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Weniger Fett und Salz: Fertiggerichte sollen gesünder werden

Im Kampf gegen «Dickmacher» mit vielen Kalorien will die Bundesernährungsministerin die Lebensmittelbranche ins Boot bekommen. Nun liegt ein Plan vor. Kritiker sind davon aber nicht begeistert.



Fertigpizza. Symbolfoto.
Fertigpizza. Symbolfoto.   Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Für eine gesündere Ernährung sollen Fertiggerichte wie Tiefkühlpizza künftig schrittweise mit weniger Fett, Salz und Zucker auskommen. Auch Portionsgrößen von Produkten sollen kleiner werden, um Übergewicht gerade bei Kindern zu vermeiden.

Das sieht eine Grundsatzvereinbarung vor, die Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) mit mehreren Branchenverbänden geschlossen hat. Bis Jahresende sollen Details erarbeitet werden und dann als Beitrag der Wirtschaft in eine generelle Strategie der Regierung einfließen.

Klöckner begrüßte die Bereitschaft der Verbände. «Die Wirtschaft erkennt erstmals an, Teil der Lösung des Problems Übergewicht zu sein», sagte sie. In den nächsten Wochen müssten nun konkrete Zielvereinbarungen folgen. Der Grundsatzvereinbarung zufolge geht es darum, «auf freiwilliger Basis eine möglichst breite Mitwirkung der Wirtschaftsunternehmen zu erreichen». Belange von Handwerksbetrieben sollen im Blick behalten werden.

Ein erster Anlauf für eine solche Strategie der alten großen Koalition hatte heftige Proteste der Branche ausgelöst. Manche Hersteller setzen aber schon ähnliche Programme um.

Laut Ministerium verpflichtet sich die Ernährungsindustrie, ab 2019 den Gehalt an Zucker, Fetten und Salz in Fertiggerichten schrittweise zu senken - bis 2025 sollen die gesetzten Ziele dann erreicht sein.

Der Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft BLL betonte, es gelte, die Verbraucher bei der Änderung von Rezepturen mitzunehmen. Eine Reduktion von Nährstoffen, die nicht nur Geschmacksträger sind, sondern auch technologische Funktionen bei der Herstellung hätten, gehe nicht von heute auf morgen, sondern müsse schrittweise erfolgen.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte die Pläne und hielt Klöckner einen «Kuschelkurs» gegenüber der Branche vor. Die Vereinbarung überlasse es den Unternehmen selbst, welche Zielvorgaben sie sich setzten, und lasse ihnen dafür auch noch bis 2025 Zeit.

Klöckner sagte, es gelte, die Häufigkeit krankmachenden Übergewichts und ernährungsmitbedingter Krankheiten zu senken. In Deutschland seien 43 Prozent der Frauen, 62 Prozent der Männer und 15 Prozent der Kinder übergewichtig. Zu viel Zucker, Fett und Salz erhöhten auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.

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dpa

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Veröffentlicht am:
16. 10. 2018
17:03 Uhr

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16. 10. 2018
17:03 Uhr



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