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Hintergründe

Ströbele für Grünen-Kanzlerkandidaten

Als erster prominenter Grünen-Politiker hat sich Gründungsmitglied Hans-Christian Ströbele dafür ausgesprochen, dass seine Partei bei anhaltend guten Umfragewerten bei der nächsten Bundestagswahl einen Kanzlerkandidaten aufstellt.



Grünen-Mitbegründer Ströbele
Hans-Christian Ströbele, Mitbegründer der Grünen, plädiert für einen grünen Kanzlerkandidaten.   Foto: Britta Pedersen

«Es sind noch zwei Jahre hin und es wird noch zwei Jahre Wahlumfragen geben. Aber wenn das einigermaßen so bleibt, wäre es fahrlässig, das nicht zu tun», sagte der langjährige Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur. «Sonst steht man nachher da, hat gewonnen und die Wählerinnen und Wähler wissen gar nicht: Wer wird jetzt Kanzler oder Kanzlerin?»

Die Grünen hatten bei der Europawahl mit 20,5 Prozent ihr bestes Ergebnis bei einer bundesweiten Wahl erzielt und verdrängten die SPD erstmals von Platz zwei. In der ersten Forsa-Umfrage nach der Wahl wurden sie sogar erstmals stärkste Partei knapp vor der Union. In dem am Donnerstag veröffentlichten ZDF-«Politbarometer» lagen sie mit 26 Prozent nur einen Punkt hinter CDU und CSU.

Ströbele hält es für möglich, dass die Grünen das Niveau halten und bei der Bundestagswahl stärkste Partei werden. Man sollte sich zwar nicht zu stark auf die Umfrageergebnisse fokussieren, sagte er der dpa. «Ich bin aber dafür, dass man diesen Fall bedenkt. Es wäre ja fahrlässig, wenn man ihn nicht bedenken würde.»

Die Parteiführung blockt bisher alle Fragen nach einer Kanzlerkandidatur ab, und auch sonst haben sich bisher keine prominenten Parteimitglieder dazu geäußert.

Ströbele, der am Freitag 80 wird, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), die Entscheidung müsse kurz vor der Wahl fallen. Er sieht die Parteiführung gut aufgestellt. «Wenn man sich das Personal an der Spitze anschaut und es mit den anderen Parteien vergleicht, sind die Grünen viel ernster und glaubwürdiger», sagte er. «Auch Frau Merkel trägt zwar den Titel "Klimakanzlerin" - doch es passiert ja nichts.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
06. 06. 2019
15:16 Uhr

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06. 06. 2019
15:16 Uhr



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