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Zahl der Drogentoten stagniert auf hohem Niveau

Heroin, Amphetamine, Kokain: Illegale Drogen kosten viele Menschen das Leben. Nach neuen Daten stagniert die Zahl der Todesopfer. Aber was heißt das schon, wenn die Gefahr immer noch so groß ist?



Crack
Crack-Raucher in Frankfurt am Main: Bis zu 300 Euro täglich brauchen die Abhängigen pro Tag, um ihren Stoff bezahlen zu können.   Foto: Boris Roessler » zu den Bildern

Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist nach einem leichten Rückgang zuletzt fast konstant geblieben - doch im langen Kampf gegen Heroin, Kokain und immer neue Psycho-Substanzen gibt es keine Entwarnung.

Am Konsum illegaler Stoffe starben im vergangenen Jahr 1276 Menschen - vier mehr als 2017, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), am Mittwoch mitteilte. Hauptursache sind weiterhin Vergiftungen durch Opioide wie Heroin, die mehr als die Hälfte aller Todesfälle verursachten.

Über Strategien für eine bessere Vorbeugung und andere Gegenmaßnahmen gibt es wieder Diskussionen. Mortler sagte: «Jeder einzelne Todesfall verpflichtet uns, Menschen noch besser vor den Gefahren von Drogen zu schützen und sie vor den oftmals tödlichen Folgen ihres Drogenkonsums zu retten.» Sie hob angesichts der neuen Zahlen hervor, dass insgesamt eine Stabilität zu beobachten sei. «Da fällt mir ein Stein vom Herzen.» Weiterhin gebe es leichte Wellenbewegungen mit Ausschlägen ins Positive und Negative.

An Überdosierungen von Opioiden wie Heroin und Morphin starben laut Statistik im vergangenen Jahr insgesamt 629 Menschen, nachdem es im Jahr zuvor 707 waren. Auch bei neuen psychoaktiven Stoffen (NPS) gab es nun einen leichten Rückgang. Todesfälle durch psychoaktive Medikamente nahmen dagegen zu. An Vergiftungen durch Kokain und Crack starben unverändert 41 Menschen, in Verbindung mit anderen Stoffen gab es eine leichte Zunahme. Die Zahl der Abhängigen, die insgesamt nach Langzeitschäden starben, erhöhte sich weiter von 178 auf 230.

Bei der Vorbeugung gefragt seien neben dem Staat auch Unternehmen und die ganze Gesellschaft, sagte Mortler. «Drogenabhängigkeit ist eine Krankheit. Kranke brauchen Hilfe und keine Stigmatisierung.» Eine zentrale Rolle komme den 1500 ambulanten Suchtberatungsstellen zu, die auch beim Bewältigen sozialer Folgen des Drogenkonsums helfen. «Um Leben zu retten, brauchen wir eine funktionierende Suchthilfe vor Ort.» Wenn die Herausforderungen größer werden, seien hierfür mehr Personal und mehr Geld erforderlich, betonte die Drogenbeauftragte.

In 10 der 16 Bundesländer gab es im vergangenen Jahr einen Anstieg der Drogentoten. In vier Ländern starben nun weniger Menschen an illegalen Substanzen, in zwei Ländern blieb die Zahl gleich. In Nordrhein-Westfalen gab es eine deutliche Zunahme um 37 Todesfälle auf 240 Rauschgifttote. In Mecklenburg-Vorpommern starben wie im Vorjahr fünf Menschen an illegalen Drogen. Bundesweit war 2017 erstmals seit 2012 wieder ein leichter Rückgang festgestellt worden.

Mortler warnte vor möglicherweise wachsenden Gefahren durch Fentanyl-Schmerzmittel, die noch meist in Pflegeheimen oder Kliniken «abgezweigt» würden. In anderen Ländern wie den USA sei bereits eine Herstellung für den Drogenkonsum festzustellen. Psychoaktive Stoffe, die etwa als scheinbar harmlose Badesalze verkauft würden, müssten vom Markt verdrängt werden. «Es geht nicht darum, den Konsumenten zu bestrafen, sondern Händlern und Herstellern das Handwerk zu legen.» Zunehmend würden Drogen über das Internet verkauft.

Die Opposition fordert auch neue Lösungen. «Die Zahl der Drogentoten ist immer noch viel zu hoch», sagte Grünen-Fachpolitikerin Kirsten Kappert-Gonther. Die Abgabe des Mittels Naloxon an Heroinsüchtige und Angehörige solle bundesweit und nicht nur in einem Modellprojekt in Bayern möglich werden.

Der FDP-Experte Wieland Schinnenburg sagte, offensichtlich sei die bisherige Drogenpolitik gescheitert. «Statt immer neue leere Versprechungen zu machen, muss endlich gehandelt werden.» Dazu sollte eine kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene gehören, damit sich die Strafverfolgungsbehörden auf Großdealer für harte Drogen konzentrieren könnten.

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dpa

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Veröffentlicht am:
10. 04. 2019
16:00 Uhr

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10. 04. 2019
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