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Wirtschaft

Bafin-Chef Hufeld: Waren bei Wirecard zu formalistisch

Bafin-Chef Hufeld sichert die Mitwirkung seiner Behörde an der Aufklärung des Wirtschaftskrimis Wirecard mit Nachdruck zu. Einen Rücktritt sieht er für sich nicht geboten.



Wirecard
Die Firmenzentrale des Zahlungsdienstleisters Wirecard in Aschheim bei München.   Foto: Peter Kneffel/dpa

Deutschlands Banken drohen nach Einschätzung der Finanzaufsicht Bafin erhebliche Einbußen infolge der Corona-Krise.

«Wir haben das Schlimmste ganz sicher noch nicht gesehen», sagte der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Felix Hufeld, bei einer Tagung in Frankfurt. Die Branche müsse sich darauf einstellen, dass es zu einer Reihe von Kreditausfällen kommen werde: «Das dicke Ende steht noch aus.»

Szenarienrechnungen kämen zu dem Ergebnis, dass zwei bis sieben Prozent des Kernkapitals der Institute aufgezehrt werden könnten, führte Hufeld aus. Das sei für die Branche in Deutschland insgesamt verkraftbar - allerdings sei dies keine Aussage über die 20 bis 30 schwächsten Institute. Im Moment gebe es mit Blick auf die Finanzstabilität «keinen Grund zur Panik». Aber der Ausleseprozess unter den Banken werde sich verschärfen, sagte Hufeld.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sieht die Branche trotz drohender Kreditausfälle derzeit in keiner kritischen Lage. «Mit Blick auf die nächsten 12 bis 18 Monate sehe ich die Banken in einer guten und komfortablen Stellung, das wirklich gut zu managen», sagte der Manager. «Ich bin wirklich entfernt davon zu sagen, wir gehen hier in eine Banken- oder Finanzkrise. Wir sind deutlich besser aufgestellt.»

Sewing mahnte, die Wirtschaft insgesamt solle die in der Corona-Krise mit Hilfsmilliarden erkaufte Zeit zu einem drastischen Umbau nutzen. «Europa droht erneut unter seiner größten Schwäche zu leiden: Wir sind relativ gut darin, Krisenerscheinungen zu kontern. Aber wir sind langsamer darin, uns dauerhaft auf einen neuen Normalzustand einzustellen», sagte Sewing.

Bei der Deutschen Bank läuft seit dem vergangenen Sommer ein tiefgreifender Umbau. Deutschlands größtes Geldhaus hat sich zum Beispiel aus dem institutionellen Aktienhandel verabschiedet und eine Unternehmensbank gegründet, die sich um Mittelständler, Familienunternehmen und multinationale Konzerne kümmert. Zudem soll bis Ende 2022 die Zahl der Vollzeitstellen im Konzern um etwa 18.000 auf weltweit 74.000 verringert werden.

«Wir sind bei unserer Transformation sehr gut vorangekommen in den letzten zwölf Monaten und werden sie weiter absolut diszipliniert umsetzen», bekräftigte Sewing. Nachdem die Bank im ersten Halbjahr vor Steuern schwarze Zahlen geschrieben habe, lasse er sich nicht von dem Ziel abbringen, dies auch im Gesamtjahr 2020 zu erreichen.

Analysten glauben im Schnitt bisher nicht daran, dass dies dem Dax-Konzern gelingen wird. Sie rechnen für das Gesamtjahr im Schnitt mit fast einer halben Milliarde Euro Verlust vor Steuern. Im ersten Halbjahr hatte die Deutsche Bank vor Steuern 364 Millionen Euro verdient.

© dpa-infocom, dpa:200902-99-400757/3

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dpa

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Veröffentlicht am:
02. 09. 2020
23:57 Uhr

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02. 09. 2020
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