Lade Login-Box.
Topthemen: 30 Jahre GrenzöffnungBilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019VER Selb

Brennpunkte

Wickelmaschinen und Wombat-Kacke: Ig-Nobelpreise verliehen

Klamauk, Papierflieger und echte Nobelpreisträger: Die schrillen Ig-Nobelpreise sind schon lange Kult. Zum 29. Mal wurde jetzt an der Elite-Uni Harvard kuriose Forschung mit den Spaßpreisen geehrt - von Bakterien an Geldscheinen bis zu Pizza gegen Krankheiten.



Ig-Nobelpreise 2019
Shigeru Watanabe aus Japan erhält den Ig-Nobelpreis in Chemie für die Schätzung des gesamten Speichelvolumens, welches ein durchschnittlicher Fünfjähriger pro Tag produziert.   Foto: Elise Amendola/AP

Kinderspucke, Wickelmaschinen, magnetisierte Kakerlaken und würfelförmige Wombat-Kacke: Zehn wissenschaftliche Studien, die «erst zum Lachen und dann zum Denken anregen», sind an der US-Eliteuniversität Harvard mit den «Ig-Nobelpreisen» ausgezeichnet worden.

Die traditionell klamaukig-schrille Gala mit mehr als 1000 Zuschauern fand in der Nacht zum Freitag bereits zum 29. Mal statt. Diesmal stand sie unter dem Oberthema «Gewohnheiten».

Die undotierten Preise (gesprochen «ignoble», was übersetzt etwa unwürdig heißt) sollen nach Angaben der Veranstalter «das Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren». Zwischendurch fliegen bei der so ganz anderen anderthalbstündigen Preisverleihung Papierflieger durch die Luft, es gibt Sketche und bizarre Kurz-Opern. Wie jedes Jahr reisten auch diesmal wieder echte Nobelpreisträger an.

Auch ein Wissenschaftler aus Deutschland war in diesem Jahr unter den Preisträgern: Fritz Strack von der Universität Würzburg gewann in der Kategorie Psychologie für seine Entdeckung, dass es Menschen zum Lächeln bringt und glücklicher macht, wenn sie einen Stift im Mund halten - um dann zu entdecken, dass das doch nicht stimmt. Strack bedankte sich auf der Bühne mit einem Gedicht.

Der niederländische Forscher Andreas Voss von der Radboud-Universität Nijmegen und sein Sohn Timothy gewannen gemeinsam mit dem Kollegen Habip Gedik die Auszeichnung in der Kategorie Wirtschaft für eine Studie darüber, welches Papiergeld aus welchem Land am besten gefährliche Bakterien verbreitet. «Geldscheine, die sich klebrig oder dreckig anfühlen, müssen nicht verseucht sein», sagte Timothy Voss in seiner Dankesrede. «Aber der rumänische Leu und der US-Dollar gehörten zu den schlimmsten Währungen. Bei denen können wir euch nur einen Rat geben: Faltet sie zu Papierfliegern und schmeißt sie gleich weg.»

In der Kategorie Medizin gewann ein Wissenschaftler aus Italien und den Niederlanden für die Sammlung von Beweisen, dass Pizza gegen Krankheiten und Tod schützt - wenn sie in Italien gemacht und gegessen wird. Die italienische Ernährungsweise sei einfach sehr gesund, erklärte Forscher Silvano Gallus auf der Bühne. «Aber lasst die Finger weg von der Salami.» In der Kategorie Biologie gewannen Wissenschaftler aus Singapur, China, Australien, Polen, Bulgarien und den USA für die Entdeckung, dass tote magnetisierte Kakerlaken sich anders verhalten als lebende magnetisierte Kakerlaken.

Wissenschaftler aus Japan bekamen den Preis in der Kategorie Chemie für die Schätzung des Volumens der Spucke, die ein typisches fünfjähriges Kind pro Tag produziert. 500 Milliliter seien das, verriet einer der Forscher - und brachte gleich seine inzwischen erwachsenen drei Söhne mit, die vor vielen Jahren als Testobjekte gedient hatten. Forscher aus Frankreich wurden ausgezeichnet, weil sie Temperatur-Asymmetrien am Hodensack bei nackten und angezogenen Postboten in Frankreich maßen. Ein Wissenschaftler aus dem Iran erhielt den Preis in der Kategorie Technik für die Erfindung einer Wickelmaschine für menschliche Babys.

