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Zahl der Coronavirus-Infektionen in China steigt auf 68.500

Die Zahl neu nachgewiesener Covid-19-Erkrankungen geht im Vergleich zum Vortag leicht zurück. Eine bisher unveröffentlichte Rede offenbart, dass Chinas Präsident Xi Jinping schon früh um die Bedrohung wusste.



Coronavirus
Bisher konnte die Verbreitung des neuartigen Coronavirus nicht eingedämmt werden.   Foto: Cheng Min/XinHua/dpa

Die Zahl der Infektionen und Todesfälle durch das neuartige Coronavirus ist in China erneut gestiegen. Laut der Pekinger Gesundheitskommission starben an der inzwischen Covid-19 genannten Lungenkrankheit erneut 142 Patienten, womit die Gesamtzahl der Opfer in China nun bei 1665 liegt.

Zudem wurden 2009 neue Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen. Seit Ausbruch der Krankheit sind damit 68.500 Fälle in China bestätigt worden. Experten vermuten jedoch eine hohe Dunkelziffer.

Unterdessen offenbarte eine bislang unveröffentlichte Rede von Chinas Präsident Xi Jinping, dass er offensichtlich schon früher als bislang bekannt an der Bekämpfung des Ausbruchs beteiligt war. In der auf Anfang Februar datierten Rede, die Staatsmedien am Samstag verbreiteten, sprach der Präsident demnach davon, dass er bereits am 7. Januar erste Anweisungen gegeben hatte, das Virus zu bekämpfen.

«Ich habe während einer Sitzung des Ständigen Ausschusses des Politbüros am 7. Januar gefordert, den Ausbruch einzudämmen», wurde der Präsident zitiert. Auch verdeutlichte die Rede, dass Xi Jinping persönlich die strengen Reisekontrollen in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei, wo zahlreiche Städte seit Wochen abgeriegelt sind, angestoßen hatte.

Mit der Veröffentlichung will die Staatspropaganda offenbar demonstrieren, dass die Zentralregierung und der Parteichef bereits von Anfang an im Kampf gegen das Coronavirus engagiert waren. Allerdings ist damit auch klar, dass die stark unter Kritik geratene Lokalregierung nicht alleine die Entscheidungen traf.

In den vergangenen Tagen mussten in Hubei und der Provinzhauptstadt Wuhan, wo das Virus ursprünglich ausgebrochen war, eine ganze Reihe hochrangiger Politiker abtreten.

Zuletzt war immer mehr Kritik an der Untätigkeit oder langsamen Reaktion der Behörden auf den Ausbruch laut geworden. Für landesweite Bestürzung und Anteilnahme sorgte vergangene Woche der Tod des Arztes Li Wenliang, der frühzeitig vor dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus gewarnt hatte, aber laut Berichten gezwungen wurde, diese «Gerüchte» nicht weiter zu verbreiten. Der 34-Jährige starb, weil er sich mit dem Virus angesteckt hatte.

Am Donnerstag hatte Hubei mit einem drastischen Anstieg der neuen Todesfälle und neu nachgewiesenen Infektionen überrascht, da die Zählweise der Diagnosen geändert wurde.

Weltweit sind bisher außerhalb des chinesischen Festlands knapp 700 Infektionen und vier Todesfälle bekannt, nachdem Frankreich am Samstag das erste Opfer in Europa gemeldet hatte. Dabei handelte es sich um einen chinesischen Touristen.

In Deutschland wurden bisher 16 Infektionen bekannt. Drei Patienten verließen mittlerweile die Kliniken als geheilt. In Bayern werden noch 13 Infizierte behandelt, die in Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto stehen. Dort hatte eine chinesische Mitarbeiterin das Virus eingeschleppt.

Die deutsche Botschaft in Tokio teilte am Samstagabend mit, unter den infizierten Passagieren des Kreuzfahrtschiffes «Diamond Princess» seien zwei Bundesbürger. Die Botschaft steht nach eigenen Angaben in Kontakt mit ihnen, äußerte sich aber zu ihrem Zustand nicht. Insgesamt hatte das Schiff nach Erkenntnissen der Botschaft zehn Deutsche an Bord.

Auf dem Schiff, das im japanischen Yokohama unter Quarantäne steht, wurden bis Sonntag 355 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet, 70 mehr als tags zuvor. Gesundheitsminister Katsunobu Kato gab am Sonntag die neue Bilanz bekannt. Die Infizierten werden in örtlichen Krankenhäusern behandelt. Nach Angaben des japanischen Außenministeriums sollen bis Montag alle Passagiere getestet sein, so dass die Resultate bis Mittwoch vorliegen. Bis dahin steht das Schiff unter Quarantäne.

Unter den in Kambodscha an Land gegangenen Passagieren des Kreuzfahrtschiffs «Westerdam» wurde unterdessen nun doch ein Coronavirus-Fall festgestellt. Eine 83-jährige Amerikanerin sei bei ihrer Weiterreise über Malaysia positiv getestet und ins Krankenhaus in Kuala Lumpur gebracht worden, teilte die malaysische Gesundheitsbehörde am Sonntag mit.

Die Amerikanerin sei eine von 145 Passagieren gewesen, die über Malaysia nach Hause fliegen wollten, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Bei der Ankunft seien bei der Frau und bei ihrem Ehemann Symptome des neuen Virus festgestellt worden, weshalb sie ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Die 83-Jährige werde jetzt auf der Isolierstation behandelt. Der 85-jährige Ehemann, bei dem die Tests negativ ausgefallen waren, werde im Krankenhaus überwacht.

Die «Westerdam» hatte eine Odyssee durch asiatische Gewässer hinter sich gebracht, da mehrere Länder aus Sorge vor dem Coronavirus dem Schiff das Anlegen untersagt hatten. Erst Kambodscha stimmte dem schließlich zu. Am Freitag durften schließlich die ersten von knapp 2300 Menschen in Sihanoukville das Kreuzfahrtschiff verlassen.

An Bord der «Westerdam» waren laut Reederei auch 57 Deutsche. Für sie ging die Heimreise nach Twitterangaben der deutschen Botschaft am Freitag und Samstag in Richtung Frankfurt.

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dpa

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Veröffentlicht am:
16. 02. 2020
17:02 Uhr

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16. 02. 2020
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