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Faktencheck

Der Präsident, die Nobelpreis-Nominierung und die Medien

Immer wieder schimpft der US-Präsident über die Medien, die angeblich Fake News verbreiten. Für ihn ist es somit wohl logisch, dass sie auch nicht angemessen über seine Nobelpreis-Nominierung berichten.



US-Präsident Trump
Donald Trump im Walter-Reed-Militärkrankenhaus. Der US-Präsident beschwert sich darüber, dass die Medien nicht angemessen über seine Nominierung zum Friedensnobelpreis berichten.   Foto: Tia Dufour/The White House/AP/dpa

Als er von einem norwegischen Abgeordneten für den Friedensnobelpreis nominiert wird, erwartet US-Präsident Donald Trump offenbar eine Huldigung durch die Medien. Dabei ist die Nominierung für einen US-Präsidenten nicht außergewöhnlich.

BEHAUPTUNG: Die Medien haben nicht angemessen über Trumps Nominierung für den Friedensnobelpreis berichtet.

BEWERTUNG: Das ist irreführend.

FAKTEN: Der Auswahlprozess des Friedensnobelpreises unterscheidet sich deutlich von dem der anderen Nobelpreise: Während bei diesen das zuständige Komitee Kandidaten und Gewinner bestimmt, kann grundsätzlich jede Person oder Organisation für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen werden.

Zu einem Vorschlag berechtigt sind etwa Mitglieder von Regierungen und Parlamenten, Universitätsprofessoren sowie alle Personen und Institutionen, die den Preis bereits zuerkannt bekommen haben. Die Nominierung als solche solle deshalb nicht als Ehrung verstanden werden, schreibt das Friedensnobelpreis-Komitee auf seiner Seite. In diesem Jahr gibt es 318 Kandidaten für den Preis (211 Personen und 107 Organisationen).

Dennoch beschwerte sich Trump mehrfach öffentlich darüber, dass die Medien nicht angemessen über seine Nominierung berichtet hätten. «Sie erwähnten es in der ganzen Sendung nicht», sagte der US-Präsident etwa bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Ohio am 21. September. «Ich wurde für den Friedensnobelpreis nominiert - und sie berichteten nicht darüber.» Bei Barack Obama sei es «die größte Geschichte» gewesen, die er je gesehen habe.

Der frühere US-Präsident Obama aber wurde nicht nur nominiert, sondern mit dem Preis ausgezeichnet. Erst daraufhin gab es ein großes Medienecho, wie bei jedem verliehenen Friedensnobelpreis. Zudem vermeldeten amerikanische und internationale Medien Trumps Nominierung durch den norwegischen Abgeordneten Christian Tybring-Gjedde durchaus. Die Berichterstattung erfüllte nur die Erwartungen des US-Präsidenten nicht - der eine Nominierung offenbar mit dem Gewinn des Preises gleichsetzt.

Trump wurde für den Preis 2021 nominiert. Es wird aber davon ausgegangen, dass ihn auch jemand für den diesjährigen Preis aufgestellt hat. Offiziell verkündet hat das nur keiner - und die Nobel-Institutionen halten die Namen traditionell 50 Jahre lang geheim.

© dpa-infocom, dpa:201008-99-867805/2

Veröffentlicht am:
08. 10. 2020
09:56 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
08. 10. 2020
09:56 Uhr



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