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Wirtschaft

Axel Springer will sich von der Börse zurückziehen

Der Medienkonzern Axel Springer bereitet einen weiteren Schritt vor, um seine Wachstumsstrategie im Digitalen schneller voranzutreiben. Er will der Börse den Rücken zukehren.



Medienkonzern Axel-Springer
Axel Springer will sich von der Börse zurückziehen.   Foto: Gregor Fischer/dpa

Der Medienkonzern Axel Springer will sich nach rund 35 Jahren von der Börse zurückziehen. Für das sogenannte Delisting werde ein Antrag bei der Frankfurter Wertpapierbörse gestellt, teilte das Unternehmen am späten Donnerstagabend mit.

Der Konzern mit Sitz in Berlin vereinbarte im vergangenen Jahr eine strategische Partnerschaft mit dem US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR). Ziel ist es, noch schneller und stärker in den digitalen Geschäften zu wachsen.

Neben den journalistischen Inhalten unter anderem mit den Marken «Bild» und «Welt» betreibt der Konzern mit mehr als 16 000 Mitarbeitern schon länger digitale Rubrikengeschäfte. Die Mehrheit der Umsätze wird im Digitalen erwirtschaftet.

Die Aktionäre haben vor dem geplanten Rückzug von der Börse die Möglichkeit, ihre Anteile an KKR zu verkaufen. Konkret geht es um einen Aktien-Streubesitz von 3,6 Prozent. Die Aktionärsstruktur sieht so aus: Die Witwe des Verlagsgründers, Friede Springer, und Vorstandschef Mathias Döpfner halten zusammen rund 45,4 Prozent des Grundkapitals von Axel Springer. Der Mitteilung zufolge wollen sie beim Delisting-Angebot keine von ihnen direkt oder indirekt gehaltenen Aktien verkaufen.

KKR hatte im vergangenen Jahr mit einem Übernahmeangebot an Aktionäre einen großen Teil erworben. Zusammen mit begleitenden Erwerben hält KKR nun rund 44,9 Prozent der Aktien.

An den US-Finanzinvestor hatten auch die Enkel des Verlagsgründers, Ariane Melanie Springer und Axel Sven Springer, einen Teil ihrer Beteiligungen verkauft. Zusammengerechnet liegen ihre verbliebenen Anteile nun bei 6 Prozent. Dabei soll es auch bleiben. Eine Sprecherin von KKR sagte am Freitag der Deutschen Presse-Agentur: «Die Enkel werden ihre Aktien nicht in das Delisting-Angebot einliefern. Sie wollen den Wandel des Unternehmens weiter begleiten.» Das bestätigte auch der Springer-Konzern.

KKR bietet den Aktionären 63 Euro je Aktie in bar und entspricht damit dem Preis, den KKR beim Übernahmeangebot im vergangenen Jahr gemacht hatte.

Der Geschäftsführer der Frankfurter Wertpapierbörse, Cord Gebhardt, erläuterte der dpa, dass pro Jahr rund 20 Unternehmen die Börse in Frankfurt verlassen. Dass sich ein Unternehmen auf Eigenwunsch von dem Handelsplatz zurückzieht - so wie es Springer nun vorhat -, «kommt hingegen nicht so häufig» vor, sagte er. Die Axel Springer Aktie ist seit 1985 börsennotiert. Insgesamt gibt es rund 107,9 Millionen Stückaktien.

Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner hatte im Herbst 2019 in einem Interview der «Süddeutschen Zeitung» über die damals noch geplante Kooperation mit KKR gesagt: «Es ist eine neue Ära im Sinne eines Befreiungsschlags. Wir können unsere Wachstumsstrategie umsetzen mit einem Partner, der nicht an das nächste Quartalsergebnis denkt, sondern heute das unterstützt, auch finanziell, was in fünf Jahren den Wert des Unternehmens maximiert.»

Im Geschäftsjahr 2018 lag der konzernweite Umsatz bei rund 3,2 Milliarden Euro. Rund 70 Prozent stammten aus digitalen Aktivitäten. Zu den digitalen Rubrikgeschäften von Springer gehören unter anderem die StepStone-Gruppe (Online-Jobbörsen) und Immoblienportale wie etwa Immowelt.de. Ende September hatte der Konzern bekanntgegeben, dass er Millionenbeträge in Projekte bei seinen Marken «Bild» und «Welt» investieren, zugleich aber im Konzern auch Personal reduzieren wolle.

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dpa

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Veröffentlicht am:
24. 01. 2020
15:17 Uhr

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