Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

Computer

Google bittet Suchmaschinen zur Kasse bei Auswahl in Android

Google erfüllt die Forderung der EU-Kommission, auf Android-Handys die Auswahl anderer Suchmaschinen zu erleichtern. Die Rivalen soll das aber Geld kosten.



Google-Schriftzug
Von Anfang 2020 an sollen Nutzer in Europa bei der Einrichtung eines Android-Geräts neben Google auch drei weitere Suchmaschinen zur Auswahl angeboten bekommen.   Foto: Sebastian Gollnow

Google will konkurrierende Suchmaschinen bezahlen lassen, wenn Nutzer in Europa sie bei der Einrichtung von Android-Geräten als Alternative auswählen.

Der Internet-Konzern kündigte ein Auktionsverfahren als Lösung für den Vorwurf der EU-Kommission an, dass er unfairen Wettbewerb betreibe. Die Behörde hatte im vergangenen Jahr wegen des Geschäftsmodells beim Android-Betriebssystem eine Strafe von 4,34 Milliarden Euro gegen Google verhängt. Die alternativlos vorinstallierte hauseigene Websuche des Konzerns war dabei ein zentraler Kritikpunkt.

Von Anfang 2020 an sollen Nutzer in Europa bei der Einrichtung eines Android-Geräts neben Google auch drei weitere Suchmaschinen zur Auswahl angeboten bekommen. Wer das sein wird, soll in einem Auktionsverfahren mit geschlossenen Geboten entschieden werden, erläuterte der Internet-Konzern am Wochenende. Die vier Suchmaschinen sollen in der Liste nach dem Zufallsprinzip angeordnet werden.

Die Auktionen sollen einmal pro Jahr in jedem einzelnen Land der europäischen Wirtschaftsregion stattfinden. In ihrem Gebot sollen die Suchmaschinen den Preis nennen, den sie jedes Mal zu zahlen bereit sind, wenn ein Nutzer sich für ihren Dienst entscheidet. Sie bekommen dann monatlich eine Rechnung von Google und sollen nur zahlen, wenn die Nutzer ihren Dienst auswählen.

«Eine Auktion ist eine faire und objektive Methode, um festzulegen, welche Suchanbieter auf den Auswahlbildschirm kommen», erklärte der Internet-Konzern. Die Suchmaschinen könnten dabei selbst entscheiden, wie viel es ihnen Wert ist, in der Liste zu erscheinen. Die Auswahlliste soll nur auf Geräten mit vorinstallierter Google-Suche angezeigt werden.

Die EU-Kommission zeigte sich in einer Reaktion zufrieden damit, dass Google den konkurrierenden Suchmaschinen die Möglichkeit zusagte, durch Deals mit Smartphone-Anbietern auch ihre Dienste auf Android-Geräten vorinstallieren zu lassen. «Das war vorher nicht möglich», betonte die Behörde. Zugleich hieß es, die Kommission werde die Umsetzung der Auswahlliste und die Reaktionen anderer Marktteilnehmer auf das Verfahren aufmerksam beobachten.

Googles Ankündigung stieß schnell auf Kritik bei mehreren Wettbewerbern. Die europäische Suchmaschine Qwant verurteilte den Plan, weil er «ein weiterer inakzeptabler Missbrauch der beherrschenden Stellung Googles» sei. Qwant verwies unter anderem darauf, dass das vorgeschlagene Verfahren «Suchmaschinen offen stehen würde, die ihre Ergebnisse und Einnahmen von Google ableiten, wodurch eine inakzeptable Verzerrung und ein hohes Risiko der Manipulation, Ungleichheit und Untreue der Auktion entsteht».

Der Chef der Suchmaschine DuckDuckGo, Gabriel Weinberg, kritisierte bei Twitter, dass mit nur vier Listenplätzen die Nutzer zu wenig Auswahl bekämen - und Google auf Kosten der Konkurrenten profitieren würde.

In dem Google-Plan ist auch eine Situation vorgesehen, in der andere Suchmaschinen auch kostenlos in die Liste kommen könnten. Die Wettbewerber müssen sich für eine Aufnahme in die Auswahl anmelden - und können dann auch darauf verzichten, ein Gebot abzugeben. Für jedes Land soll ein Mindestgebot festgelegt werden. Wenn es weniger als drei Google-Rivalen gibt, die das Mindestgebot einreichen, sollen die freien Platze in der Liste nach dem Zufallsprinzip mit den angemeldeten Diensten gefüllt werden, erläuterte der Konzern.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 08. 2019
11:50 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Android (Betriebssystem) Android-Handys Auktionen und Versteigerungen Europäische Kommission Google Manipulation Milliarden Euro Services und Dienstleistungen Twitter Unterschlagung und Veruntreuung Websuche Websuchmaschinen Öffentliche Behörden
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Google

24.10.2019

Französische Verleger wollen gegen Google vorgehen

Französische Verleger wollen Google doch noch zur Kasse bitten und hoffen dafür auf die Wettbewerbsbehörde. Sie kämen zur Verbreitung ihrer Inhalte an der Suchmaschine nicht vorbei, lautet das Argument. » mehr

Google-Schild

25.09.2019

Wegen Copyright-Reform: Google streicht Medien-«Snippets»

Google hat den Hoffnungen der Presseverlage auf neue Erlöse durch die EU-Urheberrechtsreform einen Dämpfer verpasst. » mehr

Google

10.09.2019

Kartellverstöße? US-Bundesstaaten nehmen Google ins Visier

Nach Facebook gerät nun auch die Alphabet-Tochter Google ins Visier einer Wettbewerbsprüfung von US-Bundesstaaten. Doch nicht nur wegen ihrer großen Marktmacht steigt der Druck auf die Internetkonzerne - sie geraten auch... » mehr

Galaxy Fold

05.09.2019

Samsungs Auffalt-Smartphone ab 18. September in Deutschland

Die Netze des superschnellen 5G-Datenfunks sind in Deutschland erst im Aufbau. Doch Samsung macht sein Smartphone-Portfolio 5G-fähig. Auch ein auffaltbares Telefon wird in Kürze dazugehören. » mehr

Singapur

30.11.2019

Fake-News-Gesetz in Singapur: Facebook berichtigt Beitrag

Um einem umstrittenen Gesetz gegen die Verbreitung vermeintlich falscher Nachrichten («Fake News») im Internet in Singapur Folge zu leisten, hat Facebook einen von der Regierung beanstandeten Nutzerbeitrag mit einem Beri... » mehr

Huawei

19.11.2019

US verlängert Ausnahmeregelung für Geschäfte mit Huawei

Nutzer von Huawei-Smartphones müssen sich weitere drei Monate nicht um Zugang zu Google-Apps sorgen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Frontal-Crash auf B 173 bei Selbitz Selbitz

Frontal-Crash auf B 173 bei Selbitz | 12.12.2019 Selbitz
» 13 Bilder ansehen

Truck Stop - Schöne Bescherung

Truck Stop - Schöne Bescherung | 12.12.2019 Hof
» 73 Bilder ansehen

EC Peiting - Selber Wölfe

EC Peiting - Selber Wölfe | 08.12.2019 Peiting
» 36 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 08. 2019
11:50 Uhr



^