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Hintergründe

Jeff Flake - Ein Parteirebell, der sich beugte

Es ist eine Szene, die Jeff Flake noch lange begleiten könnte. Es geht um die Nominierung des Supreme-Court-Kandidaten Brett Kavanaugh, dem mehrere Frauen sexuelle Belästigung vorwerfen.



Jeff Flake
Jeff Flake, republikanischer US-Senator, spielt bei der Ernennung des Supreme-Court-Kandidaten Kavanaugh das Zünglein an der Waage.   Foto: Pablo Martinez Monsivais/AP

Der Republikaner Flake hat vor wenigen Augenblicken mitgeteilt, dass er für Kavanaugh stimmen will, er ist auf dem Weg in eine wichtige Sitzung, da konfrontieren ihn zwei Frauen am Aufzug.

Sie weinen, werfen ihm in wütendem Ton vor, dass seine Entscheidung unerträglich sei. Eine der Frauen sagt, sie sei sexuell belästigt worden. Die andere fleht ihn an, ihr in die Augen zu schauen. Kameras halten die Szene fest.

Jeff Flake galt als Wackelkandidat bei der Abstimmung über Kavanaugh, aber er beugt sich der Parteilinie der Republikaner. Damit steigen die Chancen für den umstrittenen Supreme-Court-Kandidaten.

Die Entwicklung am Donnerstag ist bezeichnend für die letzten Monate von Flakes Karriere im Kongress. Der Senator aus Arizona ist ein lautstarker Kritiker von Donald Trump, einer von wenigen unter den Republikanern. Aber er hat viele Vorhaben des Präsidenten unterstützt. Nach Berechnungen der Nachrichtenseite FiveThirtyEight stimmte er in gut 80 Prozent aller Fälle im Sinne von Trump.

Anfang 2019 wird Flake aus dem Senat ausscheiden, er verzichtete auf eine Kandidatur für die Kongresswahlen im November, weil er sich in der Vorwahl der Republikaner geringe Chancen ausrechnete. Umfragen hatten ihm schlechte Zustimmungswerte unter Trumps Anhängern in Arizona bescheinigt.

Vor einigen Monaten gab es Spekulationen, Flake könne Trump womöglich im Vorwahlkampf 2020 herausfordern. In flammenden Reden positionierte er sich als konservative Alternative zu dem politischen Außenseiter und trat in New Hampshire auf - einem der wichtigen Vorwahlstaaten.

Flake unterscheidet sich in vielem von Trump. Er ist Mormone, sehr gläubig, gilt als äußerst diszipliniert. Er ist liberaler beim Thema Einwanderung als viele seiner Parteikollegen und arbeitete zusammen mit einer Gruppe von Demokraten an einer Reform, die letztendlich an Trump und konservativen Hardlinern scheiterte.

Im vergangenen Dezember, als es Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen den republikanischen Senatskandidaten Roy Moore gab, unterstützte Flake dessen demokratischen Konkurrenten mit einer Wahlkampfspende. «Das Land kommt vor der Partei», schrieb er damals auf Twitter. Am Donnerstag entschied sich Flake für die Partei.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
28. 09. 2018
22:36 Uhr

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28. 09. 2018
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