Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

Wirtschaft

Audi will mehr Elektroautos anbieten

Audi-Chef Bram Schot will mehr Elektroautos bauen und die Kapitalrendite von heute 10 Prozent verdoppeln. Da gilt es, Ballast abzuwerfen. Auf der Hauptversammlung gibt es dafür auch Kritik.



Bram Schot
Nächstes Jahr wolle Audi 16 Hybrid- und Elektromodelle anbieten und ab 2025 jedes Jahr eine Million Elektroautos verkaufen, sagt Schot.   Foto: Marijan Murat

Audi-Chef Bram Schot will die VW-Tochter vom Nachzügler zum Spitzenreiter bei Elektroautos machen. Nächstes Jahr wolle Audi 16 Hybrid- und Elektromodelle anbieten und ab 2025 jedes Jahr eine Million Elektroautos verkaufen, sagte Schot auf der Hauptversammlung der VW-Tochter in Neckarsulm.

Um den Umbau zu finanzieren und zugleich auch noch viel profitabler zu werden, müsse Audi aber konsequent sparen und Ballast abwerfen. «Es gibt keine Tabus», stellte Schot klar und erklärte die Sportwagen Audi TT und Audi R8 zu Auslaufmodellen.

Das Unternehmen müsse 15 Milliarden Euro einsparen, um bis Ende 2023 rund 14 Milliarden Euro in Elektroautos, Digitalisierung und autonomes Fahren investieren zu können. «Zum Fokussieren gehört auch das Weglassen. Den Audi TT zum Beispiel» und «zum Beispiel den Sportwagen R8», sagte Schot. «Wir durchkämmen unser Portfolio», sagte der Vorstandsvorsitzende. Audi tanze heute immer noch auf zu vielen Hochzeiten.

Um von der Komfort- wieder mehr in die Gewinnzone zu kommen, verlange Audi auch den gut 90.000 Mitarbeitern mehr ab, sagte Finanzvorstand Alexander Seitz. «Beim Personal prüfen wir den Ersatzbedarf, wenn Stellen frei werden.» Die Arbeitsteilung zwischen den Werken und die Auslastung in den Werken würden optimiert, die Nachtschicht im Stammwerk Ingolstadt sei schon gestrichen, außertarifliche Leistungen müssten zukunftsgerichtet aufgestellt werden.

«Eine Kapitalrendite von 10 Prozent reicht nicht.» Der Vorstand strebe jetzt mittelfristig «mehr als 21 Prozent» an, betonte Seitz. Die Rendite eines Elektroautos könne zwar noch nicht mit der eines Benzin- oder Dieselautos mithalten. Aber die EU-Vorschriften verteuerten Verbrenner bald, und steigende Stückzahlen und technischer Fortschritt machten Elektroautos bald günstiger.

Für die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) stellte Andreas Breijs den Strategiewechsel in Frage. Die Elektroautos seien noch nicht alltagstauglich, sie «kosten unfassbar viele Arbeitskräfte», und der Abbau der Rohstoffe für die Batterien habe verheerende Folgen. Menschen in Südamerika seien ohne Wasser, weil es für Lithium gebraucht werde. Und «ist es Ihnen vollkommen egal, wenn Kinder in Minen in Afrika ihr Leben lassen, um Kobalt für Batterien zu gewinnen?» Auch andere Aktionäre warnten vor einem «Weg in die Sackgasse» und einem hohen Preis für Menschen in der Dritten Welt.

Audis Angebot an Elektroautos ist heute kleiner als das von BMW und Mercedes: Nur drei Hybridmodelle - A3, A6 und Q7 - und der vollelektrische SUV e-tron sind auf dem Markt. Schot sagte, er wolle Audi nun «an die Spitze des Wandels im Premiumsegment führen». Ende 2020 könne der Kunde zwischen sechs vollelektrischen und zehn Hybrid-Audis wählen. 2025 sollen 40 Prozent aller verkauften Audis Hybride oder reine Batterieautos sein. Und damit es auch beim Gewinn stimmt, soll dann «jeder zweite Audi ein SUV sein», sagte Schot.

