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Wirtschaft

Allianz von Katastrophen verschont

Versicherungen sind von den Naturgewalten abhängig: Schwere Stürme und Erdbeben belasten die Bilanzen. 2017 war für die ganze Branche eine Katastrophe - dieses Jahr sieht freundlicher aus.



Nach Hurrikan "Irma"
Zerstörte Häuser nachdem Hurrikan «Irma» über Florida hinweggefegt war.   Foto: Loren Elliott/Tampa Bay Times via ZUMA Wire/dpa

Europas größter Versicherer Allianz ist in diesem Sommer von größeren Unglücken verschont geblieben: Im dritten Quartal legte der operative Gewinn um gut ein Fünftel auf knapp 3 Milliarden Euro zu, mehr als von Analysten erwartet.

Für das Gesamtjahr bleibt das Unternehmen allerdings vorsichtig: Ziel für dieses Jahr sind 10,6 bis 11,6 Milliarden Euro. Davon hat die Allianz nach den ersten neun Monaten zwar bereits fast 80 Prozent erreicht, doch in die Höhe schrauben wollte Vorstandschef Oliver Bäte die Prognose am Freitag nicht. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir auch in diesem Jahr wieder unsere Ziele erreichen werden», sagte Bäte laut Mitteilung.

Gut verlief das Geschäft vor allem in der Sparte Schaden und Unfall - hauptsächlich weil Schäden und Unfälle den Versicherer weniger teuer zu stehen kamen als 2017.

Vor einem Jahr hatte eine Serie schwerer Hurrikans in den USA und der Karibik die Allianz über eine halbe Milliarde Euro gekostet, in diesem Sommer schlugen Schäden aus Naturkatastrophen mit vergleichsweise niedrigen 245 Millionen zu Buche. Auch im November lagen die Katastrophenschäden bisher unterhalb der Erwartungen, wie Finanzchef Giulio Terzariol sagte, auch wenn es schwere Überschwemmungen in Italien gab. Allerdings könne der Dezember in Sachen Naturkatastrophen wieder heftiger ausfallen.

Der Einsturz der Autobahnbrücke in Genua mit vielen Toten hat jedoch die Allianz gleich doppelt getroffen. Der Konzern ist Teil des zuständigen Versichererkonsortiums und außerdem am Autobahnbetreiber Autostrade per l'Italia beteiligt. Nun muss die Allianz möglicherweise um ihre Dividende aus dem Autobahngeschäft fürchten - und hat den Wert ihrer Beteiligung nach unten korrigiert. Zusammen mit dem Versicherungsschaden habe dies den Nettogewinn mit rund 30 Millionen Euro belastet, sagte Terzariol. 

Aufwärts ging es auch in der Vermögensverwaltung. Mit 650 Millionen Euro lag ihr operativer Gewinn knapp 11 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Nachdem Anleger dort im zweiten Quartal aus den Fonds des Konzerns netto mehr als 9 Milliarden Euro abgezogen hatten, kamen im dritten Quartal wieder 15 Milliarden Euro hinzu. Insgesamt verwalteten die Konzerntöchter Pimco und Allianz Global Investors für externe Kunden Ende September ein Vermögen von knapp 1,5 Billionen Euro.

Nicht gesondert ausgewiesen sind in der Konzernbilanz die Ergebnisse auf dem deutschen Heimatmarkt. Dort herrscht derzeit scharfer Preiskampf um die Kunden in der Autoversicherung. Zum Jahresende wechseln alljährlich Millionen Autofahrer auf der Suche nach einem günstigeren Angebot ihren Versicherer. Auf der Suche nach neuen Kunden hat die Allianz Deutschland ihre Linie geändert und verkauft ihre Kfz-Policen nun auch über das Vergleichsportal Verivox. Da die Vergleichsportale Maklergebühren kassieren, war die Allianz dort bislang nur mit dem Online-Versicherer Allsecur vertreten.

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dpa

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Veröffentlicht am:
09. 11. 2018
15:08 Uhr

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09. 11. 2018
15:08 Uhr



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