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Hintergründe

Bayer trennt sich von Trainer Herrlich und verpflichtet Bosz

Nach dem 3:1 gegen Hertha BSC und trotz der 13 Punkte aus den vergangenen sechs Bundesligaspielen ist bei Bayer Leverkusen Schluss für Heiko Herrlich: Der Trainer muss gehen, Peter Bosz ist sein Nachfolger.



Bosz und Herrlich
Der damalige BVB-Trainer Peter Bosz (l) und Bayer-Coach Heiko Herrlich begrüßen sich im Dezember 2017 in Leverkusen.   Foto: Bernd Thissen

Als Rudi Völler am Samstagabend bei Heiko Herrlich persönlich vor der Tür stand, war der Trainerwechsel bei Bayer Leverkusen beschlossene Sache. Herrlich muss ungeachtet eines beachtlichen Schlussspurts gehen, als Nachfolger wurde einen Tag vor Heiligabend Peter Bosz verkündet. «Ich habe ihm alles erklärt. Wir haben ihn lange gestützt. Die Entwicklung war aber nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben», begründete Sport-Geschäftsführer Völler am Sonntag die Entscheidung des Fußball-Bundesligisten gegen Herrlich. Der Ex-Weltmeister verwies auf die Stagnation in der Entwicklung des Teams, die leider «nicht mehr zu leugnen» sei.

Nun soll es Bosz richten. Der 55-jährige Niederländer Bosz übernimmt Herrlichs Amt mit Beginn der Rückrundenvorbereitung am 4. Januar und bekommt einen Vertrag bis 30. Juni 2020. Für ihn ist es die zweite Station in der deutschen Eliteklasse nach dem wenig ruhmreichen Halbjahres-Intermezzo bei Borussia Dortmund: Der BVB hatte sich nach einer Serie von Misserfolgen am 10. Dezember 2017 von Bosz getrennt. Das weiß auch Völler, der zugleich betonte: «Wir sind begeistert, von der Art und Weise, wie er in Amsterdam hat spielen lassen.»

Mit Bosz will der Verein versuchen, «unseren ambitionierten Ansprüchen so schnell wie möglich wieder gerecht zu werden», sagte Fernando Carro, Vorsitzender der Bayer-Geschäftsführung. Das wurde Herrlich nicht zugetraut, der am Samstag nach dem 3:1 (2:1) gegen Hertha BSC noch auf weiteres Vertrauen gehofft hatte. «Ich verstehe mich immer als Diener des Vereins. Und so lange ich Diener des Vereins sein darf, werde ich es leidenschaftlich tun», hatte sich der 47-jährige noch geäußert.

Doch selbst dieser Sieg und die 13 Punkte aus den zurückliegenden sechs Bundesligaspielen bewahrten ihn nicht vor der Beurlaubung: 24 Zähler und Tabellenplatz neun nach der Hinrunde waren den Bayer-Bossen zu wenig. Auch das Überwintern im DFB-Pokal und der Europa-League-Gruppensieg sind für Herrlich nur noch Makulatur.

Der ehemalige Profi und Erstliga-Torschützenkönig Herrlich hatte Leverkusen mit Beginn der Saison 2017/2018 übernommen. In seiner ersten Spielzeit als Chefcoach führte er den Verein auf den fünften Platz und in die Europa League. Die Qualifikation für die Champions League wurde nur wegen der Tordifferenz verpasst. Zuvor hatte Herrlich seit Dezember 2015 Jahn Regenburg trainiert und mit den Bayern den Aufstieg in die 3. Liga (2016) und im Folgejahr 2017 sogar den Durchmarsch in die 2. Liga geschafft.

Ein Faktor dürfte den Ausschlag gegen Herrlich gegeben haben: Sein Team aus hochtalentierten Spielern wie Julian Brandt fand in dieser Saison nie zu dauerhaften Top-Leistungen. Zuletzt konnte Herrlich nur noch auf eines verweisen: «Der Trend geht in die richtige Richtung». Er musste aber einräumen, dass die Kritik an ihm und den phasenweise schwachen Auftritten seines Teams «größtenteils berechtigt» war.

Möglicherweise spielte es bei den Überlegungen der Bayer-Chefs auch eine Rolle, dass Herrlich mit seinen Profis vielleicht zu sanft umging. Im Umfeld war in jüngerer Vergangenheit zu vernehmen, dass Herrlich eine härtere Gangart in der Alltagsarbeit hätte wählen müssen. Brandt widersprach dieser These indirekt, als er am Samstag wissen ließ, der Trainer habe in den vergangenen Wochen «alles gegeben». Doppel-Torschütze Kai Havertz hielt zu Herrlichs Gunsten fest: «Die Tendenz geht nach oben.»

Herrlich war letzten Endes trotz dieser lobenden Schluss-Einlassung des 19-jährigen Havertz machtlos, wenngleich er sich noch in einer Art Selbstverteidigung übte: Das Verletzungspech zu Beginn der Saison habe dazu geführt, dass nicht ausreichend rotiert werden konnte. «Die Spieler waren teilweise total überspielt und leer», blickte Herrlich auf diese schwierige Phase zurück. In der Summe hätten er und seine Mannschaft eines nicht bewirken können: «Kontinuität haben wir nicht komplett reinbekommen.»

Das ist nun die schwere Aufgabe für Bosz, die Sportdirektor Simon Rolfes ihm zutraut. Bosz stehe «für offensiven,

temporeichen und begeisternden Fußball» und hat laut Rolfes eine Eigenschaft, die ihn für Bayer prädestiniert: «Er hat auf seinen Trainerstationen immer eine besondere

Passion bei der Arbeit mit jungen Spielern gezeigt.»

Veröffentlicht am:
23. 12. 2018
13:17 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
23. 12. 2018
13:17 Uhr



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