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Wirtschaft

Autowerte verhelfen Dax zu weiterem Rekordhoch

Vor allem Kursgewinne im Autosektor haben am Montag den Dax zu einem weiteren Rekordhoch verholfen.



Dax
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.   Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Einbußen der schwer gewichteten Aktien von Bayer und BASF dämpften den Optimismus an der Börse dagegen nur geringfügig. Mit einem Plus von 0,29 Prozent auf 13 783,89 Punkte beendete der deutsche Leitindex den Tag. Im frühen Handel war er zeitweise bis auf 13 795 Punkte geklettert. Eine Bestmarke erreichte auch der SDax.

Die Anleger orientierten sich vor allem an den sehr starken Kursgewinnen an Chinas Aktienbörse. Die US-Börsen blieben feiertagsbedingt geschlossen. Ermutigt haben dürfte die Investoren, dass die chinesische Notenbank entschlossen gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise vorgeht. So wurde an diesem Montag neues Zentralbankgeld zu einem niedrigeren Zinssatz an die Banken Chinas ausgegeben.

Derweil überstieg die Zahl der Infektionen mit dem neuen Coronavirus in China inzwischen die Zahl von 70 000. «Dass in einem solchen Umfeld Rekordstände an den internationalen Börsenplätzen erzielt werden, eröffnet Potenzial für Korrekturen», warnen daher die Experten der Helaba.

Der MDax der mittelgroßen Werte an der deutschen Börse schloss mit einem Plus von 0,35 Prozent auf 29 316,34 Punkte. Für den Leitindex der Eurozone, den EuroStoxx 50, ging es um 0,32 Prozent auf 3853,27 Punkte hoch und auch in Paris und London wurden Gewinne verzeichnet.

Europaweit lag der Automobilsektor in der Gunst der Investoren klar vorne. Börsianer führten dies zum Teil auf den soliden Ausblick des französischen Zulieferers Faurecia zurück, dessen Aktien an der Pariser Börse deutlich zulegten. Für Rückenwind sorge zudem die Aussicht auf Steuersenkungen in China angesichts des Coronavirus, sagte Analyst David Madden vom Broker CMC Markets.

Mit Daimler, Volkswagen, Continental und BMW lagen vier Titel der Branche auf den Plätzen drei bis acht im Dax. Dabei verzeichneten sie Kursaufschläge von bis zu 1,4 Prozent. Kräftiger im Plus lagen nur die Papiere des Versorgers Eon mit 2,5 Prozent und die des Industriegase-Produzenten Linde mit plus 1,7 Prozent.

Dagegen drückte ein Millionen-Dollar-schweres Schadenersatzurteil in den USA im Prozess gegen den Unkrautvernichter Dicamba die Aktien von Bayer mit 1,9 Prozent und die von BASF mit 1,0 Prozent in die Verlustzone. Zwar wollen die beiden Konzerne das Urteil anfechten, doch die Unsicherheit über das endgültige finanzielle Ausmaß weiterer Klagen verschrecke, hieß es am Markt. Ein Händler meinte mit Blick auf Bayer: «Damit könnte die Übernahme von Monsanto noch schmerzvoller werden», denn die Leverkusener sind in den USA bereits Tausenden von Klagen gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ausgesetzt.

Die Aktien von Wirecard weiteten ihre Verluste vom Freitag aus und fielen um 2,0 Prozent. Händler begründeten dies mit einem Medienbericht, dem zufolge der Zahlungsdienstleister eine erste Anhörung im Verfahren gegen die Wirtschaftszeitung «Financial Times» vor dem Landgericht München abgesagt habe. Wirecard dementierte diese Berichte.

Im MDax, büßten die Anteile von Thyssenkrupp als Schlusslicht 3,0 Prozent ein. Die Anleger reagierten vergrätzt darüber, dass im Bieterrennen um die Aufzugsparte des Industriekonzerns der Wettbewerber Kone draußen ist. Sie fürchten nun, dass der Verkaufspreis geringer als erhofft ausfällt. Analyst Alan Spence von Jefferies etwa hatte darauf verwiesen, dass die Gebote der beiden verbliebenen Finanzinvestoren Medienberichten zufolge unter dem von Kone liegen.

Die Aktien des Medienkonzerns RTL reagierten mit plus 3,2 Prozent auf eine Anteilsaufstockung von Aktionär Bertelsmann sowie auf Forderungen des Bertelsmann-Chefs Thomas Rabe nach einer Deregulierung des hiesigen TV-Geschäfts. ProSiebenSat.1 zogen vor diesem Hintergrund um 2,3 Prozent an. Varta an der MDax-Spitze gewannen nach überraschend starken Eckzahlen zum abgelaufenen Jahr 7,7 Prozent.

Die Aktien des Automobilzulieferers Leoni schnellten im SDax um mehr als 12 Prozent hoch, nachdem die Privatbank Quirin ihre Verkaufsempfehlung strich und nun zum Kauf der Papiere rät. Die intensiven Bemühungen des Managements zur Abwendung einer Insolvenz des Autozulieferers dürften Früchte getragen haben, hieß es zur Begründung.

Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei minus 0,40 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 144,76 Punkte. Der Bund-Future legte am frühen Abend um 0,05 Prozent auf 174,41 Punkte zu.

Der Euro kostete zuletzt 1,0839 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0835 (Freitag: 1,0842) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9229 (0,9223) Euro.

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17. 02. 2020
18:38 Uhr

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17. 02. 2020
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