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Autohersteller mauern bei Zahlen zu Dieselrabatten

Rabatte statt Nachrüstung - so lautete die Devise der Hersteller im Oktober nach dem Dieselgipfel der Bundesregierung. Doch auf die Frage, wie gut die Nachlassprogramme angenommen werden, herrscht Schweigen.



VW - Auspuff
Anfang Oktober hatte die Bundesregierung in ihrem Diesel-Konzept Umtausch-Aktionen als Möglichkeit vorgesehen, um die Luft in Städten mit hoher Schadstoff-Belastung zu verbessern.   Foto: Julian Stratenschulte

So groß die Autohersteller ihre Rabattprogramme für alte Diesel im Herbst ankündigten, so schmallippig werden sie bei der Frage nach Zahlen über die Nachfrage.

«Es ist jedoch zu früh, um verlässliche Aussagen zu treffen», heißt es bei BMW. «Zahlen möchten wir nicht kommunizieren», lässt Toyota verlauten.

Daimler-Chef Dieter Zetsche ließ bei der Bilanzpressekonferenz Anfang Februar lediglich wissen: «Wir sind bisher mit dem Austausch der Flotten sehr zufrieden.»

Anfang Oktober hatte die Bundesregierung in ihrem Diesel-Konzept Umtausch-Aktionen als Möglichkeit vorgesehen, um die Luft in Städten mit hoher Schadstoff-Belastung zu verbessern. Die Hersteller legten umgehend Rabattprogramme auf, um Käufer anzulocken.

«Damit kommen zügig neue Euro-6-Pkw auf deutsche Straßen, deren Verbrauch geringer ist als der von Bestandsfahrzeugen, und die zudem deutlich niedrigere Schadstoffemissionswerte aufweisen», kündigte der Chef des Verband der Automobilindustrie, Bernhard Mattes an. Der Lobbyverband geht davon aus, dass im vergangenen Jahr rund eine Million Euro-6-Diesel verkauft wurden.

Inzwischen haben 12,4 Millionen Autos auf Deutschlands Straßen die derzeit höchste Schadstoffklasse Euro 6. Das war gut jedes vierte Auto, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Freitag mitteilte. Im Vorjahr war es jedes fünfte gewesen. Wie viele dieser Wagen einen Diesel-Antrieb haben, will die Behörde aber erst im April bekanntgeben. 813 000 Autos erfüllen die Schadstoffklasse Euro 6d-TEMP, die seit September für alle Neuwagen verbindlich ist und für die Abgaswerte auch auf der Straße gemessen werden.

Auch aus dem Schweigen der Hersteller ließen sich Schlüsse ziehen, sagte Branchenexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. «Ich glaube, dass die Zahlen nicht überragend sind.» Das dürfte den Herstellern nicht passen, hatten sie doch im Oktober die Vorteile des Umtauschprogramms gegenüber Hardware-Nachrüstungen betont. Zuletzt hatten einige Hersteller ihre Angebote ausgeweitet.

Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer hat eine Erklärung für das Schweigen unter den Herstellern: «Ein Großteil dürfte schon abgefischt worden sein.» Denn viele Hersteller hatten schon 2017 Rabatte für ältere Diesel angeboten. Außerdem seien die Umtauschprämien relativ enttäuschend für die Verbraucher. «Das geht am Kunden vorbei, weil der Wertverlust so hoch ist», so Dudenhöffer. Der von den Herstellern gebotene Rabatt von meist einigen Tausend Euro gleiche die niedrigen Preise, die für alte Diesel derzeit geboten werden, nicht aus.

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dpa

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Veröffentlicht am:
01. 03. 2019
16:03 Uhr

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01. 03. 2019
16:03 Uhr



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