Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 54. Hofer Filmtage75 Jahre FrankenpostCoronavirusJubiläumsgewinnspielBlitzerwarner

Wirtschaft

Boeing schreibt Verluste und will tausende Stellen streichen

Boeing steckt wegen des Problemfliegers 737 Max ohnehin schon tief in der Krise. Die Corona-Pandemie bringt den Airbus-Rivalen noch weiter in Not. Boeing schreibt tiefrote Zahlen und will mit einem drastischen Jobabbau reagieren.



Boeing 737-Max-Debakel
Eine Boeing 737 Max dreht sich beim Anrollen für einen Testflug am Renton Municipal Airport.   Foto: Ted S. Warren/AP/dpa

Die Corona-Pandemie und das Debakel rund um den Unglücksflieger 737 Max haben Boeing im ersten Quartal in die roten Zahlen gebracht. Unterm Strich fiel ein Verlust von 641 Millionen Dollar (591 Mio Euro) an, wie der US-Luftfahrtkonzern am Mittwoch in Chicago mitteilte.

Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte Boeing noch einen Gewinn von 2,1 Milliarden Dollar gemacht. Der Umsatz des Airbus-Erzrivalen sank um 26 Prozent auf 16,9 Milliarden Dollar.

Boeing steckt aufgrund des Problemfliegers 737 Max, der nach zwei verheerenden Abstürzen seit mehr als einem Jahr weltweit mit Startverboten belegt ist, bereits tief in der Krise. Durch die Corona-Pandemie, die den Luftverkehr nahezu zum Erliegen gebracht hat, gerät das Unternehmen noch stärker in Not.

«Die Pandemie trifft jeden Aspekt unseres Geschäfts», sagte Vorstandschef Dave Calhoun. «Wir stehen vor völlig unerwarteten Herausforderungen.» Calhoun bestätigte in einem Memo an die Mitarbeiter Medienberichte, wonach Boeing wegen der Krise rund zehn Prozent seiner Stellen abbauen wolle. Besonders stark werde in der Verkehrsflugzeugsparte sowie im Servicebereich gestrichen. Insgesamt hat der Konzern weltweit rund 160.000 Mitarbeiter.

Die Corona-Krise bringt viele Fluggesellschaften finanziell unter Druck, was Boeing durch Stornierungen zu spüren bekommt. Im ersten Quartal gingen unterm Strich 314 Aufträge für die 737 Max verloren. Wegen der Pandemie musste außerdem die aufgrund der Startverbote für den Krisenjet ohnehin schon stark eingeschränkte Flugzeugproduktion vorübergehend ganz gestoppt werden. Boeing ist zwar dabei, seine Werke wieder zu öffnen, wird die Produktion bei mehreren Modellen jedoch wegen des Corona-Nachfrageschocks dauerhaft drosseln.

Da die Corona-Pandemie auch die US-Behörden lahmlegt, könnte sich die zur Jahresmitte von Boeing dringend erhoffte Wiederzulassung der 737 Max durch die Luftfahrtaufsicht noch weiter verzögern. Je länger das bis zu den Abstürzen bestverkaufte Modell nicht abheben darf, desto schwieriger wird es für Boeing. Das belastet auch die Aktie stark - der Kurs brach in den vergangenen drei Monaten um 60 Prozent ein. Der Quartalsbericht kam indes zunächst gut bei Anlegern an - die Aktie reagierte vorbörslich mit deutlichen Kursgewinnen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 04. 2020
14:45 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aktien Boeing Debakel Dollar Internationalität und Globalität Investor Relations Krisen Milliarden Dollar Not und Nöte Pandemien Schäden und Verluste
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Harley-Davidson

27.10.2020

US-Motorrad-Ikone Harley-Davidson mit Gewinnsprung

Harley-Davidson steckt seit Jahren in der Krise, aber die neuen Quartalszahlen zeigen, dass es wieder endlich aufwärts geht. » mehr

Boeing

28.10.2020

Rote Zahlen, mehr Jobabbau: Boeings Krise nimmt kein Ende

Die Corona-Pandemie und die Misere um den Absturzflieger 737 Max halten den Airbus-Erzrivalen Boeing weiter fest im Krisenmodus. Zwar fiel der Verlust im dritten Quartal geringer aus als erwartet, doch die Lage bleibt pr... » mehr

Boeing treibt 25 Milliarden Dollar auf

01.05.2020

Boeing treibt 25 Milliarden Dollar auf - keine Staatshilfen

Dem Airbus-Erzrivalen Boeing steht das Wasser in der Corona-Krise bis zum Hals. Doch Investoren geben dem strauchelnden US-Konzern weiter Kredit, wie eine Mega-Anleihenplatzierung nun zeigt. Staatshilfen zum Überleben si... » mehr

Microsoft

28.10.2020

Cloud-Geschäft verhilft Microsoft zu Gewinnsprung

Die Corona-Pandemie treibt die Nachfrage nach IT-Diensten aus der Internet-Wolke an. Von diesem Trend profitiert derzeit vor allem Microsoft. Die Investoren freuen sich aber nicht nur über den Cloud-Boom, sondern setzen ... » mehr

Wall Street

18.11.2020

US-Börsen im späten Handel auf Talfahrt

In der US-Metropole New York schließen erneut die Schulen. Grund: der hohe Anteil an Corona-Neuinfektionen. Da die Pandemie landesweit derzeit steigt, büßt auch die Börse ein. » mehr

Boeing

29.07.2020

Corona-Krise brockt Boeing Milliardenverlust ein

Der Flugverkehr zieht langsam wieder an. Doch die Corona-Krise setzt der Luftfahrt mächtig zu. Das bekommt auch der ohnehin schon mächtig gebeutelte US-Flugzeugbauer Boeing zu spüren. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Lkw kracht in Warnleitanhänger Berg/Bad Steben

A 9: Lkw kracht in Warnleitanhänger | 24.11.2020 Berg/Bad Steben
» 35 Bilder ansehen

Premierenfeier Theater Hof

Premierenfeier Theater Hof | 26.09.2020 Hof/Selb
» 14 Bilder ansehen

Selber Wölfe - EV Füssen 2:1 Selb

Selber Wölfe - EV Füssen 2:1 | 22.11.2020 Selb
» 42 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 04. 2020
14:45 Uhr



^