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Axel Springer will Digitalisierung vorantreiben

Der US-Investor KKR steht vor dem Einstieg bei dem Medienkonzern.  Vorstandschef Döpfner setzt auf einen Geschäftsausbau unabhängig von kurzfristigen Renditeerwartungen - und weist Spekulationen zurück.



Axel Springer SE
Der Hauptsitz der Axel Springer SE in Berlin.   Foto: Michael Kappeler

Das Medienhaus Axel Springer («Bild», «Welt») will mit dem geplanten Einstieg des US-amerikanischen Finanzinvestors KKR die Digitalisierung seiner Angebote beschleunigen.

Mit der Partnerschaft könne Springer den digitalem Journalismus und das Geschäft mit Online-Anzeigen langfristig ausbauen, unabhängig von kurzfristigen Renditeerwartungen, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner auf einer Telefonpressekonferenz in Berlin.

Mit der Übernahme von 27,8 Prozent der Aktien im Streubesitz durch KKR sei ein wichtiges Etappenziel für die strategische Partnerschaft mit dem Investor erreicht. Die Annahmefrist für Aktionärsangebote läuft bis zum 21. August. Dem Geschäft müssen noch die Zulassungsbehörden zustimmen.

Der Vorstandschef wies Medienberichte über mögliche Veränderungen bei Springer-Titeln zurück. Schon immer habe sich das Management an das Gebot der Kostendisziplin gehalten und damit den Unternehmenserfolg gesichert.

Dies werde sich mit dem KKR-Einstieg nicht ändern. Der Investor bekenne sich zu Werten und Geschäftsmodellen von Springer und sei auch bereit, beim Ergebnis «eine Durststrecke» hinzunehmen.

Der konzernweite Umsatz ging im ersten Halbjahr von 1,56 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,53 Milliarden Euro zurück. Auch wegen Investitionen in die Digitalisierung und Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot musste Springer einen Rückgang beim Gewinn hinnehmen.

Unter dem Strich verringerte sich der Konzernüberschuss im Zeitraum Januar bis Juni von 185,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 133,4 Millionen Euro. Der auf die Aktionäre entfallende Konzernüberschuss sank von 169,8 Millionen auf 115,2 Millionen Euro.

Aus eigener Kraft, also bereinigt um Währungseffekte und Zu- sowie Verkäufe, ist der Umsatz allerdings leicht um ein Prozent gestiegen. Mittlerweile erwirtschaftet Springer 74 Prozent des Umsatzes und 87 Prozent des Gewinns mit dem Digitalgeschäft.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um 2,7 Prozent auf 344,8 Millionen Euro. An der im Juni gesenkten Jahresprognose hält der Konzern fest. Demnach soll der Umsatz weiterhin im niedrigen einstelligen Prozentbereich sinken, beim bereinigten Ebitda wird ein Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet.

Der Medienkonzern hatte seine Jahresziele zuletzt aufgrund einer allgemein schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung, aber auch wegen der in Frankreich verabschiedeten Digitalsteuer gesenkt.

Knapp 45 Prozent der Springer-Aktien waren bisher in Streubesitz. Die Witwe des Verlagsgründers, Friede Springer, und Döpfner haben mit KKR vereinbart, dass sie ihre Beteiligungen behalten. Friede Springer hält 42,6 Prozent, Döpfner 2,8 Prozent. Die Springer-Enkel Ariane und Axel Sven Springer halten zusammen rund 10 Prozent.

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dpa

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14. 08. 2019
14:35 Uhr

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