Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

Brennpunkte

Wahl in Estland: Oppositionspartei nach E-Voting vorn

Jeder vierte Wähler in Estland hat per Computer abgestimmt, diese Stimmen waren am schnellsten ausgezählt. Das Zwischenergebnis deutet auf einen Machtwechsel hin. Regierungschef Ratas hofft aber noch.



Parlamentswahl in Estland
Wähler geben in einem Wahllokal in einem Einkaufszentrum in Tallinn ihre Stimme ab.   Foto: Guo Chunju/XinHua » zu den Bildern

Bei der Parlamentswahl in Estland zeichnet sich nach ersten Teilergebnissen ein Machtverlust der amtierenden Regierung ab. Nach Auswertung der elektronisch abgegebenen Stimmen liegt die oppositionelle Reformpartei in dem baltischen EU- und Nato-Land vorn.

Die wirtschaftsliberale Kraft kommt auf 40 Prozent der Stimmen, teilte die Wahlkommission in Tallinn am Sonntagabend mit. Auf Platz zwei liegt die rechtspopulistische Estnische Konservative Volkspartei (EKRE) mit 13,5 Prozent vor der mitregierenden konservativen Partei Isamaa (12,6 Prozent). Mit der Auswertung der übrigen Stimmen dürften sich die Kräfteverhältnisse allerdings noch verschieben.

Die linksgerichtete Zentrumspartei von Regierungschef Jüri Ratas kommt nach Auszählung der Internet-Abstimmung auf 11,7 Prozent, ihr sozialdemokratischer Koalitionspartner auf 11,4 Prozent. Für die neugegründete Partei Estland 200 stimmten 5,5 Prozent der Online-Wähler. Am E-Voting nahmen mehr als ein Viertel der Wahlberechtigten teil - ein neuer Rekord.

Ratas reagierte zunächst gelassen auf das Ergebnis des E-Votings, das Estland als erstes Land in Europa eingeführt hat. Es bestehe kein Grund zur Sorge, sagte er dem Internetportal Delfi. Noch sei zu früh sei, um das Endergebnis vorherzusagen.

Auch Ratas hatte seine Stimme in der Vorwoche elektronisch in Ägypten beim Gipfeltreffen der EU und der Arabischen Liga abgegeben. Die Reformpartei-Spitzenkandidatin Kaja Kallas dagegen trat bewusst den Gang in die Wahlkabine an. Der Grund: Ihr Sohn wollte einmal sehen, wie eine Wahl so abläuft, wie sie dem estnischen Rundfunk sagte.

Bei der Bekanntgabe des Ergebnisses des E-Votings gab es eine kurze Verzögerung. Estlands Ex-Präsident Toomas Hendrik Ilves wurde deshalb bereits ungeduldig. «Warum müssen wir warten? Dies sollte nicht mehr als einen Knopfdruck benötigen», schrieb er auf Twitter.

Wirtschafts- und sozialpolitische Themen standen im Vordergrund des Wahlkampfes in dem Ostseestaat, der zuletzt durch den riesigen Geldwäscheskandal bei der estnischen Filiale der Danske Bank und zwei beim Doping erwischte Skilangläufer in die Schlagzeilen kam.

Zur Bestimmung der 101 Sitze im Parlament in Tallinn waren knapp eine Million Wahlberechtigte aufgerufen. Zur achten Wahl seit der wiedererlangten Unabhängigkeit Estland von der Sowjetunion 1991 traten 10 Parteien an. Die Wahlbeteiligung lag bei 63,1 Prozent.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 03. 2019
21:03 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arabische Liga Arbeits- und Sozialpolitik Computer Elektronik und Elektrotechnik Europäische Union Jüri Ratas Oppositionsparteien Parlamentswahlen Rechtspopulisten Regierungschefs Sozialdemokratie Toomas Hendrik Ilves Twitter Wahlkommissionen Zentrumspartei
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Kaja Kallas

04.03.2019

Liberale Oppositionspartei gewinnt Parlamentswahl in Estland

Machtwechsel in Estland: Bei der Parlamentswahl verliert die regierende Zentrumspartei gegen die oppositionelle Reformpartei. Größter Gewinner der Abstimmung sind aber die Rechtspopulisten. Damit folgt das Land einem eur... » mehr

Brexit

28.08.2019

Johnson verordnet britischem Parlament eine Zwangspause

Mit einem umstrittenen Manöver will der britische Premier die Zeit für Brexit-Debatten im Parlament verkürzen - offenbar, um seine Pläne für einen No-Deal-Brexit durchziehen zu können. Die Empörung ist groß. Zustimmung k... » mehr

Jo Swinson

vor 12 Stunden

Wahlkampf in Großbritannien auf Zielgerade - Labour holt auf

Auf den letzten Metern wird der Wahlkampf in Großbritannien noch einmal richtig spannend. Boris Johnsons Vorsprung schrumpft, wie eine Umfrage zeigt. Sollte der Regierungschef bei der Parlamentswahl eine Mehrheit verfehl... » mehr

Ursula von der Leyen

18.11.2019

Von der Leyen kann auf den 1. Dezember hoffen

Seit Juli läuft sich die gewählte EU-Kommissionschefin warm, und einmal wurde ihr Amtsantritt schon verschoben. In zwei Wochen könnte es nun soweit sein. » mehr

Evo Morales

25.10.2019

Präsident Morales gewinnt Bolivien-Wahl im ersten Durchgang

Boliviens linker Staatschef Evo Morales entgeht knapp einer Stichwahl - dank der Besonderheiten des Wahlrechts. Sein Rivale Mesa spricht von Wahlbetrug. Auch die EU empfiehlt Morales, sich einem zweiten Wahlgang zu stell... » mehr

Matteo Salvini

09.08.2019

Salvini drückt in Regierungskrise aufs Tempo

Italien steht höchstwahrscheinlich vor einer Neuwahl. Einer sehnt sie besonders herbei - doch auch der starke Mann der gescheiterten Regierung in Rom, Matteo Salvini, braucht noch ein bisschen Geduld. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Schwerer Unfall auf der B 15 bei Döhlau Döhlau

Schwerer Unfall auf der B 15 bei Döhlau | 11.12.2019 Döhlau
» 4 Bilder ansehen

Q11 MGF pres. Froh und Hacke! Schwingen 06.12.2019

Froh und hacke in Schwingen: Q11 MGF | 07.12.2019 Schwingen
» 65 Bilder ansehen

EC Peiting - Selber Wölfe

EC Peiting - Selber Wölfe | 08.12.2019 Peiting
» 36 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 03. 2019
21:03 Uhr



^