Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 54. Hofer Filmtage75 Jahre FrankenpostCoronavirusJubiläumsgewinnspielBlitzerwarner

Wirtschaft

Chaos-Brexit bedroht das deutsche Wachstum

Dunklere Wolken über der deutschen Wirtschaft: Für Kopfzerbrechen sorgt derzeit vor allem der anstehende Austritt der Briten aus der EU. Aber auch andere Probleme lassen die Sorgen der Firmenlenker wachsen.



Brexit
Lastwagen auf der A526 außerhalb von Dover: Die britiscche Regierung testet jede Möglichkeit, das Brexit-Chaos zu begrenzen. Foto: Gareth Fuller/PA Wire   Foto: dpa

Ein ungeregelter Ausstieg der Briten aus der EU wird aus Sicht der deutschen Industrie die ohnehin gedämpften Wachstumshoffnungen für 2019 zunichte machen. Bisher rechnet der Industrieverband BDI mit einem Zuwachs der Wirtschaftsleistung von 1,5 Prozent.

Bei massiven Störungen infolge eines Brexits ohne Abkommen «bliebe bestenfalls noch eine Eins vor dem Komma», sagte BDI-Präsident Dieter Kempf am Donnerstag in Berlin. «Ein chaotischer Brexit rückt in gefährliche Nähe. Unsere Unternehmen schauen in diesen Wochen in den Abgrund.»

Nach Kempfs Worten haben bereits einige Unternehmen angekündigt, die Produktion in Großbritannien ab April ruhen zu lassen. «Andere haben Personal verlagert oder Geschäfte eingestellt.» Vor diesem Hintergrund erwarte die deutsche Wirtschaft «aus London rasche Antworten, wie es weitergehen soll».

Das britische Parlament hatte am Dienstag das zwischen London und den verbleibenden 27 EU-Mitgliedern ausgehandelte Ausstiegsabkommen mit großer Mehrheit abgelehnt. Die Briten wollen nach derzeitigem Stand Ende März die EU verlassen.

Ein Ausscheiden aus der EU ohne Abkommen sei «einfach keine Option», sagte Kempf. Es müsse allen Beteiligten klar sein, dass Großbritannien in solch einem Fall zu einem «Drittstaat» werde. «Damit fällt einer unserer engsten Handelspartner bei den Regelungen der wirtschaftlichen Beziehungen hinter Länder wie die Türkei, Südkorea oder Ghana zurück».

Im abgelaufenen Jahr hatte die deutsche Wirtschaftsleistung nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 1,5 Prozent zugelegt, nach jeweils 2,2 Prozent in den beiden Vorjahren. Andere Schätzungen für 2019 liegen in der Spanne zwischen 1,2 Prozent und 1,8 Prozent. «Wirtschaftlich sind die besten Zeiten einfach vorbei», sagte Kempf. Neben den Unwägbarkeiten des Brexits machten der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie die Steuerpolitik den Unternehmen zu schaffen.

Scharfe Kritik äußerte der BDI daher an der Bundesregierung. «Nicht nur die Union, auch die SPD hat Nachholbedarf bei wirtschaftspolitischer Kompetenz», sagte Kempf. Es sei überfällig, Steuern zu senken. Die Abgaben für Unternehmen müssten um fünf Prozentpunkte von 30 auf den OECD-Schnitt von 25 Prozent gesenkt werden. Konkret griff Kempf Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) an, dessen vage Äußerungen zu Steuersenkungen zu wenig seien.

Trotz eines abgeschwächten Wachstums geht der BDI davon aus, dass der Beschäftigungsboom am deutschen Arbeitsmarkt auch 2019 weitergeht. Im laufenden Jahr dürfte nach seiner Prognose die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 400 000 steigen, nach einem Zuwachs um 700 000 auf 33,5 Millionen im vergangenen Jahr.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 01. 2019
12:23 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
BDI Britisches Parlament Drohung und Bedrohung Olaf Scholz SPD Statistisches Bundesamt Wirtschaftsleistung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Trübe Aussichten

23.06.2020

«Wirtschaftsweise»: Gute Chancen für Konjunkturaufschwung

Die Corona-Krise zwingt die deutsche Wirtschaft in die Knie. Nach einem herben Absturz erwarten die «Wirtschaftsweisen» 2021 die Rückkehr des Wachstums - auch weil die Regierung viel Geld in die Hand nimmt. » mehr

Peter Altmaier

05.10.2020

Altmaier sagt Wirtschaft Unterstützung bei Klimaschutz zu

Die Corona-Krise ist noch lange nicht vorbei. Zugleich aber stehen Unternehmen vor der Herausforderung, viel Geld in den digitalen Wandel und den Klimaschutz zu investieren. » mehr

Wirtschaftsminister Peter Altmaier

01.09.2020

Altmaier sieht Talsohle in Corona-Krise durchschritten

Steiler Wirtschaftsabsturz, aber auch ein steiler Aufstieg - das ist das «V»-Szenario, mit dem die Bundesregierung in der Corona-Krise rechnet. Nach einer neuen Prognose erholt sich die Volkswirtschaft besser als zunächs... » mehr

Hamburger Hafen

07.08.2020

Export kämpft sich aus dem Corona-Tal

Die deutsche Wirtschaft ist nach dem Absturz in der Corona-Krise auf Erholungskurs. Export und Industrieproduktion ziehen im Juni an. Das Vorkrisenniveau ist allerdings noch entfernt. » mehr

Dieter Kempf

06.08.2020

Überraschend erholt: Industrieaufträge steigen

Die deutsche Industrie kann sich über einen überraschend starken Anstieg der Aufträge freuen. Ökonomen sprachen von einer Aufholjagd. Der Industrieverband BDI zweifelt aber an einer schnellen Erholung. » mehr

Demonstration der Touristikbranche

12.06.2020

Überbrückungshilfen für besonders bedrohte Firmen

Wegen der Corona-Pandemie stehen viele Firmen kurz vor dem Aus. Die Bundesregierung will sie unbürokratisch über die nächsten Monate retten - in der Hoffnung, dass es dann wieder von alleine läuft. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Startup Challenge 2020 des Digitalen Gründerzentrums

Startup Challenge 2020 des Digitalen Gründerzentrums | 25.10.2020 Hof
» 45 Bilder ansehen

Premierenfeier Theater Hof

Premierenfeier Theater Hof | 26.09.2020 Hof/Selb
» 14 Bilder ansehen

Selber Wölfe - Black Dragons Erfurt 3:2 n.P. Selb

Selber Wölfe - Black Dragons Erfurt 3:2 n.P. | 23.10.2020 Selb
» 47 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 01. 2019
12:23 Uhr



^