Topthemen: Hofer Kaufhof wird HotelHilfe für NachbarnBenefiz-BallStromtrasse durch die RegionGrabung bei NailaGerch

Computer

Smart Home: Experten warnen vor Sicherheitsproblemen

Willkommen in der vernetzten Welt: Wer in diesen Tagen über die Elektronikmesse IFA läuft, bekommt einen Eindruck davon, wie Smart Home heute und in der Zukunft aussehen wird. Der Chaos Computer Club warnt derweil vor Sicherheitslücken.



Smart Home
Der Chaos Computer Club warnt im Zusammehang mit dem «Smart Home» vor Sicherheitsproblemen.   Foto: Soeren Stache/Symbolbild

Intelligente Kühlschränke, die Lebensmittel erkennen, oder vernetzte Waschmaschinen, die neue Tabs bestellen, wenn der Vorrat zu Neige geht. Dazu intelligente Beleuchtungssysteme, Video-Überwachung oder Sprachassistenten.

Auf der Elektronikmesse IFA in Berlin werden derzeit die neuesten Smart-Home-Entwicklungen präsentiert. Die Branche verspricht Verbrauchern mit den vernetzten Geräten unter anderem mehr Komfort und eine effizientere Energienutzung. Doch Experten warnen auch vor Sicherheitsproblemen.

«Bei den Geräten haben wir es mit Computern zu tun, die oftmals auf billige Weise produziert wurden», sagte Linus Neumann, Sprecher des Chaos Computer Clubs der Deutschen Presse-Agentur. «Der Preisdruck in der Branche geht oft zu Lasten der Sicherheit, im Speziellen zu Lasten der Softwarequalität und der Nachsorge.»

«Verbraucher müssen in der Lage sein, auch noch in fünf bis zehn Jahren Sicherheitsupdates durchzuführen.» Doch leider mangele es bei vielen Herstellern an dieser Nachsorge. Konsequenz sei, dass die Nutzer entweder die Produkte ohne Updates weiterbetrieben oder diese gegen neue Geräte austauschten. «Das geht dann entweder zu Lasten der Sicherheit oder zu Lasten der Umwelt und Nachhaltigkeit.»

Dass der vernetzte Haushalt hierzulande kein Nischenphänomen mehr ist, zeigt eine Studie des Branchenverbands Bitkom von Anfang August. Demnach hat jeder vierte Deutsche mindestens eine Smart-Home-Anwendung im Haushalt installiert.

37 Prozent der Befragten planen, innerhalb der nächsten zwölf Monate ein Smart-Home Gerät anzuschaffen, besonders gefragt sind dabei über das Internet gesteuerte Heizungsthermostate (29 Prozent). Smarte Staubsauger (15 Prozent) und Gartengeräte (12 Prozent) liegen noch vor Sprachassistenten (10 Prozent). Künftig würden Smart-Home-Anwendungen in deutschen Haushalten so selbstverständlich, wie Strom, Licht und fließendes Wasser sein, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg.

Doch einige Verbraucher haben auch Sicherheitsbedenken. So fürchten 26 Prozent der Befragten, die noch keine Smart-Home-Anwendungen gekauft haben, Hackerangriffe. Ebenfalls etwa ein Viertel hat Angst um die Privatsphäre oder vor einem Missbrauch der persönlichen Daten.

Derweil fordert der Chaos Computer Club von der Politik, Hersteller stärker in die Verantwortung zu nehmen. So solle es eine gesetzliche Verpflichtung für Sicherheitsupdates geben. Sinnvoll sei auch eine Kennzeichnungspflicht für eine Art Verfallsdatum, beispielsweise: «Dieses Gerät ist mindestens fünf Jahre mit Updates versorgt.»

Auch Marco Preuß, Leiter des europäischen Forschungs- und Analyse-Teams bei Kaspersky Lab, spricht sich für verpflichtende Standards aus: «Was bringt es mir, wenn ich mir beispielsweise eine Waschmaschine kaufe, für die ich ein halbes Jahr Updates bekomme, die ich aber 15 Jahre nutze.»

