Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeKinderfilmfestAutonomes Fahren in OberfrankenBlitzerwarner

Topthemen

Spahn will Notaufnahmen mit vorherigen Prüfungen entlasten

Patienten mit vergleichsweise harmlosen Leiden sollen künftig nicht mehr in die Notaufnahme gehen. Die Versicherten sollen besser zu den verschiedenen medizinischen Angeboten gesteuert werden. Doch nicht alle sind begeistert.



Reform der Notfallversorgung
Der Reformvorschlag sieht eine bessere Verteilung von Patienten auf Notaufnahmen und ambulanten Arztpraxen vor.   Foto: Holger Hollemann » zu den Bildern

Mit einer grundlegenden Reform der Notfallversorgung will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Rettungsstellen der Kliniken entlasten.

«Derzeit sind die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu oft zu überlaufen», sagte Spahn am Montag in Berlin. Patienten mit dringendem Behandlungsbedarf müssten oft zu lange Wartezeiten in Kauf nehmen.

Künftig soll deshalb stärker vorher entschieden werden, ob Patienten tatsächlich in die Notaufnahme kommen oder ob etwa ein zeitnaher Arzttermin reicht.

Ein Arbeitsentwurf für eine entsprechende Reform wurde nun an die Bundesländer zur weiteren Diskussion geschickt. Im Kern sieht der Vorschlag vor, dass fachkundiges Personal eine erste Einschätzung zum Bedarf eines Patienten gibt, bevor dieser zu einer ärztlichen Behandlung gelangt.

Als zentrale Lotsen sollen Gemeinsame Notfallleitstellen fungieren, die unter der Nummer 112 des Rettungsdiensts und der Nummer 116117 der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) zu erreichen sein sollen. Bei dem Anruf soll dann vorgeklärt werden, ob der Patient ins Krankenhaus kommt , ob der Bereitschaftsdienst zuständig sein soll oder auch eine normale Sprechstunde reicht.

Wer direkt ein Krankenhaus aufsucht, soll im dort angesiedelten Integrierten Notfallzentrum Hilfe bekommen. Diese Zentren sollen eine Notfallversorgung vornehmen und den Weg in eine stationäre Aufnahme oder ambulante Versorgung ebnen. Betrieben werden sollen die Zentren gemeinsam von den Kliniken und den KVen.

Ziel ist es dem Entwurf zufolge, dass die Notfallambulanzen der Krankenhäuser sowie die bereits heute von den KVen betriebenen Portalpraxen in den Klinikräumen in die neuen Zentren überführt werden. Patienten sollen nicht mehr entscheiden müssen, ob sie etwa eine Rettungsstelle oder Bereitschaftspraxis aufsuchen.

Die seit Jahren bestehenden Probleme bei der Notfallversorgung sollten an der Wurzel angepackt werden, sagte Spahn. Auch eine Grundgesetzänderung könne dazu nötig werden. Der Grund ist, dass heute die Länder für die Organisation des Rettungsdienstes verantwortlich sind, künftig der Bund hier aber Rahmenbedingungen festlegen können soll. Das Tempo der Reform hänge von den anstehenden Beratungen ab, sagte Spahn.

Die Reaktionen fielen gemischt aus. Die Bundesärztekammer bezweifelt, dass genug Geld und Ärzte vorhanden seien, wie sie in der «Rheinischen Post» (Online) betonte. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung begrüßte, dass die Notfallversorgung reformiert werden solle, warnte aber vor der Zerstörung gewachsener Strukturen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 07. 2019
18:25 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Ambulanz Arzttermine Bundesgesundheitsminister Bundesärztekammer CDU Jens Spahn Kassenärztliche Bundesvereinigung Krankenhäuser und Kliniken Patienten Ärzte Ärztliche Untersuchung und Behandlung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Notaufnahme

22.07.2019

Rettungsplan für Notaufnahmen - Spahn setzt zu großer OP an

Millionen Patienten suchen jedes Jahr die Notaufnahmen der Krankenhäuser auf - nicht alle bräuchten aber sofort eine Behandlung. Nun will der Gesundheitsminister eine grundsätzliche Reform. » mehr

Organspende-Bilanz 2019

13.01.2020

Nieren, Herzen, Därme: Neuer Anlauf für mehr Organspenden

In Deutschland ist die Zahl der Patienten, denen eine Organspende helfen könnte, deutlich größer als die Zahl der transplantierten Organe. Die Politik hat bereits ein Gesetz geändert. Nun steht eine weitere wichtige Ents... » mehr

Bessere Versorgung durch weniger Kliniken

15.07.2019

Heftige Debatte um Klinikschließungen

Fast 60 Prozent der Krankenhäuser sollten dichtgemacht werden, rät eine Studie. Falsches Rezept, hallt es zurück. Die Wege zur Klinik auf dem Land könnten noch länger werden, ist die Befürchtung. Auch der Bundespräsident... » mehr

Markt in Fuyang

24.01.2020

Virus vermasselt Neujahrsfest: «Die Stimmung ist schlecht»

Die Angst vor der Lungenkrankheit geht um. Das Ausmaß der Ansteckung von Ärzten und Pflegern wird vertuscht. Haben die Behörden zu langsam reagiert? Wie lange müssen die Millionenstädte in Quarantäne bleiben? » mehr

Impfpass

14.11.2019

Bundestag beschließt Masern-Impfpflicht

Der Bundestag hat am Donnerstag eine Masern-Impfpflicht beschlossen. Eltern müssen künftig nachweisen, dass ihre Kinder gegen Masern immunisiert sind, bevor sie sie in einer Kindertagesstätte oder Schule anmelden. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Wahlpodium Landkreis Wunsiedel Marktleuthen

Wahlpodium Landkreis Wunsiedel | 26.01.2020 Marktleuthen
» 61 Bilder ansehen

Tina Turner Show - Simply the Best

Tina Turner Show - Simply the Best | 27.01.2020 Hof
» 60 Bilder ansehen

Selber Wölfe - EV Füssen

Selber Wölfe - EV Füssen | 26.01.2020 Selb
» 48 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 07. 2019
18:25 Uhr



^