Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 54. Hofer Filmtage75 Jahre FrankenpostCoronavirusJubiläumsgewinnspielBlitzerwarner

Computer

Online-Handel wächst ungebremst weiter

Die Deutschen shoppen online - so viel wie noch nie. Kritik an Zustellproblemen und Retouren-Vernichtung bremst den Markt nicht. Die Händler sehen sich den Herausforderungen gewachsen - und könnten in diesem Jahr die Marke von 100 Milliarden Euro Umsatz knacken.



Online-Handel
Die Internet-Händler in Deutschland sehen auch nach vielen Jahren mit starkem Wachstum keine Anzeichen, dass der Trend zum Online-Kauf nachlassen könnte.   Foto: Sebastian Willnow/zb/dpa

Trotz Kritik am Online-Handel, etwa wegen Problemen bei der Zustellung von Paketen oder der Vernichtung von Rücksendungen, wächst die Branche ungebremst weiter.

Die Internet-Händler in Deutschland sehen auch nach vielen Jahren mit starkem Wachstum keine Anzeichen, dass der Trend zum Online-Kauf nachlassen könnte.

Im vergangenen Jahr bestellten die Verbraucher Waren und Dienstleistungen im Wert von 94 Milliarden Euro brutto im Distanzhandel, teilte der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel am Dienstag in Hamburg mit. Das entspricht einem Plus von knapp zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. In diesem Jahr werde voraussichtlich die Schwelle von 100 Milliarden Euro überschritten.

Die Gründe für das anhaltende Wachstum sind nach einer Studie im Auftrag des Verbandes unterschiedlich. Rund ein Drittel der Bestellungen kommt mobil von Tablets und Smartphones. Vor fünf Jahren waren es knapp 20 Prozent.

«Immer und überall kann bestellt werden, das ist ein wichtiger Wachstumsfaktor», sagte Verbandspräsident Gero Furchheim. Auch die Bestellfrequenz nehme zu. Ein Drittel der Käufer gab an, mehrmals die Woche online einzukaufen. Vor fünf Jahren waren es nicht einmal 20 Prozent. Gleichzeitig sei die Zufriedenheit mit dem Online-Handel gestiegen. 94,5 Prozent der Befragten äußerten sich sehr zufrieden oder zufrieden.

Im Handel mit Waren - also ohne Dienstleistungen wie zum Beispiel Flug-, Bahn oder Bustickets, Reisen oder Konzertkarten - setzte der Distanzhandel 74,4 Milliarden Euro um, davon knapp 98 Prozent über den Online-Handel. Die Verbraucher kaufen besonders gern Bekleidung, Elektronikartikel und Computerzubehör im Internet.

Den höchsten Zuwachs weisen aber Lebensmittel, Haushaltsgeräte und Haus- und Heimtextilien aus. Dabei shoppen Frauen laut Studie eher Tierbedarf, Bekleidung oder Drogerieprodukte, während Männer bei Elektronik, Computern und Auto-Motorradbedarf vorne liegen.

«Wir haben keine Angst vor weiterem Wachstum», sagte Furchheim. Die Systeme und die Logistik der Online-Anbieter seien mit dem wachsenden Markt immer effizienter geworden. Durch innovative Logistik-Konzepte werde es auch weiter gelingen, die Zustellung auf der «letzten Meile» zum Kunden zu optimieren und nachhaltig zu gestalten.

Dazu laufen in vielen Städten diverse Projekte, von Mikro-Verteilzentren und Paket-Sammelkästen über die Zustellung mit Lastenfahrrädern und E-Mobilen bis zu autonomen Lieferrobotern. Ein Großtrend zeichnet sich jedoch noch nicht ab. «Kollektive Logistikkonzepte sind effektiver als individuelle», sagte Verbandsgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer.

Im Bereich der Retouren-Sendungen ist laut Studie «kein großer Trend» zu verzeichnen. Die Rücksende-Absicht der Verbraucher sei gesunken: So hätten 87,5 Prozent der Befragten angegeben, beim Kauf keine Rücksendung geplant zu haben - etwa ein Prozent weniger als im Jahr zuvor.

