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Spiele-Flatrates: Apple Arcade mischt den Markt auf

Spiele-Flatrates gibt es bereits für Konsolen und PC. Mit Apples neuem Dienst Apple Arcade erhalten nun auch Mac, iPhone und Co. ein solches Angebot. Doch Apples Idee von «Games as a Service» macht einiges anders als die Konkurrenz.



Apple Arcade
Ein Mann benutzt den Spiele-Abo-Dienst Apple Arcade auf einem iPad.   Foto: Andrea Warnecke/dpa

Apple Arcade reißt Grenzen ein. Die Spiele-Flatrate mit rund 100 Videospielen unterscheidet nicht mehr zwischen PC, Smartphone, Tablet oder TV-Box - alles läuft auf allen Apple-Geräten. Spieler können zum Beispiel ein Spiel am Mac beginnen und es unterwegs auf dem Smartphone fortsetzen.

Damit setzt sich die Anfang Oktober gestartete Plattform von anderen Spiele-Flatrates ab. Steht der Spielemarkt damit vor einem großen Umbruch? Große Titel wie «GTA», «Fallout» oder «Fifa» sucht man in Arcade vergeblich. Apple setzt stattdessen stark auf kleine Entwicklungsstudios, ungewöhnliche Spielkonzepte und viel Story. Der Katalog soll ein möglichst breites Publikum ansprechen, erklären die Köpfe hinter Arcade.

Wie viel Geld Apple für Arcade in die Hand genommen hat, welche Vergütung und Unterstützung die Entwickler bekommen - und welche Gewinnerwartungen der Konzern an den Dienst stellt - dazu macht das Unternehmen keine Angaben.

Schneller Profit ist aber nicht unbedingt das erste Ziel solcher Angebote, sagt Analyst Liam Hall vom Marktforscher IDC. Sie dienen auch der Kundenbindung und machen, wie Hall es nennt, den umzäunten Garten attraktiver.

Während die Spielekataloge zum Festpreis von Sony oder Microsoft für PC und Konsolen auch größere Titel enthalten und in der Regel ab 10 Euro aufwärts im Monat kosten, beackert Apple ein anderes Feld. «Apple setzt mehr auf familienfreundliche Spiele und kleine und unabhängige Entwickler», erklärt Hall. Zudem sei Arcade mit 4,99 Euro im Monat verhältnismäßig günstig. Bestenfalls können für den Monatspreis bis zu sechs Familienmitglieder spielen - vorausgesetzt, alle haben ein Apple-Gerät.

Arcade macht den Besitz eines Apple-Gerätes attraktiver, sagt Hall. Er sieht die Spiele-Flatrate als weiteren Schritt, Apple-Kunden durch Services enger an das Unternehmen zu binden und sich dabei zusätzliche regelmäßige Einkünfte jenseits der rund 30 Prozent Anteil am Verkaufs- oder Abopreis über den App Store zu sichern. So, wie es etwa bereits mit den laut Apple rund 60 Millionen Nutzern des Musikstreamingdienstes Apple Music gelungen ist. Auch der Video-on-demand-Bereich wird aktuell ausgebaut. Das Abo-Angebot Apple TV+ startet im November.

Welche Auswirkungen die Spiele-Flatrate auf die Entwickler der Spiele hat, will der Analyst noch nicht abschätzen. Nur so viel: «Für die Studios kann das ein guter Weg sein, ihre Kundenbasis zu vergrößern.» Die Kalkulation: Wer ein Studio über ein Spiel im Katalog einer Flatrate kennenlernt, kauft vielleicht auch weitere Titel.

Beim Branchenverband GAME sieht Geschäftsführer Felix Falk Abomodelle für Spiele noch am Anfang. Auswirkungen auf Entwickler erkennt er aber bereits jetzt. Und zwar insofern, dass durch die Konkurrenzsituation am Markt die Plattformen um die besten oder erfolgreichsten Spiele buhlen. Falk sieht solche Modelle als Chance für Studios, ihre Spiele zu vermarkten.

Entwickler könnten auch weiterhin ihre Spiele wie gewohnt in den Store laden, betont Apple. Arcade stehe für ein kuratiertes Angebot mit Qualitätsstandards und verbindlichem Geschäftsmodell. Zusatzkäufe, Werbung oder Datensammlung soll es nicht geben.

Wie erfolgreich Spiele-Flatrates für Apple und Co. einmal sein werden, steht noch nicht fest. Die Branche stehe hier noch ganz am Anfang, so GAME-Geschäftsführer Falk. Doch generell seien Umsätze mit Online-Services, hierzu zählen auch Cloud- und Abodienste, im ersten Halbjahr 2019 um 52 Prozent gewachsen - auf rund 228 Millionen Euro in Deutschland.

Befürchtungen, dass der Trend zu Spieleplattformen der Vielfalt schade oder bestimmte Themen an den Rad drängt, teilt man beim GAME nicht. Plattformen habe es auch schon früher gegeben und sie hätten im Gegenteil Entwicklern den Zugang zum Markt erleichtert, sagt Falk.

Und Apple ist nicht der einzige Anbieter, der kleine Entwicklerstudios umwirbt. Auch Microsoft und Sony haben für ihre Ökosysteme entsprechende Programme. In der Zusammenarbeit mit den Plattformriesen sieht Felix Falk die Entwickler auch nicht in der Position des Bittstellers. Um ihre Abonnenten bei Laune zu halten, seien die Betreiber auf einzigartige Spielideen angewiesen. Daher könne man von Verhandlungen auf Augenhöhe reden.

Veröffentlicht am:
29. 10. 2019
13:28 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
29. 10. 2019
13:28 Uhr



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