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Hintergründe

Der D-Day: Ein Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg

Bei der Landung in der Normandie im Zweiten Weltkrieg boten die Alliierten die größte Armada der Kriegsgeschichte auf. Die gewaltige Militäroperation vor 75 Jahren war der Auftakt zur Befreiung Frankreichs und Westeuropas von der Nazi-Herrschaft.



Gedenken an den D-Day
Ein Pärchen in historischen Uniformen der britischen Armee am Gold Beach an der französischen Atlantikküste: Am 6. Juni jährt sich zum 75. Mal der Tag der Landung alliierter Truppen in der Normandie (D-Day). Foto: Kay Nietfeld   Foto: dpa

3100 Landungsboote mit etwa 150.000 Soldaten machen sich auf den Weg nach Nordfrankreich, sie wurden von 1200 Kriegsschiffen und 1000 Flugzeugen geschützt. Zur Streitmacht der Alliierten am sogenannten D-Day gehörten vor allem US-Amerikaner, Briten, Kanadier, Polen und Franzosen.

Die Deutschen hatten im betroffenen Küstenabschnitt nur etwa 50.000 Infanteristen und wenige Flugzeuge zur Verfügung. Weiter nördlich, wo das Landungsunternehmen irrtümlich erwartet wurde, war der Großteil der Divisionen des Westheeres stationiert.

Der Ablauf der militärischen Ereignisse stelle sich inzwischen klar dar, resümiert der Vizedirektor des Deutschen Historischen Instituts in Paris, Stefan Martens. «Was aber viel weniger beachtet worden ist, ist das Leiden der Zivilbevölkerung», sagte der Historiker der Deutschen Presse-Agentur. So wurde die Hafenstadt Caen massiv von den Kämpfen getroffen.

Im Laufe der Zeit wird das Bild der Kriegsereignisse im Jahr 1944 differenzierter. Dabei kommen auch Tabuthemen zur Sprache. Martens nennt Gräueltaten als Beispiel: «Nicht nur die Deutschen haben keine Gefangenen gemacht, sondern teilweise eben auch die Amerikaner, Kanadier oder Engländer.» Viele Menschen sind stattdessen getötet worden.

Auf deutscher Seite habe es eine völlige Fehleinschätzung der eigenen Stärke gegeben, bilanziert Martens. «Es gab bei Adolf Hitler die Erwartung, man könne die Landung zurückschlagen und sich auf diese Weise wieder den Ereignissen an der Ostfront zuwenden.» Das stellte sich als Illusion heraus, zumal die Alliierten im Rücken der deutschen Streitkräfte Eisenbahnverbindungen bombardierten und damit den Nachschub behinderten.

Der D-Day steht auch für Tod und unmenschliches Blutvergießen. Am Abend des D-Day registrierten die Alliierten Verluste von rund 12.000 Mann, darunter etwa 4400 Tote. Die Zahl der deutschen Verwundeten, Vermissten und Gefallenen wird auf 4000 bis 9000 Mann geschätzt. Im weiteren Verlauf der «Operation Overlord» sollen bis zur Eroberung von Paris im August 200.000 Deutsche und 70.000 Verbündete ums Leben gekommen sein. In der verwüsteten Normandie starben bis zu 20.000 Zivilisten.

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dpa

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Veröffentlicht am:
05. 06. 2019
12:04 Uhr

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05. 06. 2019
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