Lade Login-Box.
Topthemen: Hofer Filmtage 2019EhrenamtskampagneVER Selb

Brennpunkte

Wachsende Sorge vor Militärkonflikt zwischen USA und Iran

Im Streit zwischen Washington und Teheran ist keine Lösung in Sicht. Zugleich führen Berichte über angebliche Sabatogeakte gegen Öltanker zu weiteren Spannungen in der Region.



Start
Eine Boeing B-52H Stratofortress beim Start von der Al Udeid Air Base in Katar.   Foto: Staff Sgt. Ashley Gardner/U.S. Air Force/AP

Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran wächst die Furcht vor einer militärischen Auseinandersetzung.

Die Bundesregierung sei sehr besorgt und wolle nicht, dass es zu einer militärischen Eskalation komme, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) am Montag nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen Mike Pompeo in Brüssel. Unterdessen nährten Berichte über angebliche Sabotageakte gegen Handelsschiffe im Golf von Oman Befürchtungen, dass sich die Lage weiter verschärfen könnte.

Auch US-Außenminister Mike Pompeo sagte in einem Interview mit dem US-Sender CNBC: «Krieg ist nicht unser Ziel.» Vielmehr sei es die Absicht der USA, das Verhalten der iranischen Regierung zu ändern. Es müsse aber auch sichergestellt sein, dass Präsident Donald Trump Optionen habe, für den Fall, dass der Iran «eine schlechte Entscheidung» treffe. Die USA entsandten unter anderem einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in die Region.

Der britische Außenamtschef Jeremy Hunt mahnte, es dürfe nicht versehentlich zu einem Konflikt kommen - «mit einer Eskalation, die von keiner Seite gewollt ist». Mit Blick auf den seit Monaten ungelösten Streit über das Atomabkommen mit dem Iran machte Maas deutlich, dass sich die EU dem Druck der USA nicht beugen wolle. «Wir sind uns in Europa einig, dass dieses Abkommen für unsere Sicherheit notwendig ist.»

US-Präsident Donald Trump schlug im Weißen Haus drohende Töne an. An die Adresse des Führung in Teheran sagte er: «Es wird ein großes Problem sein, wenn etwas passiert. Sie werden keine glücklichen Menschen sein.» Trump fügte hinzu: «Wenn sie etwas tun, werden sie sehr leiden.» Worauf er sich konkret bezog, sagte er nicht.

Die USA hatten den Druck auf die iranische Führung zuletzt massiv erhöht. Vor einem Jahr war Trump einseitig aus dem Atomabkommen ausgestiegen. Er hatte dem Iran vorgeworfen, Unruhe in der Region zu schüren und Terrorismus zu unterstützen. Die Europäer sehen die Rolle des Irans in der Region ebenfalls kritisch, wollen das Atomabkommen aber erhalten.

Für weitere Spannungen sorgten Berichte über angebliche Sabotageakte gegen Handelsschiffe im Golf von Oman. Dort gab es nahe des Emirats Fudschaira nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) «staatsfeindliche Operationen» gegen vier Schiffe aus verschiedenen Ländern. Der VAE-Staatsminister für Auswärtiges, Anwar Gargasch, teilte mit, die Angriffe würden untersucht. Der US-Sondergesandte Brian Hook sagte auf die Frage, ob man den Iran dahinter vermute: «Dazu habe ich keinen Kommentar.»

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini äußerte sich nicht zu möglichen Erkenntnissen der Amerikaner zu den mysteriösen Schäden an den Handelsschiffen. Sie sagte lediglich, die EU sammele weiter Informationen zu den Vorfällen und sie sei besorgt über das Risiko einer Eskalation in der Region.

Das US-Außenministerium hatte vor den Gesprächen Pompeos in Brüssel mitgeteilt, dieser werde sich mit europäischen Alliierten treffen, um die «jüngsten bedrohlichen Handlungen und Äußerungen» des Irans zu diskutieren. Die angeblichen Sabotageangriffe auf die Schiffe wurden nicht explizit erwähnt.

Saudi-Arabiens Energieminister Chalid al-Falih sagte, zwei saudische Öltanker seien bei einem «Sabotageangriff» schwer beschädigt worden. Diese «Attacke» habe die weltweite Ölversorgung treffen sollen. Ein Sprecher des Schiffsmanagers Thome Ship Management sagte zudem, der unter norwegischer Flagge fahrende Öltanker «Andrea Victory» sei «von einem unbekannten Objekt» auf Höhe der Wasserlinie getroffen worden.

