Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019EhrenamtskampagneVER Selb

Computer

Apple sucht neues Geschäft als Anbieter von Abo-Diensten

Es war das ungewöhnlichste Apple-Event seit Jahren: Keine neuen Geräte, dafür Hollywood-Prominenz auf der Bühne und eine Kreditkarte aus Titan zum Einstieg ins Finanzgeschäft. Der Konzern will mehr Geld mit Dienstleistungen und Abo-Angeboten für seine Kunden verdienen.



Apple stellt neue Produkte vor
Tim Cook, Vorstandsvorsitzender von Apple, und Oprah Winfrey, Moderatorin aus den USA, begrüßen sich bei der Vorstellung neuer Apple-Produkte auf der Bühne. Apple hat einen eigenen Video-Streamingdienst mit dem Namen «Apple TV Plus» vorgestellt.   Foto: Tony Avelar

Licht aus, Licht an - und plötzlich steht für ein paar Minuten Steven Spielberg auf der Bühne beim Apple-Event in der Firmenzentrale in Cupertino.

Nochmal Licht aus, Licht an - jetzt tauchen die Hollywood-Stars Jennifer Aniston und Reese Witherspoon auf. Der Grund: Apple kündigt ein Abo-Angebot mit Serien und Filmen aus eigener Produktion an.

Die großen Namen sollen ein Zeichen für Qualität setzen. Davor wurden bei dem Event am Montag bereits Abos für Medieninhalte und Spiele vorgestellt - sowie zunächst nur für den US-Markt eine Apple-Kreditkarte. Die gibt es ab Sommer nicht nur virtuell im iPhone, sondern auch als echte Karte aus Titan statt Plastik. Die herausgebende Bank Goldman Sachs erwägt, sie mit der Zeit auch international anzubieten.

Apple verdient sein Geld bisher vor allem mit dem Verkauf von Geräten. Doch es ist klar, dass die Zeiten des schnellen Wachstums bei Hardware vorbei sind. Jetzt will der Konzern also auch mehr Geschäft mit den rund 1,4 Milliarden Geräten machen, die schon im Umlauf sind.

Und darüber hinaus ebenfalls: Apples neue TV-App kommt auch auf Fernseher von Samsung, Sony und LG sowie Streaming-Boxen wie Roku und Amazons Fire TV. Damit weicht Apple noch weiter die einstige Strategie auf, mit den Diensten vor allem seine eigenen Geräte attraktiver zu machen, weil sie nur auf ihnen verfügbar sind. Wie bisher verspricht Apple aber strikten Datenschutz für seine Kunden.

Viele Fragen blieben nach der Präsentation am Montag noch offen. So wurden keine Abo-Preise für «Apple TV Plus» (bzw. Apple TV+ in der Schreibweise des Konzerns) und das Games-Angebot «Apple Arcade» genannt. Beide sollen erst im Herbst verfügbar sein - Apple hat also noch Zeit, an einem Geschäftsmodell zu feilen. In Medienberichten wurde zuvor schon über die Möglichkeit eines Bündel-Abos für verschiedene Apple-Dienste spekuliert. Vielleicht möchte Apple aber auch nur Rivalen wie Netflix nicht zu früh einen Einblick geben.

Auf den ersten Blick ist Apples erstes eigenes Streaming-Angebot noch keine Gefahr für die heutigen Platzhirsche Netflix und Amazon. Vor allem weil Apples handverlesene Auswahl aus einigen Dutzenden Projekten mehr an die TV-Boutique HBO als an das «Für alle etwas dabei»-Prinzip von Netflix erinnert. Aber zugleich soll «Apple TV Plus» in mehr als 100 Ländern verfügbar sein. Und Apples TV-Pläne gehen weit über das Angebot exklusiver Streaming-Inhalte hinaus.

Denn der Konzern will seine TV-App zu dem Ort machen, an dem ferngesehen wird. Dazu wird man dort auch kostenpflichtige Sender wie HBO oder Showtime abonnieren und nutzen können. Für andere Länder verspricht Apple lokale Angebote. Die Rolle der Programmzeitschrift sollen personalisierte Vorschläge auf Basis bisher angesehener Sendungen übernehmen.

Ähnlich funktioniert es mit Lesevorschlägen bei «Apple News Plus», dem Abo-Angebot mit Zugang zu 300 Magazinen und einigen Zeitungen, bei dem allerdings völlig unklar ist, wann und in welcher Form es nach Deutschland kommen könnte. Mit ihrer Teilnahme gehen diverse Medien die Wette ein, dass ein Anteil an Apples Abo-Preis von 9,99 Dollar im Monat für sie das Risiko wert ist, das Geschäft mit eigenen Abonnenten zu verlieren. Zumal laut Medienberichten die Hälfte vom Abo-Preis bei Apple bleiben soll.

