Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHitzewelleMit Video: HöllentalbrückenGerch

Wirtschaft

90 Tage Aufschub für Huawei bei Google-Sperre

Die US-Regierung setzt die Sanktionen gegen Huawei zumindest teilweise wieder aus. Zunächst drei Monate lang sollen bestehende Smartphones und Mobilfunk-Netze versorgt werden können. Ein Auslöser dürfte die Sorge um lokale Netzwerke in den USA gewesen sein.



Huawei
Die USA hatten Huawei auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen.   Foto: Ng Han Guan/AP

Nutzer von Huawei-Smartphones müssen sich zumindest bis Mitte August keine Gedanken über Software-Updates und Google-Apps machen.

Die US-Regierung lockerte die erst vergangene Woche verfügten strengen Maßnahmen gegen den chinesischen Konzern. Für zunächst 90 Tage sind nun einige Geschäfte mit Huawei erlaubt. Dabei geht es vor allem um die Versorgung bereits ausgelieferter Smartphones sowie den Betrieb von Mobilfunk-Netzwerken mit Huawei-Technik.

Für Nutzer von Huawei-Smartphones bedeutet der Schritt unter anderem, dass Google in den kommenden drei Monaten die Telefone weiterhin in vollem Umfang mit Updates und Apps versorgen kann. Für die Verwendung von US-Technologie in neuen Produkten gilt die Lockerung allerdings nicht. Damit könnte Huawei künftige Smartphone-Modelle nach wie vor nicht mehr mit vorinstallierten Google-Diensten verkaufen. Die Huawei-Tochtermarke Honor stellte am Dienstag neue Top-Modelle vor - und erwähnte dabei Google mit keinem Wort.

Huawei ist ein führender Ausrüster von Mobilfunk-Netzen unter anderem in Europa und der zweitgrößte Smartphone-Anbieter der Welt. Ein zentraler Auslöser für den Aufschub dürfte gewesen sein, dass Huawei-Technik auch in vielen lokalen Mobilfunk-Netzen in den USA installiert ist und ihr Ausfall sie zum Erliegen bringen könnte. Während die großen amerikanischen Mobilfunk-Konzerne auf Technik von Huawei verzichten, verbauten sie viele kleine US-Netzbetreiber unter anderem in ländlichen Gegenden. Die Sanktionen könnten sie von Ersatzteilen und Software-Updates abschneiden.

Der Aufschub solle Betroffenen die Zeit geben, nach Alternativen zu suchen und sich auf die Änderungen einzustellen, erklärte das US-Handelsministerium in der Nacht zum Dienstag. Man werde prüfen, ob die Regelung über 90 Tage hinaus verlängert werde.

Die USA hatten Huawei erst am Freitag auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren will, muss eine Lizenz erwerben. Diese kann laut US-Regierung verweigert werden, wenn Sicherheitsinteressen berührt sind.

Huawei gab sich am Dienstag kampfeslustig. Das US-Vorgehen sei von «geringer Bedeutung», sagte Huawei-Gründer Ren Zhengfei in einem Interview mit dem chinesischen Staatssender CCTV und anderen chinesischen Medien am Dienstag. Huawei sei auf alles vorbereitet. Die US-Politiker unterschätzten die Kraft des chinesischen Konzerns.

Huawei sei in der Lage, seine eigenen Chips zu fertigen. «Wir können die gleichen Chips bauen wie US-Anbieter», sagte der Huawei-Gründer. Unter anderem die aktuellen Top-Modelle von Huaweis Smartphones laufen bereits mit Prozessoren aus eigener Entwicklung. Das bedeute jedoch nicht, dass man keine US-Chips mehr kaufen wolle, sagte Ren Zhengfei. In «friedlichen Zeiten» komme die Hälfte der von Huawei verbauten Chips aus den USA, die andere Hälfte stelle man selbst her.

Auch versprach Ren, dass es durch die US-Sanktionen keine Verzögerungen bei der Auslieferung von Ausrüstung für den superschnellen 5G-Datenfunk geben werde. Huawei sei allen anderen Anbietern bei der Technik um zwei bis drei Jahre voraus.

