Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimJubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"BlitzerwarnerCoronavirus

Brennpunkte

Zahl der «Idai»-Todesopfer übersteigt 600

Mehr als eine Woche nach Zyklon «Idai» haben Nothelfer die Lage noch nicht im Griff. Das schiere Ausmaß der Katastrophe überwältigt sie. Jetzt rollt mehr Hilfe an. Das THW sorgt für Trinkwasser.



Überschwemmte Landschaft in Mosambik
Die von Zyklon «Idai» ausgelösten Überschwemmungen haben in Mosambik ganze Landstriche unter Wasser gesetzt.   Foto: INGC » zu den Bildern

Die Zahl der Todesopfer infolge des verheerenden Zyklons «Idai» in Südostafrika schnellt in die Höhe. Nach Regierungsangaben kamen in den drei betroffenen Ländern Mosambik, Malawi und Simbabwe mindestens 615 Menschen um.

Das sagte ein Sprecher des UN-Nothilfebüros (Ocha) in Genf. Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) baut seinen Einsatz stark aus.

«Das Ausmaß der Krise ist erschütternd», sagte der Generalsekretär der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), Elhadj As Sy, nach einem Besuch in der schwer beschädigten Stadt Beira in Mosambik. Dort behelfen sich mehr als 500.000 Menschen, die nicht genug zu essen oder sauberes Wasser haben. Es seien schon erste Cholerafälle gemeldet worden, sagte Sy. In den überfluteten Gebieten steige die Zahl der Malaria-Kranken. In stehendem Wasser können sich die Malaria übertragenden Mücken rasend schnell vermehren.

Nothelfer haben die Lage auch gut eine Woche nach dem verheerenden Sturm noch nicht im Griff. Die Überschwemmungen haben einen mehr als 125 Kilometer langen See geschaffen. In einige verwüstete Regionen seien immer noch keine Helfer vorgedrungen, berichtete das UN-Kinderhilfswerk Unicef. Im Katastrophengebiet wachse die Gefahr von Krankheiten. Dagegen will das deutsche Technische Hilfswerk (THW) vorgehen. Es hat Experten und zwei Anlagen zur Aufbereitung von Trinkwasser in die verwüstete Hafenstadt Beira geflogen. Die beiden Anlagen können bis zu 10.000 Liter Wasser pro Stunde aufbereiten.

Am 15. März hatte der Wirbelsturm Mosambik, Malawi und Simbabwe verwüstet und mit schweren Regenfällen weite Landstriche unter Wasser gesetzt. Nach Angaben der Regierung Mosambiks kamen dort mindestens 417 Menschen ums Leben, in Simbabwe waren es nach Regierungsangaben 139 und in Malawi 59, sagte ein Ocha-Sprecher in Genf. Die Zahlen stammten von den Regierungen, betonte er.

Unicef geht davon aus, dass mindestens 1,8 Millionen Menschen betroffen sind, davon die Hälfte Minderjährige. Die Zahl dürften aber weiter steigen, warnte es. Mindestens 600.000 haben laut WFP ihre Bleibe verloren. Allein in Beira seien 11.000 Häuser völlig zerstört worden, ebenso 2.600 Klassenzimmer und 39 Gesundheitszentren, so Unicef. Krankheiten bedrohten die Obdachlosen.

«Während die Suche und Rettung von Überlebenden weitergeht, müssen wir alles tun, um zu verhindern, dass durch Wasser übertragbare Krankheiten aus dem Desaster eine noch größere Katastrophe machen», sagte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore in Beira. Überschwemmungen, überfüllte Notunterkünfte, mangelnde Hygiene, stehendes Wasser und unsauberes Trinkwasser erhöhen nach Angaben von Unicef das Risiko von Cholera, Malaria und Durchfall.

Für das WFP rangiert die Sturmkatastrophe inzwischen in der Bedeutung auf einer Stufe mit großen Einsätzen wie im Jemen, in Syrien und im Südsudan. «Das beschleunigt den bereits großen Einsatz (von Helfern und Hilfsgütern)», wie das WFP mitteilte. Die UN- und andere humanitäre Helfer seien zwar seit Tagen im Einsatz, um Zehntausenden zu helfen, die alles verloren hätten. «Aber jetzt, da das unglaubliche Ausmaß der Schäden deutlich wird, steigt die Zahl der Menschen, die Hilfe brauchen, rapide», sagte WFP-Sprecher Herve Verhoosel in Genf. «Das WFP braucht dringend Geld, um hunderttausende mit sofortiger Überlebenshilfe zu versorgen.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 03. 2019
15:24 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Hochwasser und Überschwemmung Malaria Rotes Kreuz Sturmkatastrophen Technisches Hilfswerk Todesopfer Trinkwasser UNICEF UNO Verwüstung Zyklone
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Außenminister Maas besucht Beirut

12.08.2020

Maas besucht die Trümmer im Beiruter Hafen

Die verheerende Explosion in Beirut hat auch die deutsche Botschaft schwer getroffen. Außenminister Maas reist in die libanesische Hauptstadt, um den Mitarbeitern beizustehen. Von seinem Besuch geht aber auch eine politi... » mehr

Schwere Schäden in Griechenland

20.09.2020

Drei Tote nach Stürmen in Griechenland

An einen derart heftigen Sturm kann sich kaum ein Grieche erinnern. Mit zerstörerischer Kraft fegte «Ianos» an diesem Wochenende über die Westküste hinweg. Es war nicht das einzige Unwetter in Griechenland. » mehr

Wirbelsturm «Ianos»

19.09.2020

Wirbelsturm «Ianos»: Tote und schwere Schäden

Umgestürzte Bäume und Strommasten, weggeschwemmte Autos, Segelboote, die von Wind und Wellen an Land gespült werden. Der schwere Herbststurm «Ianos» in Griechenland fordert seine ersten Todesopfer. » mehr

Ort der Detonation

07.08.2020

Helfer bergen weitere Opfer in Beirut

Die Bergungsarbeiten in den Trümmern des Beiruter Hafens kommen nur langsam voran. Mittlerweile sind auch internationale Helfer im Einsatz. Doch die Hoffnung auf weitere Überlebende schwindet. » mehr

Zyklon in Mosambik

19.03.2019

Überschwemmungen in Mosambik - «Binnenmeere» entstanden

Das Ausmaß der Katastrophe in Mosambik ist immer noch nicht absehbar. Experten warnen angesichts steigender Flusspegel, dass sich die Lage weiter zuspitzt. Hilfsorganisationen wollen ihre Einsätze ausweiten. » mehr

Sturzfluten in Afghanistan

27.08.2020

Viele Tote durch Fluten in Afghanistan

Nach den verheerenden Sturzfluten in der afghanischen Provinz Parwan sterben in der zweiten Nacht in Folge viele Menschen. Die Behörden müssen an vielen Orten gleichzeitig Hilfe leisten. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall mit Kleintransporter auf der A70 Neudrossenfeld

Unfall mit Kleintransporter auf der A70 |
» 13 Bilder ansehen

Ein Abend unter Freunden - Alte Filzfabrik Hof

Ein Abend unter Freunden - Alte Filzfabrik | 29.08.2020 Hof
» 35 Bilder ansehen

Trainingslager der Faustball-Nationalmannschaft

Trainingslager der Faustball-Nationalmannschaft | 24.09.2020
» 19 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 03. 2019
15:24 Uhr



^