Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimJubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"BlitzerwarnerCoronavirus

Computer

Facebook-Managerin Sandberg: Wir haben uns geändert

Nach dem Horror-Jahr für Facebook nutzt Top-Managerin Sheryl Sandberg die DLD-Konferenz in München, um den Wandel des Online-Netzwerks zu betonen. Es ist ein Monolog, Fragen sind nicht vorgesehen.



Innovationskonferenz DLD
«Wir sind nicht dasselbe Unternehmen wie 2016 oder auch noch vor einem Jahr», sagte Sandberg bei der Innovationskonferenz DLD. Foto: Lino Mirgeler   Foto: dpa

Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg hat bei einem Auftritt in München versichert, dass sich das Online-Netzwerk nach dem jüngsten Datenskandal und der Krise um Polit-Propaganda aus Russland geändert habe.

«Wir sind nicht dasselbe Unternehmen wie 2016 oder auch noch vor einem Jahr», sagte Sandberg am Sonntag auf der Innovationskonferenz DLD. Facebook unternehme mehr gegen hasserfüllte Beiträge und die Manipulation der öffentlichen Meinung, zählte die für das operative Geschäft zuständige Top-Managerin auf.

Zudem habe das soziale Netzwerk den Nutzern mehr Kontrolle über ihre Privatsphäre gegeben und den Datenschutz verbessert. Gleichzeitig sei Facebook bewusst, dass die Firma noch mehr tun müsse, um die Risiken vorherzusehen, die bei der Vernetzung von so vielen Menschen entstehen.

Mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wolle Facebook weiter arbeiten, um künftige Wahlen sicherer zu machen, sagte Sandberg. Facebook hatte bereits vor der vergangenen Bundestagswahl tausende Accounts gelöscht, die möglicherweise zur Manipulation der öffentlichen Meinung missbraucht werden sollten.

Facebook war im vergangenen Jahr vor allem nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica in seine schwerste Krise geschlittert. Schon seit der US-Präsidentenwahlen 2016 steht das Online-Netzwerk zudem in der Kritik, weil es zu einfach war, über die Plattform die öffentliche Meinung zu manipulieren. Sandberg, die beim Online-Netzwerk auch für politische Fragen zuständig ist, geriet selbst unter Erklärungsdruck, nachdem bekannt wurde, dass Facebook eine PR-Firma engagiert hatte, um Kritiker in schlechtes Licht zu rücken.

Sandberg nutzte den Auftritt auch dafür, ausdrücklich das Geschäftsmodell und die Funktionsweise von Facebook die verteidigen. Die Facebook-Werkzeuge, die von wenigen missbraucht worden seien, seien auch die selben, die so vielen anderen Gutes bringen könnten. «Und dafür lohnt es sich, zu kämpfen.» Sandberg verwies auch - wie schon oft zuvor - auf die Geschäftsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen auf der Facebook-Plattform.

Die Managerin, die als eine Architektin des Facebook-Geschäftsmodells und rechte Hand von Gründer und Chef Mark Zuckerberg gilt, trat auf der DLD mit einem Vortrag zum Thema «Welches Internet wollen wir?» auf. Es müsse ein Internet sein, in dem sich die Menschen frei ausdrücken, aber auch sicher fühlen könnten, sagte Sandberg. Nach ihrem vorbereiteten Auftritt verließ sie sofort die Bühne. Ein Interview auf der Bühne - dem sich seinerzeit zum Beispiel auch ein heftig umstrittener Manager wie Uber-Mitgründer Travis Kalanick gestellt hatte - gab es nicht.

Sandberg plant bei ihrer Europa-Reise auch diverse Treffen mit ranghohen deutschen Politikern. Sie in den nächsten Tagen in Berlin unter anderem mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Justizministerin Katarina Barley (SPD) und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sprechen.

Vor Sandbergs DLD-Auftritt kündigte Facebook an, dass das Online-Netzwerk die Erforschung ethischer Fragen rund um künstliche Intelligenz in München mit 7,5 Millionen Dollar unterstützen wird. Das Geld soll an das neue unabhängige Institut für Ethik in künstlicher Intelligenz in einer Partnerschaft mit der Technischen Universität München über einen Zeitraum von fünf Jahren fließen.

