Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHofer Volksfest 2019BlitzerwarnerGerch

Computer

«Es ist Showtime»: Neuer Videodienst von Apple erwartet

Apple soll bereits zwei Milliarden Dollar in eigene Videoinhalte mit Stars wie Jennifer Aniston und Reese Witherspoon gesteckt haben. In der kommenden Woche wird der neue Videodienst vorgestellt. Er könnte die Debatte um Apples Rolle als Plattform-Betreiber verstärken.



Apple - Tim Cook
Apple-Chef Tim Cook im Steve Jobs Theater auf dem neuen Apple Campus in Cupertino.   Foto: Marcio Jose Sanchez/AP/dpa

Apple ist bereit, seine Hollywood-Pläne der Öffentlichkeit vorzustellen.

Seit über einem Jahr werden nach und nach große Namen präsentiert: Jennifer Aniston und Reese Witherspoon spielen in einer Serie über Rivalitäten im Frühstücksfernsehen, Steven Spielberg lässt die Mystery-Serie «Amazing Stories» wiederaufleben, von M. Night Shyamalan («The Sixth Sense») gibt es einen Thriller, dessen Story noch geheim ist. Alles in allem soll Apple zwei Milliarden Dollar in exklusive Inhalte gesteckt haben. Steht also der Angriff des iPhone-Konzerns auf die heutigen Streaming-Schwergewichte Netflix und Amazon Prime bevor?

Eine Antwort auf diese Frage dürfte es am Montag geben. Apple setzte ein Event in seinem Hauptquartier in Cupertino an, bei dem ausnahmsweise nicht Geräte im Vordergrund stehen sollen. Die animierte Einladung lässt wenig Zweifel, worum es gehen wird: «Es ist Showtime», heißt es nach einem stilisierten Filmrollen-Countdown. Was bisher unklar bleibt, ist die Reichweite von Apples Ambitionen.

Nach bisherigen Medienberichten geht es dem iPhone-Konzern nicht nur darum, Kunden mit exklusiven eigenen Inhalten zu locken, sondern auch die Rolle als Plattform für andere Dienste zu stärken. Apple hat bereits seit einer Zeit seine «TV»-App, von der aus Nutzer Zugriff auf Inhalte verschiedener teilnehmender Dienste haben. In Deutschland zum Beispiel sind es Sky Ticket, Amazon Prime Video und Sender-Mediatheken. Netflix ist nicht dabei - und Firmenchef Reed Hastings machte vor wenigen Tagen deutlich, dass der Streaming-Primus auch bei der neuen Apple-Plattform nicht mitmachen werde.

Apple könnte künftig gebündelte Pakete von Abos - zum Beispiel der Bezahldienste HBO, Showtime und Starz in den USA - günstiger verkaufen als die Einzelangebote, schrieb das Technologieblog «Recode». Der iPhone-Konzern werde nicht zum ernsthaften Wettbewerber für Netflix & Co.: «Apples Fokus wird - zumindest vorerst - darauf liegen, anderen beim Verkauf ihrer Videostreaming-Abos zu helfen und einen Umsatzanteil davon zu bekommen», schrieb der gut vernetzte «Recode»-Medienreporter Peter Kafka. Das wäre allerdings weniger aufregend als eine Frontal-Attacke auf Netflix. Auf der anderen Seite würden es sicherlich viele Zuschauer begrüßen, wenn sie an einer Stelle ein bequemes Sammel-Abo für unterschiedlichste Dienste abschließen könnten, anstatt mehrere Konten verwalten zu müssen.

Für die Rolle des Abo-Vermittlers spricht auch das bisher bekanntgewordene Ausmaß der Investitionen von Apple. So sind zwei Milliarden Dollar zwar eine Menge Geld - aber Netflix gibt pro Jahr um die acht Milliarden für Inhalte aus, einen wachsenden Teil davon für exklusiv nur bei dem Dienst verfügbare Filme oder Serien. Andererseits ist das vielleicht auch nur der Anfang: Während Netflix seine Ausgaben immer noch hauptsächlich auf Pump finanziert, sitzt Apple auf einem Geldberg aus mehreren hundert Milliarden Dollar. Und kann auf eine Basis von 1,4 Milliarden Geräten im Umlauf zurückgreifen - auf denen zum Beispiel die Eigenproduktionen exklusiv verfügbar sein könnten.