«Wir wissen, dass Warenvernichtung immer schlecht ist», sagte Furchheim. «Allerdings liegt der Anteil der Waren, die vernichtet werden, im Promillebereich.» Die meisten zurückgeschickten Waren würden wieder aufgearbeitet. Der Verband fordere, dass es nicht günstiger sein dürfe, Ware zu vernichten, als sie zu spenden. Dazu müsse eine ungünstige Regelung bei der Umsatzsteuer verändert werden.

Um mehr Nachhaltigkeit zu erreichen, sprach sich der Verband für ein volumenabhängiges Porto aus. Die Versandgebühr soll nicht nach Gewicht, sondern nach Größe berechnet werden. Dadurch seien Händler und Logistiker angehalten, weniger Verpackung zu verbrauchen. Außerdem spare man dadurch Platz bei der Lagerung und Verteilung der Waren. Auch Mehrwegverpackungen und wiederverwendbare Taschen seien sinnvolle Optionen, um den Online-Handel nachhaltiger zu gestalten.

Im Gegensatz zum Einzelhandel habe der Online-Handel einen entscheidenden Vorteil. «Wir produzieren weniger Überhänge», sagte Wenk-Fischer. Online-Händler seien in der Lage, ihre Produkte nachfrageorientiert bereitzustellen.

Veröffentlicht am:
21. 01. 2020
15:29 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Computer Computerteile und Zubehör Elektronikprodukte Haushaltsgeräte Heimtextilien Händler Internethandel und E-commerce Online-Kauf Tablet PC Versandhandel
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Online-Bestellung

06.04.2020

Auch Online-Handel leidet massiv unter der Corona-Krise

Viele Geschäfte geschlossen, viele Menschen am Computer im Homeoffice: Müssten das nicht durchgehend goldene Zeiten für den Online-Handel sein? Die Realität sieht anders aus. » mehr

Svenja Schulze

02.03.2020

Wie Schulze Digitalisierung grün machen will

Jede Google-Anfrage, jedes YouTube-Video, jedes Foto auf WhatsApp verbraucht Strom - nicht nur über Handy oder Computer, sondern auch in Rechenzentren. Umweltministerin Schulze warnt vor den Folgen der Digitalisierung fü... » mehr

Nvidia

14.09.2020

Nvidia greift nach Chip-Designer Arm

Die britische Firma Arm entwickelt die Architektur der Chips, mit denen praktisch alle Smartphones laufen. Jetzt bekommt sie mit Nvidia einen neuen Besitzer. Die Zustimmung der Wettbewerbshüter könnte ein langer Prozess ... » mehr

Technik-Messe IFA

03.09.2020

Technikmesse IFA schaut optimistisch in die Zukunft

Vor einem Jahr kamen noch rund 250 000 Besucher zur IFA nach Berlin. Wegen der Corona-Pandemie findet die IFA in diesem Jahr nur im Kleinformat statt. Prominente Aussteller wie Samsung fehlen. Dafür treten Aufsteiger wie... » mehr

HDE und Google starten Digitalisierungsprogramm für Einzelhandel

10.09.2020

HDE und Google: Digitalisierungsprogramm für Einzelhandel

In der Corona-Pandemie in Deutschland mussten viele Läden zeitweise schließen, Zehntausende sind in ihrer Existenz bedroht. Nun wollen der Handelsverband Deutschland (HDE) und Google die Geschäfte fit für den Handel der ... » mehr

Gamescom

28.08.2020

Gamescom in ihrem Element: Spielemesse geht ins Netz

Nichts ist wie sonst - aber dafür hat die Gamescom einen guten Start hingelegt. Wegen der Corona-Pandemie findet die Messe erstmals rein digital statt. Auch aus der Politik gibt es viel Lob und Anerkennung - und ein erse... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Startup Challenge 2020 des Digitalen Gründerzentrums

Startup Challenge 2020 des Digitalen Gründerzentrums | 25.10.2020 Hof
» 45 Bilder ansehen

Premierenfeier Theater Hof

Premierenfeier Theater Hof | 26.09.2020 Hof/Selb
» 14 Bilder ansehen

Selber Wölfe - Black Dragons Erfurt 3:2 n.P. Selb

Selber Wölfe - Black Dragons Erfurt 3:2 n.P. | 23.10.2020 Selb
» 47 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
21. 01. 2020
15:29 Uhr



^