Das Institut wolle diverse Aspekte künstlicher Intelligenz wie Fairness, Transparenz und Sicherheit untersuchen. Die Ergebnisse sollen Gesellschaft, Wirtschaft sowie Gesetzgebern zur Verfügung gestellt werden. Von Facebook kommt die Anschubfinanzierung, das Institut will sich aber auch um Geld von weiteren Partnern bemühen. Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler begrüßte das Engagement von Facebook.

Die Ausbreitung lernender Maschinen und künstlicher Intelligenz wirft immer mehr auch ethische Fragen auf. Dazu gehört zum Beispiel, inwieweit Vorurteile von Entwicklern in Algorithmen einfließen und von ihnen verstärkt werden könnten. Inzwischen wurden bereits Fälle bekannt, in denen zum Beispiel Software für Finanzdienstleistungen oder zur Auswahl von Job-Bewerbern einzelne soziale oder ethnische Gruppen diskriminierte.

Facebook steht auch im Zentrum dieser Debatten, zum Beispiel mit dem Vorwurf der sogenannten Filterblase, in der Nutzer von der Software nur Informationen aufgetischt bekommen, die ihre Weltsicht verstärken. Facebook setzt - genauso wie zum Beispiel auch Google - zudem auf künstliche Intelligenz, um Inhalte mit Hassrede oder Terrorpropaganda zu finden und zu löschen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 01. 2019
15:56 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Annegret Kramp-Karrenbauer Bernd Sibler Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik CDU Datenskandale Facebook Google Institute Intelligenz Katarina Barley Künstliche Intelligenz Ludwig-Maximilians-Universität München Manipulation Mark Zuckerberg Peter Altmaier SPD Software Technische Universität München Öffentliche Meinung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Suchmaschine

10.09.2020

Google: Strengere Qualitätskontrolle für Suchergebnisse

Google will in seinem Kerngeschäft - der Suchmaschine - für Verlässlichkeit sorgen. Eine Änderung betrifft neue Vorgaben für die sogenannte Autovervollständigung. » mehr

Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt

09.09.2020

Kartellamt soll mehr Befugnisse gegen Digitalkonzerne bekommen

Im Internet sind Digitalkonzerne wie Google und Amazon nahezu allgegenwärtig. Die Bundesregierung will nun per Gesetz verhindern, dass solche Internetriesen ihre Marktmacht ausnutzen. Die deutsche Industrie fürchtet alle... » mehr

Margrethe Vestager

18.09.2020

EU: Mit Supercomputern ins «digitale Jahrzehnt»

Europäische Cloud, europäische E-Identität, neue Supercomputer: Die EU-Kommissionschefin von der Leyen will digital hoch hinaus. Nun wird ihre Behörde konkret. » mehr

Login

24.06.2020

Experten für Umdenken bei Passwort-Regeln

Mindestens acht Zeichen, Groß- und Kleinbuchstaben, mindestens eine Ziffer und ein Sonderzeichen: Komplizierte Passwortregeln nerven viele Benutzer. Ginge es nach den Experten, sollten Passwortregeln weniger komplex sein... » mehr

Facebook-Logo

07.10.2019

Von Facebook finanziertes Ethik-Institut in München eröffnet

Das von Facebook finanzierte Institut zur Erforschung ethischer Fragen rund um künstliche Intelligenz ist in München eröffnet worden. » mehr

Amazon

11.06.2020

Amazon setzt Polizei-Kooperation bei Gesichtserkennung aus

Inmitten der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA überdenken amerikanische Tech-Konzerne die Versorgung von Behörden mit Gesichtserkennungs-Software. Erst stieg IBM ganz aus dem Geschäft aus, jetzt macht... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Hofer Herbstmarkt 2020 - Samstag

Hofer Herbstmarkt 2020 - Samstag | 26.09.2020 Hof
» 10 Bilder ansehen

Ein Abend unter Freunden - Alte Filzfabrik Hof

Ein Abend unter Freunden - Alte Filzfabrik | 29.08.2020 Hof
» 35 Bilder ansehen

Trainingslager der Faustball-Nationalmannschaft

Trainingslager der Faustball-Nationalmannschaft | 24.09.2020
» 19 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 01. 2019
15:56 Uhr



^