Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimJubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

Hintergründe

Kauf Grönlands - völkerrechtlich wohl unmöglich

Dass Grönland Teil der USA werden könnte, ist rechtlich wohl ein Ding der Unmöglichkeit. Auf die Kaufabsicht von US-Präsident Donald Trump haben sowohl Dänemark, zu dem die größte Insel der Welt politisch gehört, als auch die autonome Regierung Grönlands ablehnend reagiert.



Grönland
Ein Boot umfährt in der Dämmerung einen Eisberg auf Grönland.   Foto: Felipe Dana/AP

Kalaallit Nunaat - wie indigene Einwohner ihre Insel nennen - gehört zwar zur dänischen Krone, genießt aber seit 1979 weitgehende Autonomie, die 2009 nochmals erweitert wurde. Ein Kauf der Insel von Dänemark ist nach einer Analyse des früheren juristischen Beraters des US-Außenministeriums Scott R. Anderson eine «rechtliche und politische Unmöglichkeit». Der Anwalt für internationales Recht verweist auf das Völkerrecht. Demnach haben die Grönländer ein Recht auf Selbstbestimmung. An ihnen vorbei kann Kopenhagen nichts entscheiden - und will es auch gar nicht.

Das Mutterland spricht nur noch bei der Außen- und Verteidigungspolitik mit. Die Insel ist zwar finanziell massiv abhängig von Kopenhagen. Dennoch wurde auf Grönland immer wieder der Ruf nach voller Unabhängigkeit laut. Theoretisch möglich ist nach Ansicht des US-Juristen Anderson, dass sich Grönland von Dänemark lossagt und danach eine engere Partnerschaft mit den USA eingeht - ähnlich wie das US-Außengebiet Puerto Rico.

Der dänisch-grönländische Vertrag von 2009 erlaubt den Inselbewohnern ein Unabhängigkeitsreferendum, das vom Parlament in Kopenhagen gebilligt werden muss. Es fehlt allerdings ein schlüssiges Argument, warum sich die Insel danach unter die Schwingen des US-Adlers begeben sollte.

Trump ist nicht der erste, der ein Auge auf die Insel geworfen hat. In den 1860ern gab es einen ersten US-Vorstoß zum Kauf. Doch dieser scheiterte. Nach dem Zweiten Weltkrieg boten die USA 100 Millionen Dollar für Grönland, das Gebiet sei für Dänemark doch «völlig wertlos». Ob Kopenhagen auf dieses Angebot reagierte, war aus den US-Dokumenten, die Medien erst 1991 einsahen, nicht erkenntlich. Zudem soll in den 1970ern Vizepräsident Nelson Rockefeller erneut mit dem Kaufgedanken gespielt haben, wie US-Medien berichten.

1867 hatten die USA für einen Spottpreis von 7,2 Millionen Dollar Alaska von Russland gekauft. Ebenfalls für ein Schnäppchen ging 1803 das riesige Gebiet Louisiana von Frankreich an die USA - der Preis: rund 11 Millionen Dollar. 1819 bekam Washington für fünf Millionen Dollar Florida von Spanien und verzichtete im Gegenzug auf Ansprüche in Texas.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 08. 2019
13:44 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Berater Donald Trump Internationales Recht und internationale Justiz Kaufabsichten Käufe Nelson Aldrich Rockefeller Parlamente und Volksvertretungen Präsidenten der USA Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte Regierungen und Regierungseinrichtungen US-Außenministerium Völkerrecht Weltkriege
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Donald Trump

06.01.2020

Trumps heikler Auftakt ins Wahljahr

Die Tötung von Irans Top-General könnte die USA in einen Krieg schlittern lassen. Zehn Monate vor der US-Wahl droht eine Spirale der Gewalt, deren Ende nicht absehbar ist. Der Nahe Osten steht vor einem Umbruch. Die Demo... » mehr

John Bercow

31.10.2019

John Bercow verlässt britisches Parlament

Schrille Krawatten, wortgewaltig und von hohem Unterhaltungswert: John Bercow gibt sein Amt als Präsident des britischen Unterhauses auf. Im Streit um den Brexit hat er eine gewichtige Rolle gespielt. » mehr

Netanjahu

18.09.2019

In Israel droht Hängepartie - Große Koalition als Ausweg?

Israel stehen harte Wochen bevor. Auch bei der zweiten Parlamentswahl in diesem Jahr gibt es keinen klaren Sieger. Kommt jetzt die große Koalition - mit oder ohne Netanjahu? Kampflos wird Israels am längsten amtierender ... » mehr

Luftwaffenstützpunkt Hmeimim

12.07.2019

Explosive Affäre: Russische Raketenabwehr erreicht Türkei

Die nächste Krise zwischen der Türkei und dem Westen: Die Türkei will ein russisches Waffensystem einsetzen, das die USA für ein Risiko halten. Washington droht mit Sanktionen. Kann der Streit über den Deal auch die Nato... » mehr

John Bercow

09.09.2019

Herr über die Brexit-Abstimmungen: John Bercow tritt zurück

«Mr Speaker» - so wird der Präsident des Unterhauses angesprochen. Der klein gewachsene John Bercow übt sein Amt mit Wortwitz und Überzeugung aus. Unumstritten ist der Politiker aber nicht - nun hat er mitten im Brexit-S... » mehr

Trump bleibt im Amt

06.02.2020

Und nun «Trump für immer»?

Nach monatelangen Ermittlungen und drei Wochen Prozess geht am Ende alles ganz schnell: In einer kurzen Sitzung spricht der Senat Donald Trump von den Impeachment-Vorwürfen frei. Keine Konsequenzen also? Nicht ganz. Das ... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Wieder Ammoniak-Alarm in Kulmbach

Wieder Ammoniak-Alarm in Kulmbach | 06.08.2020 Kulmbach
» 6 Bilder ansehen

Dota Kehr und Lappalie in der Filzfabrik Hof

Dota Kehr und Lappalie in der Filzfabrik | 06.08.2020 Hof
» 44 Bilder ansehen

FC Trogen - SG Regnitzlosau Trogen

FC Trogen - SG Regnitzlosau |
» 62 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 08. 2019
13:44 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.