Lade Login-Box.
Topthemen: FirmenlaufBilder vom WochenendeHofer Volksfest 2019BlitzerwarnerGerch

Wirtschaft

Boeing-Chef stellt sich Aktionären: «Fortschritte» bei 737

Nach den Abstürzen zweier 737-Max-Maschinen binnen weniger Monate steht der US-Flugzeugbauer Boeing massiv unter Druck. Nun tritt Konzernchef Muilenburg erstmals seit den Unglücken vor die Aktionäre.



Dennis Muilenburg
Boeing-Vorstandschef Dennis Muilenburg spricht auf der Hauptversammlung in Chicago.   Foto: Jim Young/Pool AP » zu den Bildern

Boeing-Chef Dennis Muilenburg hat sich erstmals seit der Krise im Zuge zweier Flugzeugabstürze öffentlich den Aktionären gestellt.

Bei den Bemühungen um eine Wiederzulassung der mit Flugverboten belegten Unglücksmaschinen der Baureihe 737 Max gebe es «stetige Fortschritte», sagte Muilenburg bei der Hauptversammlung des US-Luftfahrtkonzerns in Chicago. Das Treffen war von Protesten begleitet, bei denen Plakate mit Fotos von Absturzopfern und Forderungen nach Strafen für Boeings Management hochgehalten wurden.

Muilenburg, der nach den Abstürzen zweier baugleicher 737-Max-Maschinen in Indonesien und Äthiopien auch persönlich stark in die Kritik geraten ist, versicherte erneut, dass «Sicherheit die oberste Priorität» für sein Unternehmen sei. Berichte, wonach Boeing Sicherheitsfragen vernachlässigt habe, um die neuen Flugzeuge möglichst schnell auf den Markt bringen zu können, wies er als «schlichtweg nicht wahr» zurück. Einen Rücktritt erwäge er nicht.

Muilenburg erhielt aber auch Rückendeckung, so wählten die Aktionäre alle vom Unternehmen nominierten Kandidaten in den Verwaltungsrat - darunter auch US-Präsident Donald Trumps ehemalige Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley. Boeing hatte Haley im Februar überraschend für den Posten aufgestellt. Die 47-Jährige hatte ihr Amt bei den UN Ende Dezember nach zwei Jahren abgegeben. Sie galt zwischenzeitlich als große Hoffnungsträgerin der Republikaner war bereits als künftige Präsidentschaftskandidatin im Gespräch.

Bei den Flugzeugabstürzen waren insgesamt 346 Menschen gestorben. Ein Herstellerfehler bei einer Steuerungssoftware, die eigens für Boeings Neuauflage der 737-Reihe entwickelt wurde, gilt laut ersten Ermittlungsberichten als möglicherweise entscheidende Unfallursache. Boeing arbeitet an einem dringend erwarteten Update der sogenannten MCAS-Software, um bei den Luftfahrtbehörden eine Wiederzulassung der 737-Max-Unglücksflieger zu erreichen. Laut Muilenburg kommt der Konzern voran - insgesamt seien mit dem Software-Fix bereits 146 Testflüge mit etwa 246 Flugstunden durchgeführt worden.

Fast 90 Prozent der 737-Max-Kunden weltweit hätten das Update mittlerweile am Flugsimulator in Aktion gesehen, so Muilenburg. Letztlich ist die Entscheidung, wann die Krisenjets wieder abheben dürfen, aber Sache der US-Luftfahrtbehörde FAA und internationaler Regulierer. Die FAA hält sich zum Thema weitgehend bedeckt. Zuletzt hieß es, die Wiederzulassung könne sich noch Monate hinziehen. Für Boeing und die Airlines ist der Flugstopp eine starke Belastung, wie die Finanzberichte für das erste Quartal jüngst bereits zeigten.

