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Hintergründe

James Allison war schon früh mit Krebs konfrontiert

Vielleicht hat ein Schicksalsschlag in der Kindheit das spätere Leben beeinflusst. Als Zehnjähriger verliert James Allison seine Mutter an Krebs. «Ich war bei ihr, als sie starb», erzählte er einmal. «Sie hatte diese Verbrennungen am Hals, wegen der Bestrahlungen.»



Forscher James Allison
Der US-Immunologe James Allison erforschte die Rolle der Körperabwehr bei Krebs.   Foto: Sara Lemel

60 Jahre später erhält Allison für die Entwicklung neuer Therapien gegen Tumore den Medizin-Nobelpreis. Seine Erfahrungen als Kind hätten tiefen Eindruck bei ihm hinterlassen, sagte der heute 70-Jährige.

Später erforscht der Immunologe die Rolle der Körperabwehr bei Krebs. Er entdeckt, dass ein Molekül das Immunsystems bremst. «Und so hatte ich eine einfache Idee: Nun, lasst uns einfach die Bremsen deaktivieren und sehen, was passiert», sagte er in einem Interview auf der Internetseite seiner Universität. Seine Forschung führte zu einem Medikament, das das Überleben von Patienten mit Schwarzem Hautkrebs verlängert.

Der Immunologe begann seine wissenschaftliche Karriere in seiner Heimat Texas. Nach Zwischenstationen in Kalifornien und New York kehrte er 2012 in den US-Bundesstaat zurück und forscht seitdem am MD Anderson Cancer Center in Houston.

Im vergangenen Jahr nannte das Magazin «Time» den Wissenschaftler in der Liste der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten. Er erhielt mehrere Forschungspreise, darunter den israelischen Wolf-Preis und den renommierten deutschen Paul-Ehrlich-Preis.

Trotz des akademischen Erfolgs pflegt Allison jenseits der Wissenschaft etliche Hobbys: Der Texaner sei ein eher lebhafter Kollege, sagte Rudolf Grosschedl, Direktor am Freiburger Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik. Zur Entspannung segle er. Zudem spielt der Mediziner Mundharmonika in zwei Blues-Bands. Als einen der Top-Fünf-Momente seines Lebens bezeichnet Allison eine Jam-Session mit dem Country-Star Willie Nelson auf der Bühne. Verheiratet ist Allison mit der Forscher-Kollegin Padmanee Sharma.

«Es ist ein großartiges emotionales Privileg, Krebspatienten zu treffen, die mit der Blockade von Immuncheckpunkten behandelt wurden», erklärt er nach Bekanntgabe der Auszeichnung. «Sie sind lebender Beweis für die grundlegende Kraft der Wissenschaft, unseren Drang zu lernen und zu verstehen, wie Dinge funktionieren.» Beim Treffen mit einer geheilten jungen Patientin sei er vor Rührung in Tränen ausgebrochen, erzählte er vor einem Jahr.

Allison erkrankte selbst an Haut-, Blasen- und Prostatakrebs. Die von ihm mitentwickelte Immuntherapie musste er nicht in Anspruch nehmen. «Wenn man es früh diagnostiziert, ist eine Operation immer noch das Beste», sagte er. Alle bösartigen Geschwulste seien entfernt worden. «Sollten sie zurückkommen, würde ich aber sicherlich auf die Immuntherapie setzen.»

Veröffentlicht am:
01. 10. 2018
15:57 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
01. 10. 2018
15:57 Uhr



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