Lade Login-Box.
Topthemen: FirmenlaufBilder vom WochenendeHofer Volksfest 2019BlitzerwarnerGerch

Computer

Frauen nutzen Homeoffice für mehr Kinderbetreuung

Im eigenen Heim zu arbeiten, kann für Arbeitnehmer einige Vorteile mit sich bringen. Einer Studie zufolge nutzen Männer und Frauen die neuen Freiheiten aber ganz unterschiedlich.



Arbeiten im Homeoffice
Auf der Couch in der eigenen Wohnung sitzen und arbeiten - in den meisten Unternehmen bleibt Homeoffice noch immer die Ausnahme.   Foto: Nicolas Armer

Kein langes Pendeln, flexiblere Zeiteinteilung und eine ruhige, konzentrierte Arbeitsatmosphäre: Das Arbeiten im Homeoffice kann für viele Beschäftigte Vorteile bringen. Und für die Arbeitgeber auch.

Laut einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung reagieren sowohl Männer als auch Frauen mit zusätzlichem Arbeitseinsatz auf die neuen Freiheiten und machen am heimischen Schreibtisch mehr Überstunden als sonst. Doch an einem wichtigen Punkt hört die Gemeinsamkeit der Geschlechter auf: Während die Frauen sich zusätzlich mehr um ihre Kinder kümmern, wollen die Männer Karriere machen.

Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) könnten 40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland von zu Hause aus arbeiten, lediglich 12 Prozent täten dies zumindest gelegentlich.

Auf der Grundlage von 30.000 Interviews für das sozio-ökonomische Panel hat die Arbeitszeitforscherin Yvonne Lott nun deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen festgestellt. «Mütter investieren pro Arbeitswoche knapp drei Stunden mehr in Kinderbetreuung, wenn sie im Homeoffice arbeiten», stellt sie in der am Dienstag veröffentlichten Studie fest.

Die Frauen kämen dann im Schnitt auf 21 Stunden Kinderbetreuung in der Woche. Bei den Männern mit durchschnittlich knapp 13 Stunden Kinderzeit ändere sich hingegen in Sachen Betreuung so gut wie nichts, wenn sie zuhause statt im Büro arbeiteten.

Väter machten bei völlig freier Arbeitszeitgestaltung durchschnittlich 4 Überstunden in der Woche, Mütter arbeiteten eine knappe Stunde länger, schreibt Lott. «Flexibles Arbeiten geht insgesamt eher zu Lasten der Beschäftigten, und ganz besonders gilt das für Mütter.» Frauen und Männer nutzen Flexibilität demnach für ganz unterschiedliche Zwecke, begründet in traditionellen Rollenbildern und der weiterhin ungleichen Verteilung so genannter «Sorgearbeit».

Im Bundesarbeitsministerium fühlt man sich bestätigt und will noch in diesem Jahr ein entsprechendes Gesetz zur Regelung der Heimarbeit durchbringen. «Die Studie unterstreicht, dass wir für eine faire Gestaltung von Homeoffice in Deutschland einen verlässlichen Rechtsrahmen brauchen», erklärte Staatssekretär Björn Böhning (SPD) am Dienstag.

Die Vorschläge der Wissenschaftlerin Lott gehen hingegen deutlich weiter, wenngleich auch sie klare Regelungen für Homeoffice fordert. Erwerbs- und Sorgearbeit müssten gleichmäßiger zwischen Männern und Frauen verteilt werden. Dafür solle man beispielsweise das steuerliche Ehegatten-Splitting abschaffen und die Partnermonate beim Elterngeld verlängern, schlägt Lott vor. Auch in den Betrieben müsse sich vieles ändern.

Veröffentlicht am:
05. 03. 2019
16:23 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Betreuung von Kindern Björn Böhning Bundesministerium für Arbeit und Soziales Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Männer Mütter SPD Sozioökonomie
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Treffen der G7-Finanzminister in Frankreich

17.07.2019

Große Wirtschaftsmächte warnen vor Facebook-Geld Libra

Facebook-Chef Zuckerberg prescht wieder einmal vor - und will eine eigene Internetwährung schaffen. In Hauptstädten wie Berlin, Paris oder Washington gibt es massive Bedenken. Bei der Besteuerung von Internetgiganten lie... » mehr

Libra

16.07.2019

Bericht: Finanzministerium warnt vor Facebook-Währung Libra

Facebooks geplante Digitalwährung hat in der Politik wenig Fans. Die Libra könne keine Alternative zum Euro sein, warnt das Finanzministerium. Nicht nur dort fürchtet man Geldwäsche und Terrorfinanzierung. » mehr

YouTuber Rezo

28.05.2019

YouTube-Kritik legt Schwächen der Union im Netz-Umgang offen

Die wütende Abrechnung eines 26 Jahre alten Studenten auf YouTube hat die Union vor der Europawahl kalt erwischt. Die unbeholfene Reaktion auf die Kritik wirft ganz grundsätzliche Fragen zur Kommunikation mit Jugendliche... » mehr

YouTube

28.05.2019

Tausende unterzeichnen Petition für Meinungsfreiheit im Netz

Nach der Äußerung von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer zur «Meinungsmache» im Internet haben mehrere Zehntausend Bürger eine Petition für Meinungsfreiheit unterzeichnet. » mehr

re:publica 2019

06.05.2019

Start der re:publica: Steinmeier fordert bessere Debatten

Die re:publica ist in diesem Jahr politischer denn je. Zahlreiche Minister haben sich angekündigt, große Themen wie Nachhaltigkeit stehen auf der Agenda. Zum Auftakt hält Bundespräsident Steinmeier ein flammendes Plädoye... » mehr

ARD und ZDF

30.04.2019

Beiträge jetzt länger in öffentlich-rechtlichen Mediatheken

An diesem Mittwoch tritt ein neuer Rundfunkstaatsvertrag in Kraft. Er bringt einige Fortschritte mit sich, heißt es aus zuständiger Stelle. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Wiesenfest Selbitz

Wiesenfestmontag in Selbitz | 22.07.2019 Selbitz
» 115 Bilder ansehen

Woodstock-Revival in Geroldsgrün

Woodstock-Revival in Geroldsgrün | 22.07.2019 Geroldsgrün
» 25 Bilder ansehen

Hofer Gealan-Triathlon Hof

Hofer Gealan-Triathlon | 21.07.2019 Hof
» 223 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
05. 03. 2019
16:23 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".