Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimJubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"BlitzerwarnerCoronavirus

Computer

EU-Sicherheitskommissar warnt vor chinesischer IT-Dominanz

Sicherheitsexperten befürchten durch die Dominanz chinesischer Hersteller in der Informationstechnologie eine wachsende Abhängigkeit. Das sei riskant, sagt nun auch ein EU-Kommissar - und fordert engere Zusammenarbeit in Europa.



Julian King
EU-Sicherheitskommissar Julian King: «Wir müssen weiter gehen als bisher und schneller sein.»   Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP

Die EU-Kommission sieht chinesische Dominanz in der Informationstechnologie als potenzielles Sicherheitsrisiko für Europa.

Neunzig Prozent aller IT-Geräte würden in Asien hergestellt, China kontrolliere den Großteil der für die Fertigung von IT-Geräten notwendigen Rohstoffe, sagte EU-Sicherheitskommissar Julian King in München. China investiert nach Kings Worten zudem ein Vielfaches der in Europa ausgegebenen Summen in künstliche Intelligenz. «Ein solches Niveau der Abhängigkeit schafft Risiken», sagte der britische Politiker bei einer Cyberkonferenz im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz an diesem Wochenende.

Auch im Streit um eine Beteiligung des chinesischen IT-Ausrüsters Huawei am Aufbau der europäischen 5G-Netze schlug King skeptische Töne an. «Aus meiner Sicht ist es höchste Zeit für Europa, manche Entscheidungen zu treffen.» So müsse diskutiert werden, ob es sinnvoll sei, wenn einzelne europäische Länder den Aufbau des 5G-Netzes einzelnen Unternehmen überließen, sagte King. Der Sicherheitskommissar nannte Huawei in dieser Passage seiner Rede nicht namentlich, doch ist der chinesische Konzern Weltmarktführer bei der Netzwerkausrüstung. King forderte ganz generell engere europäische Zusammenarbeit in der Cybersicherheit: «Wir müssen weiter gehen als bisher und schneller sein», sagte der Brite.

Die USA, Japan, Australien, Neuseeland und mehrere andere Länder haben Huawei wegen Sicherheitsbedenken mittlerweile ganz oder teilweise von sicherheitsrelevanten Telekom-Netzen ausgeschlossen. Der Anlass: Auf Basis des chinesischen Geheimdienstgesetzes können jeder Bürger und jede Organisation verpflichtet werden, Informationen preiszugeben. Der Bund hatte im vergangenen Sommer bereits den Einstieg des staatlichen chinesischen Stromnetzkonzerns SGCC in das deutsche Stromnetz blockiert.

Die deutschen Cyberwächter wollen öffentlich keine Empfehlung für oder gegen den Ausschluss des chinesischen Mobilfunkausrüsters Huawei vom Aufbau des 5G-Netzes aussprechen. «Das ist eine politische Entscheidung, sagte Arne Schönbohm, Chef des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf einer separaten Veranstaltung in München. Aufgabe des BSI sei es, eine sichere Netzwerkarchitektur zu gewährleisten.

Das BSI will bei den technischen Anforderungen für die 5G-Technologie sicherstellen, dass ein möglicher Angriff keinen Kollaps des Netzes zur Folge hätte: «Ich möchte, dass wir nicht einen Single Point of Failure einbauen», sagte Schönbohm. Mit diesem Fachbegriff werden Systemkomponenten oder Systempfade bezeichnet, durch die im Fehlerfall das System nicht mehr betriebsbereit ist. BSI und Bundesnetzagentur seien dabei, den Anforderungskatalog zu überarbeiten, sagte Schönbohm. Er wolle eine einheitliche Sicherheitsarchitektur, «so dass Fremdsteuerung nach Möglichkeit ausgeschlossen werden kann.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 02. 2019
17:09 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik Bundesnetzagentur Chinesische Konzerne EU-Kommissare Europäische Kommission Gefahren Huawei Informationstechnik Münchner Sicherheitskonferenz Produktionsunternehmen und Zulieferer Sicherheitsexperten
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Markus Haas

11.06.2020

Telefónica: Staatliche Mobilfunkgesellschaft nicht notwendig

Der Bundesregierung geht der Ausbau der Mobilfunknetze zu langsam voran. Deshalb hat sie die Gründung einer staatlichen Gesellschaft angekündigt, die den Ausbau vorantreiben soll. In der Branche hält man das nicht für ei... » mehr

Netzwerkkabel

01.07.2020

Medien: Tausende Server haben Sicherheitslücken

Server geraten besonders ins Visier von Kriminellen, die Daten ausspionieren wollen. Angesichts der vielen Schwachstellen haben die Angreifer derzeit leichtes Spiel, warnen Experten. » mehr

Login - Passwort

04.02.2020

BSI verabschiedet sich vom regelmäßigen Passwort-Wechsel

Lange Zeit wurde empfohlen, seine Passwörter regelmäßig zu ändern. Davon rückt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik nun ab. Ein wichtiger Schritt, sagt ein Experte. » mehr

Apple Store in München

25.09.2020

EU-Kommission legt Berufung gegen Apple-Urteil ein

Wieviel des in Irland erwirtschafteten Geldes hätte Apple auch dort versteuern müssen? Darüber streitet die EU mit dem iPhone-Hersteller seit Jahren. Eine Milliarden schwere Nachzahlung war längst vom Tisch. Nun kommt de... » mehr

Personalausweis

23.07.2020

Elektronischer Personalausweis soll auf Samsung-Smartphones kommen

Der Personalausweis könnte bald für einige Smartphone-Nutzer auch elektronisch verfügbar sein. Samsung startet ein Pilot-Projekt. » mehr

Apple-Event in Cupertino

15.09.2020

Wie Apple den Smartwatch-Markt beherrscht

Bei der Präsentation der Apple Watch wurde die Computeruhr von manchen Beobachtern noch als Gimmick für Nerds belächelt. Sechs Jahre später hat sie mit ihren Fitness- und Gesundheitsfunktionen eine große Nutzer-Basis gew... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Scherbenmeer auf der Autobahn A 70/Unterbrücklein

Scherbenmeer auf der A 70 | 28.09.2020 A 70/Unterbrücklein
» 5 Bilder ansehen

Premierenfeier Theater Hof

Premierenfeier Theater Hof | 26.09.2020 Hof/Selb
» 14 Bilder ansehen

Trainingslager der Faustball-Nationalmannschaft

Trainingslager der Faustball-Nationalmannschaft | 24.09.2020
» 19 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 02. 2019
17:09 Uhr



^