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Hintergründe

Al-Kuds-Brigaden: Irans Militäreinheit im Ausland

Die Al-Kuds-Brigaden der iranische Revolutionsgarden (IRGC) sind de facto die Militäreinheit des Irans im Ausland, insbesondere in der islamischen Welt. Nach Ahmad Wahidi übernahm Ende der 1990er Jahre der nun getötete Ghassem Soleimani das Kommando der Einheit.



Trauerzug in Bagdad
Anhänger des getöteten iranischen General Soleimani nehmen an einem Trauerzug in Bagdad teil.   Foto: Ameer Al Mohmmedaw/dpa

Ihre offizielle Aufgabe ist es, die dem Iran nahestehenden politischen Gruppen im Ausland zu unterstützen - hauptsächlich gegen islamistischen Terrorismus etwa des Islamischen Staats (IS) in Syrien und im Irak. Der Westen warf Al-Kuds vor, militärisch die politischen Interessen des Irans in den islamischen Ländern umsetzen zu wollen sowie terroristische Aktionen im Ausland ausgeführt zu haben.

Der militärische Arm der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad, die vom Iran gefördert wird, nennt sich ebenfalls Al-Kuds-Brigaden. Al-Kuds ist der arabische Name Jerusalems und bedeutet «die Heilige». Nach Mekka und Medina ist Jerusalem die drittheiligste Stadt im Islam.

Am Al-Kuds-Tag, der am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan liegt, ruft der Iran jedes Jahr zur Eroberung Jerusalems auf. Israel hatte den arabischen Ostteil Jerusalems während des Sechstagekriegs 1967 erobert. Dort befindet sich auch der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif/Das edle Heiligtum), der Juden und Muslimen heilig ist. Heute stehen auf der Anlage der Felsendom und die Al-Aksa-Moschee.

Die iranischen Al-Kuds-Brigaden unterstützten auch die Kurden im Irak gegen den damaligen Machthaber Saddam Hussein sowie Teile der afghanischen Nordallianz gegen die islamistischen Taliban. Die Einheit ist dem obersten iranischen Führer, Ajatollah Ali Chamenei, unterstellt, dem die Verfassung in allen strategischen Belangen das letzte Wort gibt.

Die Revolutionsgarden verfügen über eine eigene Marine, Luftwaffe und Heereseinheiten. Die Al-Kuds-Brigade soll offiziell 5000 Soldaten haben, aber nach Ansicht von Beobachtern sind es weitaus mehr. Besonders für den Einsatz in Syrien gegen den IS und für den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad wurden neben Iranern auch Freiwillige aus Afghanistan und dem Libanon rekrutiert. Außerdem arbeitet Al-Kuds auch eng mit der Schiitenmiliz Hisbollah in Südlibanon zusammen, die sie in den 1980er Jahren mitgegründet hatte.

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dpa

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Veröffentlicht am:
04. 01. 2020
13:17 Uhr

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04. 01. 2020
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