Felix Schneider von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) kritisierte, dass Absatz, Umsatz und Betriebsgewinn von Audi im vergangenen Jahr gesunken seien und es im ersten Quartal des laufenden Jahres so weitergehe: «Es fällt schwer, positive Worte zu finden.» Schot sagte, 2019 sei ein weiteres Jahr des Umbaus und Übergangs.

Fragen nach Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler und gegen einen amtierenden Audi-Vorstand wurden ausweichend beantwortet. Der Aufsichtsratschef und VW-Konzernchef Herbert Diess sagte, die Prüfung möglicher Schadenersatzansprüche gegen heutige und ehemalige Vorstandsmitglieder dauere an. Er präsentierte der Hauptversammlung ein neues Vergütungsmodell für die Vorstandsmitglieder, das sich stärker am Erfolg des Konzerns orientiert. Bei individuellem Fehlverhalten oder Kündigungen aus wichtigem Grund soll es einfacher sein, Boni zu streichen oder zurückzufordern.

Veröffentlicht am:
23. 05. 2019
15:43 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aktionäre Audi Audi TT BMW Benzin Dieselautos Elektroautos Finanzvorstand Herbert Diess Rupert Stadler SUVs Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger Sportwagen Vorstandsmitglieder
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Harald Krüger

16.05.2019

BMW-Aktionäre watschen Konzernführung ab

Die erfolgsverwöhnten BMW-Aktionäre haben Vorstandschef Krüger die Leviten gelesen. Sie kreiden ihm Kursverluste und Dividendenkürzung an. Über seine Zukunft muss der Aufsichtsrat demnächst entscheiden. » mehr

Ex-BMW-Vorstand Duesmann wird Audi-Chef

15.11.2019

Ex-BMW Manager Duesmann wird Audi-Chef

Erst im Januar wurde Bram Schot offiziell zum Audi-Chef gekürt, jetzt sind seine Tage schon gezählt. Der Nachfolger kommt von der Konkurrenz in München und hat in Ingolstadt viel Arbeit vor sich. » mehr

Frostiges VW-Logo

18.11.2019

Volkswagen-Konzern senkt Umsatz- und Gewinnziele 2020

VW hat sich von der Dieselaffäre geschäftlich erholt. Nicht abkoppeln kann sich der Autohersteller aus Wolfsburg von der Weltkonjunktur. » mehr

Audi-Chef Bram Schot

14.03.2019

Audi will Personal abbauen und mit Elektroautos punkten

Audi will bald ein Drittel seiner Autos als Hybrid- oder Elektroauto verkaufen, das benötigt viele Milliarden. Dafür soll an anderer Stelle gespart werden - auch durch Stellenstreichungen. » mehr

Matthias Müller

03.05.2019

Volkswagen zahlt umstrittene Vorstands-Boni aus

Der Abgasskandal hat VW schon 30 Milliarden Euro gekostet. Dass die Vorstände vor drei Jahren und damit mitten in der Krise nicht zu einem spürbaren Verzicht bereit waren, sorgte für jede Menge Kritik. Jetzt sind damals ... » mehr

Herbert Diess

14.05.2019

VW-Aktionäre wollen von der Konzernspitze Antworten

Dreieinhalb Jahre Diesel-Krise und kein Ende in Sicht: Die Aktionäre wollen die VW-Spitze zur Rede stellen. Konzernchef Diess richtet den Blick nach vorn. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Krampusse in Hof Hof

Krampusse in Hof | 14.12.2019 Hof
» 114 Bilder ansehen

Susi Shake That Weißenstadt

Susi Shake That | 14.12.2019 Weißenstadt
» 42 Bilder ansehen

Selber Wölfe - Starbulls Rosenheim

Selber Wölfe - Starbulls Rosenheim | 13.12.2019 Selb
» 36 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
23. 05. 2019
15:43 Uhr



^