Das kleine Emirat Fudschaira liegt nur etwa 100 Kilometer von der iranischen Küste entfernt. Der Iran auf der einen und Saudi-Arabien und die VAE auf der anderen Seite sind Erzfeinde. Durch den Golf von Oman führt eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt für Ölexporte. Der Iran forderte eine Untersuchung der angeblichen Sabotageversuche.

Mit der Atomvereinbarung verbinden Deutschland, Frankreich und Großbritannien die Hoffnung, die Handelsbeziehungen mit dem Iran trotz neuer Sanktionsdrohungen durch die USA aufrechtzuerhalten.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani knüpfte ein mögliches Gespräch mit US-Präsident Donald Trump am Wochenende an ein Einlenken der USA an Bedingungen. Trump müsse zunächst den Ausstieg aus dem Atomabkommen zurücknehmen und die Sanktionen gegen Teheran aufheben. Trump hatte der iranischen Führung zuvor vorgeschlagen, ihn anzurufen, um den Konflikt direkt zu besprechen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 05. 2019
21:19 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Außenminister Donald Trump Energieminister Europäische Union Federica Mogherini Heiko Maas Iranische Regierungen Jeremy Hunt Mike Pompeo Präsidenten der USA Regierungen und Regierungseinrichtungen Regierungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland SPD Sabotageakte Sabotageangriffe Schiffe US-Außenminister US-Außenministerium
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
US-Marine

13.05.2019

EU-Minister warnen USA vor Krieg mit dem Iran

Der Streit um das iranische Atomabkommen schwelt seit Monaten. Während Außenminister in Brüssel über dessen Schicksal verhandeln, mehren sich mysteriöse Berichte über Sabotageakte am Golf von Oman - und damit Ängste, das... » mehr

Zwischenfall im Golf von Oman

16.06.2019

Pompeo wirbt um Zustimmung zu US-Vorwürfen gegen Iran

Nach den Zwischenfällen mit zwei Tankern im Golf von Oman legten sich die USA schnell fest: Der Iran stecke dahinter, sagen sie - allen Dementis aus Teheran zum Trotz. Viele Partner sind sich da nicht so sicher. Washingt... » mehr

Öltanker beschlagnahmt

22.07.2019

London will europäischen Schutz für Schiffe in Golfregion

Nach mehreren Vorfällen in der Straße von Hormus und der Festsetzung eines britischen Tankers durch den Iran werden die Ideen für eine Seeschutzmission in der Region konkreter. Teheran sorgt derweil für neue Schlagzeilen... » mehr

Uran-Aufbereitungsanlage in Isfahan

02.07.2019

US-Präsident Trump warnt Iran: «Sie spielen mit dem Feuer»

Der Iran hat erstmals gegen die Auflagen des Atomabkommens verstoßen. Die Diplomatie kommt im Moment nicht weiter. Dafür gibt es wieder Drohungen und Warnungen aus Washington. Wie geht es weiter? » mehr

Irans Präsident Ruhani spricht vor UN-Vollversammlung

26.09.2019

Ruhani startet Friedensinitiative für Golfregion ohne USA

Kann die Eskalationsspirale zwischen dem Iran und den USA gestoppt werden? Zumindest versichern beide Seiten, dass sie keinen Krieg wollen. Jetzt gibt es von einer Seite einen Friedensplan - an dem die andere Seite aber ... » mehr

Heiko Maas

01.08.2019

Weiter Rufe nach europäischer Hormus-Mission

Außenminister Heiko Maas erteilt einer deutschen Beteiligung an einer US-geführten Militärmission am Persischen Golf eine Absage. Doch gänzlich vom Tisch ist ein Bundeswehreinsatz nicht. Und die Spannungen zwischen den U... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Herbstkirchweih mit Gewerbeschau in Oberkotzau Oberkotzau

Herbstkirchweih in Oberkotzau | 20.10.2019 Oberkotzau
» 40 Bilder ansehen

Casanova-Party in Schwingen Schwingen

Casanova-Party in Schwingen | 19.10.2019 Schwingen
» 22 Bilder ansehen

Etem Bayramoglu holt deutsche Profi-Box-Meisterschaft Plauen

Fightnight Plauen mit Etem Bayramoglu | 19.10.2019 Plauen
» 11 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 05. 2019
21:19 Uhr



^