Die Anordnung betraf zunächst 14 Ortschaften. In der Nacht zum Sonntag wurde diese dann auf Sebastopol and Valley Ford ausgeweitet. Für die nahe gelegene Stadt Santa Rosa gaben die Behörden eine Warnung aus: Die rund Einwohner sollten sich jederzeit für eine Evakuierung bereit halten.

In der Weinbauregion rund 120 Kilometer nördlich von San Francisco haben sich die Flammen auf eine Fläche von mehr als 100 Quadratkilometern ausgebreitet - mehr als die Fläche Manhattans. Nach Angaben der Behörden fielen 77 Gebäude den Flammen zum Opfer, weitere 23.500 sind bedroht. Mehr als 2800 Helfer bekämpfen das «Kincaid»-Feuer.

Wegen des sogenannten «Tick»-Feuers» nahe der Stadt Santa Clarita in Südkalifornien mussten zwischenzeitlich 40.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Am Samstag konnten viele Betroffene wieder zurückkehren. Bei dem Brand rund 50 Kilometer nördlich von Los Angeles sind bislang 16 Gebäude zerstört und 18 weitere beschädigt worden. Rund 10.000 Bauwerke gelten weiterhin als gefährdet. Eine Fläche von mehr als 18 Quadratkilometern wurde verkohlt. Mehr als 900 Helfer waren Sonntagabend zur Bekämpfung dieses Feuers im Einsatz. Weder beim «Kincaid»- noch beim «Tick»-Feuer wurden bis Sonntagfrüh Tote oder Verletzte gemeldet.

Auch im mexikanischen Bundesstaat Baja California - mehrere hundert Kilometer weiter im Süden - wüteten Waldbrände. Am stärksten betroffen war die Gemeinde Ensenada an der Pazifikküste, wie Mexikos Zivilschutzbehörde am Samstag mitteilte. Am Freitag waren bei Bränden in der Region drei Menschen ums Leben gekommen, vier wurden verletzt. Hunderte Soldaten waren zur Brandbekämpfung im Einsatz.

Wegen der hohen Waldbrandgefahr begann der Energieversorger Pacific Gas & Electric (PG&E) am Samstagabend, fast einer Million Kunden in Nord- und Zentralkalifornien den Strom abzustellen. 940.000 Kunden müssen nach Angaben von PG&E bis Montag ohne Elektrizität auskommen - 90.000 mehr als zunächst geplant.

Bei starken Winden droht die Gefahr, dass Strommasten umstürzen oder Äste Leitungen abreißen und somit Feuer auslösen. Der Waldbrand in der nordkalifornischen Ortschaft Paradise, der im November vergangenen Jahres 85 Menschen das Leben kostete, soll durch defekte Stromleitungen verursacht worden sein.

Gouverneur Gavin Newsom warf dem privaten Versorger PG&E vor, die Blackouts seien das Ergebnis von «jahrelanger Gier, jahrelangem Missmanagement». PG&E habe es versäumt, seine Anlagen zu modernisieren und sicherer zu machen, etwa durch Investitionen in unterirdische Kabel. Newsom kündigte an, das Unternehmen für die wirtschaftlichen Schäden und für die Kosten zur Kasse bitten.

Der Nationale Wetterdienst warnte vor gefährlich starken Winden bei gleichzeitig niedriger Luftfeuchtigkeit bis Montag. Diese angesichts der Stärke und Dauer der Winde potenziell «historische» Kombination werde zur schnellen Ausweitung möglicher Brände führen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
27. 10. 2019
20:28 Uhr

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27. 10. 2019
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