Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

Computer

Fußballer und ihr Umgang mit Social Media

Über ihre Social-Media-Kanäle erreichen Deutschlands Top-Fußballer Millionen Follower. Mit einem falschen Tweet, Bild oder Video kann da in Windeseile ein Shitstorm entstehen. Was geben Vereine ihren Spielern im Umgang mit den sozialen Netzwerken vor?



Thomas Müller
Der Umgang mit den Social-Media-Kanälen ist auch für Spitzenkicker wie Thomas Müller mehr denn je eine Gratwanderung.   Foto: Andreas Gebert

Die Sache mit dem Gold-Steak ist für Thomas Müller der beste Beweis. «Mit den sozialen Medien ist es nicht so einfach», sagt der Fußball-Nationalspieler.

Der Umgang mit den Social-Media-Kanälen ist auch für Spitzenkicker mehr denn je eine Gratwanderung, wie auch der jüngste Wirbel um ein Internet-Video von Müllers Bayern-Kollege Franck Ribéry und dessen vergoldetem Stück Fleisch zeigte. Das Dribbeln zwischen authentischer Fan-Nähe, Einblicken ins Privatleben und kritischen Nutzer-Kommentaren führt nicht selten zum Eigentor.

«Die Gesellschaft legt fest, was man darf und was nicht», sagt Bayern-Star Müller, dem viele Millionen bei Twitter, Facebook und Instagram folgen. Es werde dort oft gepöbelt und das zum Teil «unter aller Kanone», berichtet der Münchner Torjäger. Durch die Anonymität sinke die Hemmschwelle. Freiburgs Trainer Christian Streich ist auch deshalb selbst nicht in den sozialen Netzwerken unterwegs. «Mir ist das zu viel Aggression», erzählte er gerade dem ZDF.

Fotos oder Videos können schnell zum Shitstorm führen. Fußballer sind privilegiert, werden im deutschen Profi-Sport im Vergleich am besten bezahlt. Bilder vom neuen Auto, teuren Klamotten oder vergoldeten Steaks gefallen nicht jedem. Mancher Spieler wirkt in dieser Situation überfordert oder auch zu selbstbewusst. «Wenn man drei Millionen Follower hat, entsteht ein Machtgefühl», sagt der Hamburger Digital-Berater Martin Fuchs.

Der ehemalige Handballer Stefan Kretzschmar indes prangerte zuletzt an, für Leistungssportler gebe es keine Meinungsfreiheit mehr. Nichts mehr sagen können? Nichts mehr zeigen dürfen?

Fuchs bezweifelt, dass Fußballclubs keinen Einfluss darauf nehmen, was ihre Spieler in ihren Socia-Media-Kanälen veröffentlichen. «Ich habe eher das Gefühl, dass es seit sehr vielen Jahren klare Leitlinien im Profifußball gibt, was sie dürfen und was nicht und die Vereine sie da an die relativ kurze Leine nehmen.»

Laut Ulf Baranowsky, Geschäftsführer der Fußball-Spielergewerkschaft VDV, gibt es in den Musterarbeitsverträgen der Profis klare Regeln zu öffentlichen Äußerungen der Spieler. Der Umgang mit diesen Regelungen werde in der Praxis aber unterschiedlich gehandhabt. «Aufgrund der Vielfalt an Möglichkeiten, sich über Social Media zu äußern, ist es insbesondere für kleinere Clubs nicht leicht, die Kontrolle darüber zu behalten, was einzelne Spieler dort posten», sagt Baranowsky jedoch auch. Von der Deutschen Fußball Liga gibt es keine Social-Media-Richtlinien, die an die Vereine weitergegeben werden.

Eine Reihe von Fußball-Bundesligisten gibt wie auch der Deutsche Olympische Sportbund offiziell keine klar umrissenen eigenen Richtlinien aus, was im Internet gepostet werden darf und was nicht. Während das IOC seinen Olympioniken vorschreibt, auf politische Propaganda oder Werbung zu verzichten, behilft sich ein Club wie die TSG Hoffenheim mit einer Empfehlungsliste. Fotos von den neuesten Sportklamotten, die nicht vom Ausrüster kommen, sollten demnach besser nicht veröffentlicht werden.

