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Hintergründe

Tasuku Honjo: Schon als Kind wollte er Medizin studieren

Als Kind liebte es Tasuku Honjo, in der Natur zu sein und den Saturn zu beobachten. Geboren am 27. Januar 1942 in Kyoto, verschlang Honjo im Alter von gerade einmal zehn Jahren die Biografie des berühmten japanischen Mediziners und Mikrobiologen Hideyo



Tasuku Honjo
Der 76-jährige Nobelpreisträger Tasuku Honjo will noch eine ganze Weile weiter forschen.   Foto: Nobuki Ito/Kyodo News via AP

Noguchi (1876-1928) - und beschloss, eines Tages selber Medizin zu studieren. «Ich verehrte ihn», erzählte Honjo einmal anlässlich seiner Auszeichnung mit dem Robert-Koch-Preis 2012.

Sein prägendes Vorbild Noguchi hatte sich bei der Erforschung des Gelbfiebers im afrikanischen Ghana während seiner Arbeiten selbst mit dem Virus infiziert und war daran gestorben. Seine Hingabe und seine Tragödie hätten ihn als Kind überwältigt, schilderte Honjo.

1975 promovierte Honjo an der Universität Kyoto, nachdem er von Forschungsaufenthalten im Ausland nach Japan zurückgekehrt war. 1992 entdeckte er zusammen mit Kollegen, dass das Protein PD-1 das Immunsystem ausbremst. Therapien, die auf dieser Entdeckung beruhten, erwiesen sich als effektiv im Kampf gegen Krebs.

Gelegentlich, so erzählt Honjo am Tag der Bekanntgabe des Nobelpreises an ihn in Kyoto, werde er von Menschen angesprochen, die durch seine Entdeckung geheilt worden seien. «Wenn ich dann höre, "Das verdanke ich Ihnen", dann denke ich, dass meine Forschung einen Sinn hatte», erzählt Honjo. Darüber sei er sehr glücklich. «Damit noch mehr Kranke geheilt werden können, werde ich noch eine Weile weiter meine Forschung fortsetzen», fügt der bescheiden wirkende 76-jährige Wissenschaftler hinzu, der sich mit Golf spielen fit hält.

Innerhalb dieses Jahrhunderts werde die Zeit kommen, da man «sich nicht mehr so sehr vor Krebs fürchten muss», zeigte sich Honjo kürzlich bei einem Symposium mit Wissenschaftler und Schülern zuversichtlich.

«Er ist ein sehr souveräner und inspirierender Forscher, ein Grandseigneur» sagt Rudolf Grosschedl, Direktor am Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg. «Er ist sehr breit interessiert und hat immer sehr gute Ideen. Es mach Spaß, mit ihm zu diskutieren.» Zudem fördere er junge Forscher.

Dass er nun den Nobelpreis erhielt, sagt Honjo, habe er «unzähligen Menschen» zu verdanken, vor allem seinen Kollegen, Studenten und anderen Unterstützern - und seiner Familie. Diese, so erzählte er einmal, habe sicher unter seiner «sturen und ziemlich engstirnigen Konzentration auf die Wissenschaft» zu leiden gehabt. Umso mehr sei er seiner Familie dankbar, ihn stets unterstützt zu haben.

Veröffentlicht am:
01. 10. 2018
15:51 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
01. 10. 2018
15:51 Uhr



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