Google sei ein «gutes Unternehmen», das verantwortungsvoll agiere, sagte Zhengfei. Man sei mit dem US-Konzern im Gespräch über eine Lösung.

Google hatte bereits vor dem Aufschub erklärt, Nutzern bestehender Huawei-Smartphones würden weiterhin die App-Download-Plattform Google Play und die Sicherheitsfunktion Google Play Protect, die bösartige Anwendungen herausfiltert, zur Verfügung stehen. Huawei betonte, alle bereits verkauften oder in Lagern vorgehaltenen Telefone werden weiterhin mit Sicherheitsupdates und Diensten versorgt. Das gelte auch für die Tochtermarke Honor.

Huawei wird von US-Behörden verdächtigt, seine unternehmerische Tätigkeit zur Spionage für China zu nutzen. Beweise dafür wurden bislang nicht öffentlich gemacht. Die USA drängen aber auch andere westliche Länder wie Deutschland, Huawei von den Netzen für den neuen superschnellen Mobilfunk-Standard 5G fernzuhalten. Huawei wies die US-Vorwürfe stets zurück.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 05. 2019
17:43 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Auslieferung Chinesische Konzerne Chips Google Huawei Mikroprozessoren Mobilfunkkonzerne Mobilfunkstandards Telefonanlagen und Telefongeräte US-Regierung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Huawei

22.05.2019

Neue Rückschläge für Huawei

Für Huawei wird die Luft durch US-Sanktionen dünner. Angeblich verliert der chinesische Konzern auch den Zugang zu den Chip-Architekturen, mit denen alle heutigen Smartphones laufen. » mehr

Huawei

20.05.2019

US-Sanktionen kappen Huawei Zugang zu Google-Diensten

Die USA treiben Huawei mit dem Entzug des Zugangs zu wichtiger Technologie in die Enge. Bleiben die Sanktionen länger bestehen, könnte der chinesische Konzern den europäischen Smartphone-Markt aufgeben müssen. Auch Mobil... » mehr

Huawei

17.06.2019

Huawei erwartet kräftiges Umsatzminus

US-Präsident Donald Trump hat den chinesischen Huawei-Konzern auf eine schwarze Liste gesetzt, was harte Einbußen für das Geschäft bringt. Firmengründer Ren Zhengfei will dennoch gestärkt aus der Krise hergehen. » mehr

Panasonic und Huawei

23.05.2019

Auch japanische Firmen reagieren auf US-Sanktionen

Weil die USA Sanktionen verhängt haben, fahren Firmen in aller Welt ihre Geschäfte mit dem chinesischen Konzern zurück. Huawei spricht von einem «gefährlichen Präzedenzfall». » mehr

Seltene Erden

29.05.2019

Handelskrieg mit USA: China schwingt die «Rohstoff-Keule»

Erst verschärft US-Präsident Trump den Handelskrieg mit Sonderzöllen und dem Vorgehen gegen Chinas Telekom-Riesen Huawei. Jetzt greift Peking in die eigene Waffenkiste und will wichtige Rohstoffe verknappen. Lieferengpäs... » mehr

Huawei

29.05.2019

Huawei sieht «gefährlichen Präzedenzfall» in US-Vorgehen

Huawei wehrt sich vor einem US-Gericht gegen Einschränkungen seiner Geschäfte. Die Luft wird dünn für den Telekom-Riesen. Auch droht eine neue Eskalation in den Handelsspannungen zwischen den USA und China. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Wunsiedel

Brunnenfest in Wunsiedel | 22.06.2019 Wunsiedel
» 221 Bilder ansehen

Rock im Hof 2019

Rock im Hof 2019 | 20.06.2019 Hof
» 98 Bilder ansehen

FC Vorwärts Röslau - SpVgg Bayern Hof 4:5

FC Vorwärts Röslau - SpVgg Bayern Hof 4:5 | 23.06.2019 Röslau
» 84 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 05. 2019
17:43 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".