Beim Zweitliga-Spitzenreiter Hamburger SV haben die Profis selbst einen Strafenkatalog erstellt. Falls Spieler wiederholt Bilder aus der Kabine oder dem Mannschaftsbus posten, muss in die Mannschaftskasse eingezahlt werden.

Wer seine Kanäle auf Facebook, Twitter oder Instagram regelmäßig mit neuen Infos, Bildern und Videos bespielen will, hat damit viel Arbeit. Ein Aufwand, den viele Spieler nicht komplett allein übernehmen. «Spitzenspieler werben nicht selten für private Sponsoren und lassen deshalb ihre Social-Media-Kanäle in der Regel von Beratungsunternehmen betreuen. Manche Spieler stellen Inhalte aber auch selbst ein», sagt Baranowsky. «Der Spieler muss den Account nicht selber pflegen mit Inhalt. Er sollte aber wissen, was auf seinem Kanal passiert», meint Fuchs. Sonst droht schnell der nächste Shitstorm.

Veröffentlicht am:
23. 01. 2019
11:03 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Der Spieler Deutscher Olympischer Sportbund Facebook Franck Ribéry Fußballnationalspieler Fußballspieler Fußballvereine Hamburger SV Instagram Internationales Olympisches Komitee Profifußball Social Media Sozialbereich Soziale Netzwerke Stefan Kretzschmar TSG Hoffenheim Thomas Müller Twitter Vereine Videos ZDF
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Datenschutz

28.11.2019

Datenschutz-Mängel bei Online-Plattformen gravierend

Viele bekannte Online-Plattformen erfüllen einer Studie zufolge die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nur unzureichend. » mehr

Facebook, Instagram und Whatsapp

04.07.2019

Probleme bei Facebook, Instagram und Whatsapp gelöst

Nutzer von Facebook, Instagram und WhatsApp konnten stundenlang keine Fotos und Videos hochladen. Das Problem wurde inzwischen weitgehend behoben. Auf die Frage nach den eigentlichen Ursachen der Störung gibt es bislang ... » mehr

Singapur

30.11.2019

Fake-News-Gesetz in Singapur: Facebook berichtigt Beitrag

Um einem umstrittenen Gesetz gegen die Verbreitung vermeintlich falscher Nachrichten («Fake News») im Internet in Singapur Folge zu leisten, hat Facebook einen von der Regierung beanstandeten Nutzerbeitrag mit einem Beri... » mehr

Mädchen mit Smartphone

28.05.2019

Umfrage: Smartphones für Kinder selbstverständlich

Smartphones sind fester Bestandteil des Alltags von Kindern. Und die ersten Schritte im Internet machen viele Kinder einer Umfrage zufolge bereits im Alter von 6 bis 7 Jahren. Höchste Zeit für die Vermittlung von Medienk... » mehr

Facebook

05.09.2019

Facebook startet Partnersuche in den USA

Facebook startet eine Angriff auf Tinder: In den USA können Nutzer des sozialen Netzwerks nun einen Dating-Dienst nutzen. Europäer sollen ab 2020 mitmachen dürfen. » mehr

Russland schafft eigenes "Staatsnetz"

01.11.2019

Russland schafft eigenes «Staatsnetz»

Der Protest war laut, die Kritik scharf - nun verstärkt der russische Staat seine Kontrolle über das Internet. Ein vom weltweiten Netz unabhängiges «Runet» soll entstehen. Kritiker sehen darin einen Angriff auf die Freih... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Adventskonzert Dr.-Martin-Luther-Kirche Wüstenselbitz

Adventskonzert Dr.-Martin-Luther-Kirche Wüstenselbitz | 02.12.2019 Wüstenselbitz
» 7 Bilder ansehen

2000er-Party Susi Weißenstadt

2000er-Party Susi Weißenstadt | 30.11.2019 Weißenstadt
» 49 Bilder ansehen

ERC Bulls Sonthofen - Selber Wölfe

ERC Bulls Sonthofen - Selber Wölfe | 01.12.2019 Sonthofen
» 48 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
23. 01. 2019
11:03 Uhr



^