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Wirtschaft

Audi will mehr Elektroautos anbieten

Audi-Chef Bram Schot will mehr Elektroautos bauen und die Kapitalrendite von heute 10 Prozent verdoppeln. Da gilt es, Ballast abzuwerfen. Auf der Hauptversammlung gibt es dafür auch Kritik.



Bram Schot
Nächstes Jahr wolle Audi 16 Hybrid- und Elektromodelle anbieten und ab 2025 jedes Jahr eine Million Elektroautos verkaufen, sagt Schot.   Foto: Marijan Murat

Audi-Chef Bram Schot will die VW-Tochter vom Nachzügler zum Spitzenreiter bei Elektroautos machen. Nächstes Jahr wolle Audi 16 Hybrid- und Elektromodelle anbieten und ab 2025 jedes Jahr eine Million Elektroautos verkaufen, sagte Schot auf der Hauptversammlung der VW-Tochter in Neckarsulm.

Um den Umbau zu finanzieren und zugleich auch noch viel profitabler zu werden, müsse Audi aber konsequent sparen und Ballast abwerfen. «Es gibt keine Tabus», stellte Schot klar und erklärte die Sportwagen Audi TT und Audi R8 zu Auslaufmodellen.

Das Unternehmen müsse 15 Milliarden Euro einsparen, um bis Ende 2023 rund 14 Milliarden Euro in Elektroautos, Digitalisierung und autonomes Fahren investieren zu können. «Zum Fokussieren gehört auch das Weglassen. Den Audi TT zum Beispiel» und «zum Beispiel den Sportwagen R8», sagte Schot. «Wir durchkämmen unser Portfolio», sagte der Vorstandsvorsitzende. Audi tanze heute immer noch auf zu vielen Hochzeiten.

Um von der Komfort- wieder mehr in die Gewinnzone zu kommen, verlange Audi auch den gut 90.000 Mitarbeitern mehr ab, sagte Finanzvorstand Alexander Seitz. «Beim Personal prüfen wir den Ersatzbedarf, wenn Stellen frei werden.» Die Arbeitsteilung zwischen den Werken und die Auslastung in den Werken würden optimiert, die Nachtschicht im Stammwerk Ingolstadt sei schon gestrichen, außertarifliche Leistungen müssten zukunftsgerichtet aufgestellt werden.

«Eine Kapitalrendite von 10 Prozent reicht nicht.» Der Vorstand strebe jetzt mittelfristig «mehr als 21 Prozent» an, betonte Seitz. Die Rendite eines Elektroautos könne zwar noch nicht mit der eines Benzin- oder Dieselautos mithalten. Aber die EU-Vorschriften verteuerten Verbrenner bald, und steigende Stückzahlen und technischer Fortschritt machten Elektroautos bald günstiger.

Für die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) stellte Andreas Breijs den Strategiewechsel in Frage. Die Elektroautos seien noch nicht alltagstauglich, sie «kosten unfassbar viele Arbeitskräfte», und der Abbau der Rohstoffe für die Batterien habe verheerende Folgen. Menschen in Südamerika seien ohne Wasser, weil es für Lithium gebraucht werde. Und «ist es Ihnen vollkommen egal, wenn Kinder in Minen in Afrika ihr Leben lassen, um Kobalt für Batterien zu gewinnen?» Auch andere Aktionäre warnten vor einem «Weg in die Sackgasse» und einem hohen Preis für Menschen in der Dritten Welt.

Audis Angebot an Elektroautos ist heute kleiner als das von BMW und Mercedes: Nur drei Hybridmodelle - A3, A6 und Q7 - und der vollelektrische SUV e-tron sind auf dem Markt. Schot sagte, er wolle Audi nun «an die Spitze des Wandels im Premiumsegment führen». Ende 2020 könne der Kunde zwischen sechs vollelektrischen und zehn Hybrid-Audis wählen. 2025 sollen 40 Prozent aller verkauften Audis Hybride oder reine Batterieautos sein. Und damit es auch beim Gewinn stimmt, soll dann «jeder zweite Audi ein SUV sein», sagte Schot.

Felix Schneider von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) kritisierte, dass Absatz, Umsatz und Betriebsgewinn von Audi im vergangenen Jahr gesunken seien und es im ersten Quartal des laufenden Jahres so weitergehe: «Es fällt schwer, positive Worte zu finden.» Schot sagte, 2019 sei ein weiteres Jahr des Umbaus und Übergangs.

Fragen nach Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler und gegen einen amtierenden Audi-Vorstand wurden ausweichend beantwortet. Der Aufsichtsratschef und VW-Konzernchef Herbert Diess sagte, die Prüfung möglicher Schadenersatzansprüche gegen heutige und ehemalige Vorstandsmitglieder dauere an. Er präsentierte der Hauptversammlung ein neues Vergütungsmodell für die Vorstandsmitglieder, das sich stärker am Erfolg des Konzerns orientiert. Bei individuellem Fehlverhalten oder Kündigungen aus wichtigem Grund soll es einfacher sein, Boni zu streichen oder zurückzufordern.

Veröffentlicht am:
23. 05. 2019
15:43 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
23. 05. 2019
15:43 Uhr



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