Forscher aus Großbritannien, Saudi-Arabien, Singapur und den USA bekamen die Auszeichnung in der Kategorie Frieden für den Versuch, den Genuss am Kratzen einer juckenden Stelle am Körper zu messen. Und Wissenschaftler aus den USA, Taiwan, Australien, Neuseeland, Schweden und Großbritannien wurden in der Kategorie Physik für Untersuchungen ausgezeichnet, wie und warum Wombats würfelförmig kacken.

Moderator Marc Abrahams, Herausgeber einer wissenschaftlichen Zeitschrift zu kurioser Forschung, beendete die Gala wie immer mit seinen traditionellen Abschlussworten: «Wenn Sie dieses Jahr keinen Ig-Nobelpreis gewonnen haben, und besonders dann, wenn Sie einen gewonnen haben: mehr Glück im nächsten Jahr!»

Veröffentlicht am:
13. 09. 2019
09:46 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Auszeichnung Entdeckungen Forschung Gefahren Herausgeber Julius-Maximilians-Universität Würzburg Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger Physik Preisträger Verseuchung Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Geburtenziffer

03.09.2019

Immer mehr Frauen werden erstmals mit über 40 Mutter

Immer mehr Frauen lassen sich Zeit mit dem Nachwuchs. Auch wenn die Generation «Ü-40» insgesamt nur für einen kleinen Teil der 787.500 Geburten in Deutschland steht, hat sich die Zahl dieser Mütter in knapp 30 Jahren fas... » mehr

Rattenembryo

31.07.2019

Japaner haben Genehmigung für Züchtung von Mensch-Tier-Wesen

Japanische Forscher möchten einmal menschliche Organe in Tieren heranwachsen lassen und damit Patienten helfen. Eine wichtige Hürde haben sie nun genommen. » mehr

Arbeit im Büro

26.05.2019

Frauen sind in wärmeren Räumen produktiver

In Büros sollten höhere Temperaturen eingestellt werden, empfehlen Forscher aus Berlin und den USA. Sie haben ein Experiment gemacht, demzufolge Frauen mit zunehmender Wärme leistungsfähiger werden. Aber was ist mit den ... » mehr

Prototyp

15.04.2019

Israelische Forscher drucken Herz aus menschlichem Gewebe

Herzkrankheiten gehören weltweit zu den führenden Todesursachen. Spenderherzen sind knapp. Israelische Forscher haben jetzt den Prototyp eines Herzes aus menschlichem Gewebe gedruckt. Bis zum klinischen Einsatz ist der W... » mehr

He Jiankui

28.11.2018

Forscher He verteidigt Gen-Experimente an Babys

Der Forscher He Jiankui hat nach eigenen Angaben die Genome von Zwillingen manipuliert. Auf einem Kongress in Hongkong schlägt ihm Empörung entgegen. Doch von Reue zeigt der Chinese keine Spur. Er verkündet, dass eine zw... » mehr

Zerstörtes Fahrrad

07.11.2019

Forscher: Fußgänger besser schützen - Anfahrstopp für Lkw

Der tote Winkel rechts neben einem Bus oder Lastwagen hat schon viele Radfahrer und Fußgänger das Leben gekostet. Unfallforscher haben genauer auf die Unfälle mit Passanten hingeschaut. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Rathaussturm in Naila Naila

Rathaussturm in Naila | 11.11.2019 Naila
» 72 Bilder ansehen

Wunsiedel

20. Wunsiedler Kneipennacht | 09.11.2019 Wunsiedel
» 98 Bilder ansehen

Kickers Selb - FC Vorwärts Röslau

Kickers Selb - FC Vorwärts Röslau | 09.11.2019 Selb
» 5 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
13. 09. 2019
09:46 Uhr



^