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Greta Thunberg erhält den Alternativen Nobelpreis

Für ihren Kampf gegen die Klimakrise bekommt die junge Aktivistin aus Schweden ihre bislang wohl größte Auszeichnung: Gemeinsam mit drei weiteren Persönlichkeiten wird sie mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt. Ist der Preis nur der Aufgalopp zu einer noch größeren Ehre?



Greta Thunberg
Für ihren Einsatz im Kampf gegen den Klimawandel ist Greta Thunberg mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden. Foto: Jason Decrow/AP   Foto: dpa » zu den Bildern

Eigentlich ist Greta Thunberg gerade bei den Vereinten Nationen in New York dabei, den Toppolitikern der Erde die Leviten zu lesen. Doch auch in ihrer schwedischen Heimat hat man die Klimaaktivistin nicht vergessen.

Die 16-Jährige wird in diesem Jahr neben drei weiteren Preisträgern mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Das teilte die Right Livelihood Stiftung am Mittwoch in Stockholm mit.

Auch die Menschenrechtskämpferin Aminatu Haidar aus der Westsahara, die chinesische Frauenrechtlerin Guo Jianmei sowie der brasilianische Ureinwohner Davi Kopenawa und seine indigene Vereinigung Hutukara Yanomami werden mit dem Preis geehrt.

Die junge Schwedin erhält die Auszeichnung für ihren Einsatz für mehr Klimaschutz. «Thunberg ist die mächtige Stimme einer jungen Generation, die die Konsequenzen des heutigen politischen Versagens beim Stoppen des Klimawandels tragen werden muss», sagte Stiftungsdirektor Ole von Uexküll auf einer Pressekonferenz. Sie habe Millionen Menschen dazu inspiriert, ihre Stimme zu erheben und sofortige Schritte für das Klima einzufordern.

Dabei habe Thunberg es geschafft, die politische Debatte über den Klimawandel wieder mit den Fakten zu verknüpfen. «Mit diesem Award ehren wir eine der effektivsten Anführerinnen der Zivilgesellschaft unserer Zeit und feiern die Kraft eines jeden Menschen, einen Unterschied zu machen.»

Dass die Zeit im Kampf gegen die Klimakrise drängt, zeigt unter anderem ein am Mittwoch veröffentlichter Bericht des Weltklimarats IPCC. Darin zeigen die beteiligten Wissenschaftler auf, dass die menschengemachte Erderwärmung Meere und Eismassen auf unserem Planeten massiv schädigt. Dass der Meeresspiegel immer schneller ansteigt, sei eine der alarmierenden Folgen, heißt es in dem Bericht. Der Politik stellt der IPCC darin ein verheerendes Zeugnis aus.

Insgesamt ehrt die Right Livelihood Stiftung mit den diesjährigen Auszeichnungen «vier praktische Visionäre, deren Einsatz es Millionen von Menschen ermöglicht, ihre grundlegenden Rechte zu verteidigen und für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten zu kämpfen», wie von Uexküll erklärte.

Dabei ist mit Haidar erstmals eine Persönlichkeit aus der Westsahara unter den Preisträgern. Sie kämpft seit Jahrzehnten für Gerechtigkeit und Selbstbestimmung der Bevölkerung in der Region und eine Unabhängigkeit ihrer Heimat. Haidar schrieb auf Twitter, der Preis sei Anerkennung für die Würde und den gewaltfreien Kampf des Volkes der Westsahara für Freiheit und Unabhängigkeit.

Die Juristin Guo Jianmei erhält den Alternativen Nobelpreis für ihren beharrlichen Einsatz für die Stärkung der Frauenrechte in China. Sie hat nach Angaben der Stiftung bereits Tausenden benachteiligten Frauen den Zugang zur Justiz ermöglicht.

Davi Kopenawa und seine Vereinigung Hutukara Yanomami werden zudem für ihr mutiges und entschlossenes Engagement für Wald und Artenvielfalt im Amazonas sowie die dort lebenden Ureinwohner ausgezeichnet. «Ich bin sehr glücklich. Die Leute vom Right Livelihood Award haben mich nicht vergessen», ließ Kopenawa über die Organisation Survial International ausrichten.

Der gewöhnlich als Alternativer Nobelpreis bezeichnete Right Livelihood Award wird seit 1980 und damit in diesem Jahr zum 40. Mal vergeben. Der spendenfinanzierte Preis steht in kritischer Distanz zu den traditionellen Nobelpreisen. Während der Award oft eher unbekannte Persönlichkeiten ehrt und somit zu mehr Bekanntheit verhilft, findet sich mit Thunberg diesmal eine weltberühmte Aktivistin unter den Preisträgern. Die Schwedin hat für ihren Kampf ums Klima in diesem Jahr eine Reihe von Preisen und Auszeichnungen erhalten, darunter den Menschenrechtspreis von Amnesty International.

Viele handeln Thunberg bereits für den Friedensnobelpreis, dessen diesjähriger Träger am 11. Oktober in Oslo bekanntgegeben wird. Sie wurde dafür unter anderem von skandinavischen Politikern nominiert, aber auch von der klimapolitischen Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag, Lisa Badum. Diese erklärte, Thunberg habe den Alternativen Nobelpreis mehr als verdient. Es handele sich auch um ein wichtiges Signal für die Klimademonstranten in aller Welt. Badum forderte zugleich: «Die Bundesregierung muss die Klimabewegung endlich ernstnehmen und darf sie nicht mit Pille-Palle-Paketen abspeisen.»

Thunberg selbst bedankte sich für die Auszeichnung durch die Right Livelihood Stiftung. Diese gelte allerdings niemals ihr allein, sondern sei eine «riesige Anerkennung» für die internationale Klimabewegung Fridays for Future, wurde die Aktivistin von der Stiftung zitiert. «Ich bin Teil einer weltweiten Bewegung von Schulkindern, Jugendlichen und Erwachsenen jeden Alters, die sich entschieden haben, unseren lebenden Planeten zu verteidigen. Mit ihnen allen teile ich diese Ehrung.»

Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld in Höhe von jeweils einer Million schwedischen Kronen (93.500 Euro) ist für die Arbeit der Geehrten bestimmt. Darüber hinaus wird den Preisträgern von der Stiftung langfristige Unterstützung für ihr Vorhaben und Hilfe in lebensbedrohlichen Situationen zugesichert.

Insgesamt hatte sich die internationale Vergabejury 142 Nominierungen aus 59 Ländern angeschaut. Die Auszeichnungen werden am 4. Dezember auf einer feierlichen Zeremonie in Stockholm vergeben - Thunberg wird zu dem Zeitpunkt ihren Planungen zufolge auf der Weltklimakonferenz in Chile sein.

Kopenawa wird den Preis dann bereits zum zweiten Mal in Empfang nehmen: Im Jahr 1989 hatte er den Award schon einmal stellvertretend für die Menschenrechtsorganisation Survival International entgegengenommen. Bei der Feier soll unter anderem Whistleblower Edward Snowden aus Moskau zugeschaltet werden. Er war 2014 mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet worden.

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dpa

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Veröffentlicht am:
25. 09. 2019
16:07 Uhr

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25. 09. 2019
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