Was fehle, sei das nötige Bewusstsein beim Kunden sowie entsprechende Regularien am Markt: «Ich vergleiche das immer mit dem Autokauf. Ich würde mir doch auch keinen Wagen zulegen ohne Sicherheitsgurte und Bremsen. Ich kann es auch gar nicht, weil das alles vorgeschrieben ist», sagt Preuß. Im IT-Bereich könne man dagegen jedes x-beliebige Produkt kaufen und ans Netz anschließen. Bei unsicheren Geräten sei das durchaus problematisch. «Kriminelle können nicht nur Angriffe durchführen, die mich direkt betreffen. Sie können mich auch als Hilfsmittel nutzen, um Angriffe gegen andere durchzuführen.»

Und CCC-Sprecher Neumann sagt: Generell sollten sich die Verbraucher darüber im Klaren sein, dass mit Hilfe der Geräte Daten gesammelt und übertragen werden. Sie sollten sich fragen, ob dieser Bereich auch noch zu Kommerzzwecken genutzt werden muss. «Es gibt kaum mehr Bereiche auf die großen Datensammler keinen Zugang mehr haben»», erklärt Neumann. «Produkte wie der Herd oder die Spülmaschine werden zu den neuen Datenquellen der großen Konzerne.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 08. 2018
16:27 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Chaos Chaos Computer Club Deutsche Presseagentur Experten Gefahren Nachsorge Sicherheits-Updates Sicherheitslücken Sicherheitsprobleme
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Sprachassistenten

01.09.2018

Sprachsteuerung verdrängt die Fernbedienung

Wenn sie nicht gerade in der Sofaritze verschwunden ist, hat die Fernbedienung auf vielen Couchtischen noch einen festen Platz. Doch Experten sagen dem Gerät das Ende voraus. Ob sich damit jedoch der Streit um die Fernbe... » mehr

Elektronikmesse IFA

31.08.2018

Hausgeräte auf der IFA: Vernetzung gehört zum guten Ton

Selbst den Toaster wird es noch erwischen: Hausgeräte sind vernetzt - und werden «intelligent». Das Smart Home ist nicht neu, aber die Hersteller arbeiten an neuen Service-Angeboten. Sprachassistenten und Künstliche Inte... » mehr

Whatsapp

11.10.2018

Whatsapp per Videoanruf angreifbar: Version prüfen und updaten

Whatsapp weist eine schwerwiegende Sicherheitslücke auf, über die Angreifer mit einem einzigen Videoanruf das gesamte Smartphone kapern können. » mehr

Notebook

27.09.2018

Experten decken Sicherheitslücke in vielen Notebooks auf

Der IT-Sicherheitsspezialist Eset hat eine schwerwiegende Sicherheitslücke aufgedeckt, die Windows-Notebooks diverser großer Hersteller ab Baujahr 2006 betreffen könnte. Es gehe um bis zu einer Milliarde Geräte. » mehr

YouTube-Chefin Susan Wojcicki

23.10.2018

YouTube ruft zu Protest gegen EU-Urheberrechtspläne auf

Seit das Europarlament im September seinen Vorschlag für das neue EU-Urheberrecht verabschiedete, gibt es Kritik aus der Tech-Branche und von Netzexperten. Die Chefin von Googles Videoplattform YouTube geht jetzt noch ei... » mehr

Cybersicherheit

12.09.2018

Web-Schwachstelle: Forscher erstellen falsche Webzertifikate

Forscher aus Darmstadt haben eine Sicherheitslücke im Internet offengelegt, durch die in vermeintlich geschützten Online-Verbindungen wertvolle Daten wie Passwörter abgegriffen werden können. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Faschingsauftakt Helmbrechts

Faschingsauftakt Helmbrechts | 19.11.2018 Helmbrechts
» 23 Bilder ansehen

Blaulicht-Party

Blaulicht-Party | 16.11.2018
» 45 Bilder ansehen

Starbulls Rosenheim - Selber Wölfe 3:2 Rosenheim

Starbulls Rosenheim - Selber Wölfe 3:2 | 18.11.2018 Rosenheim
» 40 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 08. 2018
16:27 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".