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Hintergründe

G20 - Der große, kleine Kreis der Weltpolitik

Der G20-Gipfel heißt G20, weil 20 Staatsmänner und -frauen zum Problemlösen zusammenkommen. Seit Donald Trump dabei ist, leidet die Idee. Der Amerikaner nutzt das Forum, um sich seine Gesprächspartner herauszupicken. Andere folgen.



G20-Gipfel in Osaka
Das große Händeschütteln: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (l.), US-Präsident Donald Trump und der japanische Premier Shinzo Abe.   Foto: Susan Walsh/AP

Eigentlich sollte der Gipfel der Staats- und Regierungschefs von 19 wichtigen Industrieländern und der EU ein großer Gesprächskreis sein. Zur Lösung der weltweit duchgeschlagenen Finanzkrise war er 2008 von den Finanzministern auf die Chefebene gehoben worden.

Seit dem Amtsantritt von Donald Trump ist alles anders: Der US-Präsident setzt seine Weltsicht vom Primat des Nationalstaates über multilaterale Organisationen auch beim G20 durch. Von den fünf Arbeitssitzungen in Osaka schwänzt er mindestens zwei.

Statt des großen Plenums trifft er sich mit neun Staats- und Regierungschefs oder deren Vertretern auf bilateraler Ebene - darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, Russlands Präsident Wladimir Putin, Chinas Staatschef Xi Jinping, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman. Trump pickt sich die Gesprächspartner heraus, die er gerade braucht.

Statt im Zweifel alleine gegen 19 zu stehen - wie noch 2017 beim Gipfel in Hamburg, als sich Trump beim Thema Klimawandel isolierte - spielt er mit den bilateralen Treffen die Macht seines Landes aus - politisch und wirtschaftlich. Im Zweier-Gespräch hat das machtvolle Amerika fast immer die besseren Trümpfe.

Und er hat Erfolg: Sein Beispiel macht Schule. Russlands Präsident Wladimir Putin schwenkte schon kurz vor Beginn des Gipfels in einem Interview der «Financial Times» auf Trumps Linie ein. Der Liberalismus alter Schule sei «obsolet», sagte der russische Präsident. Den nationalen Bewegungen in Europa müsse Rechnung getragen werden.

Der Gipfel in Osaka gleicht ein bisschen einem Speed-Dating-Lokal: Kanzlerin Angela Merkel mit Putin, Trump mit Gastgeber Shinzo Abe, Großbritanniens Premierministerin Theresa May mit Putin. Allein Merkel könnte bis zu zehn G20-Chefs im kleinen Kreis treffen. Bei den großen Gipfelthemen wird Stillstand befürchtet. Die Abschlusserklärung von Osaka - befürchten Kritiker - könnte hinter die früherer Gipfel etwa bei Themen wie Klimaschutz und Multilateralismus sogar noch zurückfallen.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
28. 06. 2019
12:46 Uhr

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28. 06. 2019
12:46 Uhr



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