Zugleich dürfte das neue Videoangebot die Debatte um Apples Rolle als Plattform-Anbieter und gleichzeitig Konkurrenz von anderen Diensten befeuern. Vor gut einer Woche reichte der Musikstreaming-Marktführer Spotify Beschwerde bei der EU-Kommission ein und wirft Apple unfairen Wettbewerb vor. Spotify sieht sich unter anderem dadurch benachteiligt, dass der Dienst für Abo-Abschlüsse in der iPhone-App einen Anteil von 15 bis 30 Prozent an Apple abgeben müsste - während der Konkurrent die Erlöse von Apple Music komplett behalten kann und dadurch einen Preisvorteil habe. Genauso wie Spotify bietet auch Netflix inzwischen keine Möglichkeit an, ein Abo in Apps auf Apple-Plattformen abzuschließen - um den Erlös nicht teilten zu müssen.

Eine weitere Ankündigung am Montag könnte ein neues Abo-Angebot für Nachrichten sein. Nach Informationen der «New York Times» hat Apple dafür als Top-Adresse zumindest das «Wall Street Journal» an Bord holen können. Dagegen wollten die «Washington Post» und die «New York Times» nicht mitmachen. Das «Wall Street Journal» hatte wenige Wochen zuvor mit einem Bericht, wonach Apple von den Verlagen die Hälfte der Abo-Erlöse einbehalten wolle, für heftige Kritik an dem iPhone-Konzern aus der Medienbranche gesorgt.

Veröffentlicht am:
22. 03. 2019
11:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aboangebot Amazon Apple Dollar Europäische Kommission Franz Kafka Jennifer Aniston M. Night Shyamalan Milliarden Dollar Netflix New York Stock Exchange (NYSE) New York Times Peter Kafka Reese Witherspoon Spotify Steven Spielberg Wall Street Journal Zeitschriften
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Apple stellt neue Produkte vor

26.03.2019

Apple sucht neues Geschäft als Anbieter von Abo-Diensten

Es war das ungewöhnlichste Apple-Event seit Jahren: Keine neuen Geräte, dafür Hollywood-Prominenz auf der Bühne und eine Kreditkarte aus Titan zum Einstieg ins Finanzgeschäft. Der Konzern will mehr Geld mit Dienstleistun... » mehr

Apple

26.03.2019

Apple kündigt Video-Streamingdienst und mehr Abo-Dienste an

Apple-Chef Tim Cook will ein neues Kapitel aufschlagen: Während die Zeiten des großen Wachstums beim iPhone vorbei sind, sollen Video-Streaming und neue Abo-Dienste frisches Erlösquellen bringen. Das iPhone wird vorerst ... » mehr

Apple

13.05.2019

Apple bringt neugestaltete TV-App heraus

Apple will vor dem Start des eigenen Videostreaming-Dienstes seine TV-App mit einer Neugestaltung attraktiver für die Nutzer machen. » mehr

Apple

13.02.2019

Apple will rund Hälfte der Erlöse bei «Netflix für News»

Apple verhandelt mit US-Medienhäusern laut einem Zeitungsbericht über ein neues Abo-Angebot, bei dem Inhalte verschiedener Anbieter für eine monatliche Gebühr zugänglich wären. » mehr

Walt Disney

12.04.2019

Disney startet eigenen Videostreaming-Dienst mit Kampfpreis

Der Unterhaltungsriese Disney bringt seinen eigenen Video-Streamingdienst in den USA mit einem Kampfpreis an den Start. Disney+ soll 6,99 Dollar im Monat kosten und ist damit billiger als das günstigste Abo des Rivalen N... » mehr

Facebook

25.04.2019

Facebook bereitet sich auf Milliardenstrafe vor

Der Datenskandal um Cambridge Analytica kann für Facebook teure Konsequenzen haben - das Online-Netzwerk stellt sich auf eine Milliarden-Strafzahlung ein. Das Werbe-Geschäft läuft unterdessen weiter blendend. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Classic- und Oldtimer Treffen am Flugplatz Zell-Haidberg Flugplatz Zell-Haidberg

Classic- und Oldtimertreffen | 17.07.2019 Flugplatz Zell-Haidberg
» 86 Bilder ansehen

Plassenburg-Open-Air mit Stahlzeit

Plassenburg-Open-Air mit Stahlzeit | 16.07.2019 Kulmbach
» 9 Bilder ansehen

SpVgg Bayern Hof - DJK Ammerthal 1:1

SpVgg Bayern Hof - DJK Ammerthal 1:1 | 17.07.2019 Hof
» 47 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
22. 03. 2019
11:00 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".