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Huawei setzt Preisrekord mit seinem faltbaren Smartphone

Der Wettlauf um die Zukunft des Smartphones ist eröffnet: Nach Samsung schickt auch Huawei sein faltbares Gerät Mate X ins Rennen. Nicht nur im Design will das chinesische Unternehmen seinen Rivalen «toppen» - das Mate X ist auch noch einmal merklich teurer.



Mate X
Das Huawei Mate X lässt sich zu einem in etwa quadratischen Tablet aufklappen.   Foto: Andrej Sokolow

Wenige Tage nach Samsung trumpft der chinesische Anbieter Huawei ebenfalls mit einem neuartigen faltbaren Smartphone auf. Das Huawei Mate X lässt sich zu einem in etwa quadratischen Tablet mit einer Bildschirmdiagonale von 8 Zoll (gut 20 cm) aufklappen.

Es dürfte das bisher teuerste Smartphone sein: Das Mate X wird in der günstigsten Ausstattung 2299 Euro kosten - und ist damit rund 300 Euro teurer als das Konkurrenzmodell von Samsung.

Samsungs faltbares Smartphone «Galaxy Fold» hat zwei Displays: Eines ist auf der Außenseite für die Nutzung als Smartphone, der Tablet-Bildschirm auf der Rückseite lässt sich hingegen wie ein Buch auf- und zuklappen. Huawei entschied sich für ein anderes Konzept: Das Tablet-Display wird so umgeknickt, dass es außen bleibt und auf beiden Seiten in halber Größe genutzt werden kann. Wenn man das zusammengeklappte Telefon in der Hand hält, bleibt jeweils der Bildschirm auf der unteren Seite deaktiviert. Zugleich aber kann man dank dem zweiten Display zum Beispiel Personen, die man gerade fotografiert, das Live-Bild der Kamera sehen lassen.

Zeitlich lässt Huawei seinem großen Konkurrenten Samsung den Vortritt: Die Südkoreaner gehen Ende April an den Start, das Mate X soll Mitte des Jahres auf den Markt kommen.

Das Mate X sei das schnellste faltbare Smartphone, das auch den neuen Mobilfunkstandard 5G unterstütze, unterstrich Huawei auf dem Mobile World Congress in Barcelona am Sonntag. Huawei ist beim Aufbau des superschnellen Netzes aktuell ein führender Netzwerkausrüster, steht im Westen allerdings wegen Sicherheitsbedenken unter Druck.

Zusammengefaltet wird das Mate X mit einem speziell entwickelten Gelenk, dessen Design. Es handele sich um eine ausgefeilte Technologie aus mehr als hundert Komponenten, an der die Entwickler über drei Jahre gearbeitet hätten, sagte der Chef von Huaweis Verbrauchergeschäft, Richard Yu. Dass beim zusammengeklappten Zustand kein Zwischenraum entstehe, sei eine Herausforderung «gegen die physikalischen Gesetze» gewesen. Huawei habe viele Patente für die Technologie bekommen, sagte Yu. Das Gelenk sei für 100 000 Falt-Vorgänge ausgelegt.

Die Komplexität des Falt-Systems sei auch ein Grund für den hohen Preis, sagte Yu. Er hoffe, dass Huawei die Kosten zum Jahreswechsel etwas drücken kann. «Mein Traum ist, dass sich jeder ein faltbares Gerät leisten kann.» Von der Technologie könnten auch andere Gerätekategorien profitieren: «Vielleicht wird man eine Computeruhr ebenfalls auffalten können.»

In zusammengeklapptem Zustand steht auf der «Frontseite» ein 6,6 Zoll großes OLED-Display zur Verfügung, auf der «Rückseite» ein 6,38 Zoll großer Bildschirm. Dank einer etwas dickeren Leiste mit Funktionstasten und Leica-Kameraobjektiv soll sich das Gerät komfortabel halten lassen. Zusammengefaltet ist das Mate X lediglich 11 Millimeter flach. Samsungs Konkurrenzmodell sei «viel dicker», stichelte Yu in Barcelona.

Faltbare Telefone könnten die Lösung für ein aktuelles Problem vieler Nutzer sein, betonte Analyst Francisco Jeronimo von der Marktforschungsfirma IDC in Barcelona. «Sie wollen immer größere Bildschirme für Anwendungen wie Video - es gibt aber eine Grenze für die Größe eines Geräts, das man sich in die Tasche steckt.» Falt-Smartphones böten potenziell ein doppelt so großes Display im gewohnten kompakten Format. Allerdings gebe es noch diverse Fragezeichen, was die Nutzbarkeit der aktuellen Geräte betrifft. Das dürfte ihre Ausbreitung bremsen - «ganz zu schweigen vom Preis».

Samsung ließ bereits durchblicken, dass man auf eine großzügige Subventionierung des «Fold» durch die Netzbetreiber hoffe, die mit den Geräten ihre Streaming-Dienste vermarkten könnten.

Mit dem Mate X will sich Huawei nicht nur in der Spitzengruppe des Smartphone-Marktes weiter etablieren, sondern auch in Sachen 5G. Innen arbeitet demnach ein 5G-Chipset aus 7-Nanometer-Fertigung, der das Gerät laut Angaben des Unternehmens doppelt so schnell wie andere Geräte mit dem superschnellen Funkstandard im Durchschnitt machen soll - und zehn mal schneller als ein LTE-Smartphone. Eigentlich ist 5G zunächst nach bisherigen Aussagen zunächst vor allem für Industrie-Anwendungen (Internet der Dinge) gedacht, und funktionierende Netze gibt es in Europa nur vereinzelt. Dennoch preschen die Gerätehersteller ungeduldig vor.

Mit seinem ersten faltbaren Smartphone ließ Huawei in Barcelona allerdings selbst ein wenig Luft aus einer weiteren Ankündigung, mit der das Unternehmen vor allem den Rivalen Apple im Blick hat. Nach der erfolgreichen Markteinführung seines Premium-Laptops Mate Book X Pro legt das Unternehmen neben zwei weiteren Notebooks mit einem leistungsfähigen und schlanken Nachfolger seines Flaggschiffs nach. Das Gerät hat anders als Apples MacBook Pro ein Touch-Display sowie eine ausklappbare Kamera in der Tastatur. Auch softwareseitig legt Huawei dabei zu: Eine Reihe von Funktionen soll den Austausch von Text, Videos und Bildern etwa mit dem Smartphone vereinfachen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
24. 02. 2019
17:48 Uhr

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