Und die schlechten Nachrichten reißen für den Flugzeugbauer nicht ab. Einem Bericht des «Wall Street Journal» (Sonntag) nach soll Boeing Kunden vergangenes Jahr nicht darüber informiert haben, dass ein Warnsystem für Fehler beim MCAS-Programm deaktiviert worden sei. Angeblich war von Inspektoren unterhalb der FAA-Leitungsebene deshalb bereits im Dezember ein Flugverbot erwogen worden. Boeing teilte dazu lediglich mit, dass das entsprechende Warnsystem, das bisher eine kostenpflichtige Zusatzoption war, künftig Standard bei allen 737-Max-Maschinen sein werde. Die FAA äußerte sich zunächst nicht.

Doch auch von der Luftfahrtbehörde gab es eine weitere schlechte Nachricht für Boeing. Nachdem die «New York Times» vergangene Woche über angebliche Produktionsmängel beim Langstreckenjet 787 «Dreamliner» berichtet hatte, gab die FAA am Montag eine neue Direktive für diese Maschinen heraus, die ab 3. Juni gilt und zusätzliche Sicherheitschecks vorsieht. Dem Zeitungsbericht zufolge hat der Konzern in den vergangenen zehn Jahren wiederholt Hinweise auf Sicherheitsrisiken erhalten, diese jedoch teilweise ignoriert.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 04. 2019
10:55 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aktionäre Boeing Donald Trump Flugzeugabstürze Flugzeugbauer Flugzeuge Kunden New York Stock Exchange (NYSE) Nikki Haley Präsidenten der USA Sicherheitschecks Sicherheitsrisiken UNO Wall Street Journal
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Trauer

21.03.2019

Wird die Boeing-Krise zum Kriminalfall?

Nach zwei Abstürzen von Maschinen des Typ Boeing 737 Max ziehen die Ermittlungen immer weitere Kreise. Den Untersuchungen soll sich nun auch das FBI angeschlossen haben. Der US-Verteidigungsminister gerät wegen seiner Bo... » mehr

Boeing 737 Max

19.07.2019

Boeing-Bilanz mit 4,9 Milliarden Dollar belastet

Nach zwei Abstürzen binnen weniger Monate darf Boeings bestverkaufte Baureihe 737 Max seit März nicht mehr abheben. Das verursacht milliardenschwere Sonderkosten, wie der Airbus-Rivale nun mitteilte. Anleger nehmen die N... » mehr

Airbus und Boeing

20.06.2019

Airbus düpiert Rivalen Boeing in dessen schwerer Krise

Die Abstürze zweier Boeing-Mittelstreckenjets haben den US-amerikanischen Flugzeugbauer Boeing in eine schwere Krise gestürzt. Davon profitiert vor allem ein Konkurrent. » mehr

Boeing

17.06.2019

Boeing bei Pariser Luftfahrtmesse unter Druck

Nach zwei Abstürzen von Fliegern der Baureihe 737 Max steht der Hersteller Boeing in die Kritik. In Le Bourget signalisiert der Gigant: Sicherheit geht vor. Und Airbus startet eine neue Offensive. » mehr

Facebook

14.07.2019

Bericht: Datenschutz-Skandale kosten Facebook Milliarden

Der Cambridge-Analytica-Skandal kommt Facebook teuer zu stehen. Mit der US-Behörde FTC einigte sich der Onlinekonzern auf eine Milliardenzahlung. Dabei ist Facebook wohl noch glimpflich davongekommen. » mehr

Börse in New York

11.07.2019

Dow Jones überwindet erstmals 27.000er-Marke

Der Dow Jones Industrial hat am Donnerstag erstmals in seiner Geschichte die Hürde von 27.000 Punkten überwunden. Nachdem Fed-Chef Jerome Powell am Mittwoch die Tür für Zinssenkungen verbal weit offen gelassen hatte, set... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Wiesenfest Selbitz Seniorennachmittag

Wiesenfest Selbitz Seniorennachmittag | 23.07.2019 Selbitz
» 17 Bilder ansehen

Wiesenfest Selbitz Radspitz

Wiesenfest Selbitz Radspitz | 23.07.2019 Selbitz
» 98 Bilder ansehen

Gealan-Triathlon am Hofer Untreusee Hof

Hofer Gealan-Triathlon | 21.07.2019 Hof
» 107 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 04. 2019
10:55 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".