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Zwei weitere Leichen im Armbrust-Fall von Passau gefunden

Der bizarre Armbrust-Fall von Passau zieht weitere Kreise. Erst finden Mitarbeiter einer Pension in Bayern drei Tote, dann entdeckt die Polizei zwei weitere Leichen in einer Wohnung in Niedersachsen. In welchem Verhältnis standen die Opfer zueinander?



Leichenfund
Ein Mitarbeiter der Spurensicherung geht zum Tatort.   Foto: Christophe Gateau » zu den Bildern

Im Zusammenhang mit dem Passauer Armbrust-Fall haben Ermittler zwei weitere Leichen in Niedersachsen gefunden. Die toten Frauen seien in der Wohnung eines der drei Passauer Opfer in Wittingen im Landkreis Gifhorn entdeckt worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Passau.

Die Kriminalpolizei Gifhorn solle zu Hintergründen und zur Identität der Frauen ermitteln, teilten die Ermittler in Niederbayern mit. Das Haus, in dem die Leichen in Wittingen gefunden wurden, war am Montagnachmittag mit einem Flatterband abgesperrt. Mehrere Ermittler betraten nacheinander das Gebäude - ein zweigeschossiges Fachwerkhaus mit einem leerstehenden Geschäft im Erdgeschoss. Bei einer der beiden dort gefundenen Toten handelt es sich einem Polizeisprecher zufolge vermutlich um die Lebenspartnerin einer tot in Passau entdeckten 30-Jährigen. Wie die beiden Fälle zusammenhängen, war noch unklar.

Der Leichenfund in Passau hatte am Wochenende Aufsehen erregt. In einem Pensionszimmer hatten Mitarbeiter am Samstag drei tote Gäste gefunden. Die Ermittler stellten zunächst zwei Armbrüste sicher. Später wurde eine weitere Armbrust in einer Tasche gefunden. Hinweise auf eine Beteiligung weiterer Menschen gab es nach ersten Erkenntnissen nicht.

In den Körpern von zwei Toten, die in einem Doppelbett lagen, steckten mehrere Pfeile, wie der Passauer Oberstaatsanwalt Walter Feiler sagte. Die dritte Tote, die auf dem Boden lag, hatte einen Pfeil im Körper stecken. Was sich genau in dem Zimmer abspielte, sei weiterhin unklar. Die Leichen eines 53-jährigen Mannes und einer 33-jährigen Frau hätten Hand-in-Hand auf dem Bett gelegen, sagte Feiler.

In der Wohnung in Wittingen wurden - anders als in Passau - keine Armbrüste oder Pfeile gefunden, wie Polizeisprecher Thomas Reuter in Gifhorn sagte. «Die möglichen Zusammenhänge zu den Toten in Passau sind Gegenstand der Ermittlungen.» Beamte hatten die Leichen in Wittingen entdeckt, als sie die Lebenspartnerin der 30-Jährigen über deren Tod informieren wollten.

Eine Obduktion aller fünf Leichen soll weitere Erkenntnisse zu den Todesumständen liefern. Die Ergebnisse zu den Toten aus Passau sollten am Dienstag vorliegen.

Der 53-Jährige und die 33-Jährige waren dem Oberstaatsanwalt zufolge in einer Gemeinde im Westerwald in Rheinland-Pfalz gemeldet, die 30-Jährige in Wittingen. Laut Polizei war noch unklar, in welchem Verhältnis sie zueinander standen.

Nach Angaben eines Sprechers des Deutschen Schützenbundes (DSB) in Wiesbaden können Armbrüste ab dem 18. Lebensjahr frei erworben werden. Laut DSB sind in mehr als 14.200 Vereinen rund 1,35 Millionen Schützen organisiert. Dem Sprecher nach betreiben etwa 3000 Mitglieder Armbrustschießen.

Dem Waffengesetz nach fällt die Armbrust unter die «Schusswaffen gleichgestellten Gegenstände», teilte ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums in München am Montag mit. «Erwerb und Besitz sowie Führen von Armbrüsten sind nach dem Waffengesetz erlaubnisfrei.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
13. 05. 2019
17:16 Uhr

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13. 05. 2019
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