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Nach Flugbegleiter-Streik weitgehend wieder Normalbetrieb

Der Streik der Kabinenbeschäftigten bei der Lufthansa hatte die Flugpläne am Donnerstag und Freitag durcheinandergewirbelt. Am Samstag gab es noch vereinzelt Ausfälle. Kommt jetzt die Schlichtung?



Lufthansa-Schalter
Lange Schlangen vor den Lufthansa-Schaltern am Münchner Flughafen.   Foto: Matthias Balk/dpa » zu den Bildern

Nach dem Ende der zweitägigen Streiks der Flugbegleiter ist der Flugverkehr bei der Lufthansa am Samstag wieder weitgehend normal verlaufen. An den beiden größten deutschen Flughäfen Frankfurt und München gab es noch vereinzelte Flugausfälle.

Der Flugplan normalisiere sich wieder, doch die Auswirkungen des Streiks seien noch zu spüren, berichtete eine Sprecherin des Flughafen-Betreibers Fraport am Samstag in Frankfurt. Passagiere müssten aufgrund des erhöhten Fluggast-Aufkommens mit längeren Wartezeiten rechnen. Ihnen werde empfohlen, zweieinhalb Stunden vor dem Start am Airport zu sein.

Nach Angaben von Fraport hat es am Samstag «einige Flugausfälle» gegeben, darunter seien rund 20 Flüge der Lufthansa gewesen. Am Samstag standen in Frankfurt insgesamt 1200 Starts und Landungen auf dem Plan. Auch am Münchner Flughafen fielen einige Flüge aus. An die 20 Verbindungen seien für Samstag annulliert worden, sagte ein Sprecher von Deutschlands zweitgrößtem Airport. Zahlreiche Lufthansa-Flüge starteten oder landeten demnach zudem mit Verspätung.

Eine Lufthansa-Sprecherin sprach von «vereinzelten Streichungen», ohne Zahlen zu nennen: «Es dauert etwas, bis das System wieder angelaufen ist.» Hier und da müssten sich Maschinen und Crews erst wieder zum richtigen Einsatzort begeben.

Die Gewerkschaft Ufo bewerte den Streik als «vollen Erfolg». Ufo-Vize Daniel Flohr sagte, leider habe der Ausstand zu Stress bei den Passagieren geführt. Er hoffe, dass es zu keinen weiteren Streiks komme.

Denn es gibt Hoffnung auf ein Ende des Tarifkonflikts für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter. Ufo und die Airline wollen über eine mögliche Schlichtung beraten. Beide Seiten vereinbarten aber striktes Stillschweigen. Dem Vernehmen nach sollen die Gespräche am Sonntag an einem geheimen Ort beginnen. Man brauche die Vertraulichkeit, um schwierige juristische Fragen auszuräumen, so Lufthansa-Chef Carsten Spohr. «Wenn wir schlichten, muss das Ganze juristischen Halt haben.»

Wegen des Streiks hatte die Lufthansa insgesamt 1500 Flüge abgesagt. Die Airline sprach von rund 200 . 000 betroffenen Passagieren. Vor allem die Drehkreuze Frankfurt und München traf es.

Sollte es bei den Gesprächen kein Einlenken der Lufthansa geben, will die Ufo erneut streiken - auch bei weiteren Gesellschaften der Airline. «Entweder wir haben eine Lösung oder wir werden eben verkünden, dass es eine massive Ausweitung geben muss», sagte Ufo-Sprecher Nicoley Baublies der dpa. «Weil, wenn das noch nicht reicht, ja, dann müssen mehr Unternehmen streiken, und dann muss es auch länger sein.» Am Montag werde das weitere Vorgehen verkündet.

Die Ufo hatte Donnerstag und Freitag die Lufthansa-Kerngesellschaft bestreikt. Nach Urabstimmungen ist sie aber auch bei vier Lufthansa-Töchtern streikbereit, bei Germanwings, Eurowings Deutschland, LufthansaCityLine und SunExpress Deutschland.

Die Lufthansa vollzieht mit den angepeilten Gesprächen mit Ufo eine Kehrtwende: Sie hatte über Monate dem Ufo-Vorstand die Vertretungsberechtigung abgesprochen und jegliche Verhandlungen abgelehnt.

Ufo fordert höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. In dem gesamten Konflikt geht es aber hauptsächlich um die Frage, ob Ufo überhaupt Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.

Spohr strebt einen einheitlichen Tarifvertrag für die Lufthansa-Kerngesellschaft an. Er verwies auf die Lufthansa-Tochter Eurowings, bei der man mit den konkurrierenden Gewerkschaften Verdi und Ufo übereinstimmende Abschlüsse gefunden habe. Seit Mittwoch spricht Lufthansa zudem mit der erst in Gründung befindlichen Cabin Union (Kabinen-Gewerkschaft) der Ufo-Abspaltung IGL.

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dpa

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Veröffentlicht am:
09. 11. 2019
12:22 Uhr

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09. 11. 2019
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