Die «New York Times» und die «Washington Post» beschlossen, dass diese Rechnung für sie nicht aufgeht. Das «Wall Street Journal», bei dem das Abo rund 40 Dollar im Monat kostet, macht dagegen mit - und will extra dafür sogar zusätzliche Journalisten einstellen. Wie es heißt, soll in der Apple-App vor allem eine Auswahl aus Artikeln der Zeitung präsentiert werden, wenngleich man mit etwas Aufwand auch den Rest findet. Andererseits kann sich das «Wall Street Journal» so Hoffnungen machen, neue Leser unter Verbrauchern zu gewinnen, während viele Abonnements traditionell eh auf Firmenkosten laufen.

Eine weitere offene Frage ist, wie viel die ganzen Abos zu Apples Geschäft beitragen können. So schätzte Morgan Stanley, dass ein Bündel-Angebot aus Musik und Video bis 2025 einen jährlichen Betrag von mehr als 22 Milliarden Dollar einbringen könnte. Diese Zahl liegt in einer ganz anderen Liga als das iPhone-Geschäft. In dem Ende September abgeschlossenen vergangenen Geschäftsjahr brachte das iPhone einen Umsatz von 166,7 Milliarden Dollar ein. Die gesamte Service-Sparte kam auf 37,2 Milliarden Dollar, bei einem kräftigen Zuwachs von 24 Prozent.

TV-Talkerin Oprah Winfrey brachte ohne Umschweife auf den Punkt, was Apple für Hollywood, Games-Entwickler und Medien attraktiv macht: «Weil sie in einer Milliarde Taschen sind.» Allerdings zeigte sich beim Streaming-Dienst Apple Music, dass auch der direkte Zugang zu hunderten Millionen Nutzern ein Angebot nicht zu einem Selbstläufer macht. Nach dem Start im Sommer 2015 hat Apple Music nach jüngsten Angaben mehr als 50 Millionen zahlende Abo-Kunden. Beim Marktführer Spotify waren es Ende vergangenen Jahres 96 Millionen - plus 116 Millionen Nutzer einer Gratis-Version, auf die Apple verzichtet.

Veröffentlicht am:
26. 03. 2019
15:15 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aboangebot Abopreis Amazon Apple Dollar Finanzgeschäfte Goldman Sachs Jennifer Aniston Milliarden Dollar Morgan Stanley Netflix New York Stock Exchange (NYSE) Oprah Winfrey Programmzeitschriften Reese Witherspoon Samsung Group Sony Steven Spielberg Wall Street Journal Zeitschriften iPhone
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Apple-Chef Cook

26.03.2019

Apple kündigt Video-Streamingdienst und mehr Abo-Dienste an

Apple-Chef Tim Cook will ein neues Kapitel aufschlagen: Während die Zeiten des großen Wachstums beim iPhone vorbei sind, sollen Video-Streaming und neue Abo-Dienste frisches Erlösquellen bringen. Das iPhone wird vorerst ... » mehr

Apple - Tim Cook

22.03.2019

«Es ist Showtime»: Neuer Videodienst von Apple erwartet

Apple soll bereits zwei Milliarden Dollar in eigene Videoinhalte mit Stars wie Jennifer Aniston und Reese Witherspoon gesteckt haben. In der kommenden Woche wird der neue Videodienst vorgestellt. Er könnte die Debatte um... » mehr

Präsentation

11.09.2019

Apple präsentiert das iPhone 11

Neue Kamera-Features, ein gesenkter Einsteigerpreis: Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft gibt eine neue iPhone-Generation. Und bei der Uhr Apple Watch bleibt das Display künftig immer an. » mehr

Apple

13.05.2019

Apple bringt neugestaltete TV-App heraus

Apple will vor dem Start des eigenen Videostreaming-Dienstes seine TV-App mit einer Neugestaltung attraktiver für die Nutzer machen. » mehr

Apple-Chef Tim Cook

20.08.2019

Medien: Apple steckte Milliarden Dollar in Streaming-Inhalte

Apple hat laut Medienberichten bereits sechs Milliarden Dollar in Inhalte für seinen Videostreaming-Dienst gesteckt und peilt zum Start im Herbst eine Preismarke von knapp zehn Dollar pro Monat an. » mehr

Apple-Logo

08.10.2019

Bericht: Apple hat Pläne für Super-Abo

Apple denkt laut Medienberichten über ein Kombi-Abo für seine Musik- und Video-Streamingangebote nach. Der iPhone-Konzern habe bereits die großen Musik-Konzerne dazu angesprochen, schrieb die «Financial Times». » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Apfel- und Gartenmarkt Thiersheim Thiersheim

Apfel- und Gartenmarkt Thiersheim | 13.10.2019 Thiersheim
» 75 Bilder ansehen

Meinel-Bockbierfest 2019 Hof

Meinel-Bockbierfest 2019 | 12.10.2019 Hof
» 139 Bilder ansehen

ECDC Memmingen Indians - Selber Wölfe

ECDC Memmingen Indians - Selber Wölfe | 13.10.2019 Memmingen
» 33 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
26. 03. 2019
15:15 Uhr



^