Lade Login-Box.
Topthemen: Live-Ticker "Rock im Park"Mit Video: HöllentalbrückenSchlappentag

Wirtschaft

Chef der Wirtschaftsweisen für Steuersenkungen

Deutschland sei im internationalen Steuerwettbewerb zurückgefallen, sagt Christoph Schmidt. Er mahnt Kurskorrekturen an. Und kritisiert ein zentrales SPD-Projekt.



Wirtschaftsweiser Schmidt
Kritisiert den Koalitionskurs in der Wirtschaftspolitik: der Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt.   Foto: Michael Kappeler » zu den Bildern

Der Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, hat sich für Steuersenkungen ausgesprochen. «Andere Länder wie die USA haben die Unternehmensteuern gesenkt. Deutschland ist deswegen im internationalen Steuerwettbewerb zurückgefallen», sagte Schmidt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die Steuer- und Abgabenlast sei in der Ära von Kanzlerin Angela Merkel gestiegen. «Spätestens jetzt wäre ein Signal der steuerlichen Entlastung für die Unternehmen und die Bürger angebracht. Dazu gehört auch eine vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags.»

In der Koalition ist ein vollständiger Abbau umstritten. Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD vereinbart, der Soli solle für 90 Prozent der Zahler wegfallen. Weite Teile der Union aber wollen wie die Wirtschaft eine komplette Abschaffung. Die SPD ist dagegen.

Schmidt äußerte auch Kritik am Koalitionskurs in der Wirtschaftspolitik. «Die Politik hat im konjunkturellen Hoch zu wenig auf die Wachstumskräfte der deutschen Volkswirtschaft geschaut und nötige Reformen nicht angepackt», sagte der Präsident des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung. «Die Koalition hat stattdessen zu sehr auf sozialpolitische Wohltaten für einzelne Gruppen gesetzt, etwa mit der Mütterrente oder der Rente mit 63.» Es müssten daher Strukturen geändert werden, um Innovationen und Wachstumskräfte zu stärken.

Trotz eines schwächeren Wachstums rät Schmidt dazu, Ruhe zu bewahren. «Es gibt aber natürlich große Risiken, die uns schon einige Zeit begleiten, insbesondere die mögliche Eskalation der internationalen Handelskonflikte und die Ausgestaltung des Brexit.» Das langsamere Wachstum sei zunächst einmal nichts Grauenhaftes. «Aber je weniger konjunkturellen Rückenwind wir haben, umso größer ist das Risiko, dass uns eine krisenhafte Zuspitzung, die aus dem internationalen Umfeld kommt, aus der Bahn wirft.»

Der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Wirtschaftsweise) kritisierte zugleich Pläne der SPD für eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung. «Bei einer Grundrente muss man fragen, ob sie treffsicher Altersarmut bekämpft», sagte Schmidt. «Wenn eine Person zwar eine geringe eigene Rente erhält, aber einen Ehepartner hat, der eine sehr hohe Rente bezieht, ist sie nicht bedürftig. Eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung lässt sich daher nur schwer rechtfertigen.» Die Union plädiert für eine Grundrente mit Bedürftigkeitsprüfung.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 06. 2019
11:34 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abgabenlast Altersarmut Bundeskanzlerin Angela Merkel Deutsche Presseagentur Handelskonflikte Internationalität und Globalität Kanzler SPD Sachverständigenräte der Bundesrepublik Deutschland Steuern und staatliche Abgaben Steuersenkungen Unternehmen Unternehmenssteuern
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Finanzminister Scholz

21.05.2019

Scholz gegen rasche Steuersenkungen zugunsten der Wirtschaft

Statt niedrigerer Steuer für die Wirtschaft soll es mehr Förderung von Forschung und Entwicklung geben. So sieht es zumindest Bundesfinanzminister Olaf Scholz. » mehr

Bermuda

17.05.2019

EU streicht Steueroasen-Liste zusammen

Rumänien hat derzeit den Vorsitz unter den EU-Staaten inne. Das Treffen der Finanzminister in Brüssel nutzt das Land nun vor allem für seinen eigenen Zwecke. Unter EU-Diplomaten gibt es Kritik. » mehr

Motorsägenhersteller Stihl

02.05.2019

Stihl durch starken Euro und ungünstiges Wetter ausgebremst

Das Wetter, die Wechselkurse und die weltweiten Handelskonflikte haben auch den Garten- und Forstgerätehersteller Stihl im vergangenen Jahr gebremst. » mehr

Hafen in Qingdao

08.05.2019

China droht mit Vergeltung - Gespräche gehen weiter

Noch ist der Gesprächsfaden nicht abgerissen - doch die Rhetorik im chinesisch-amerikanischen Handelskrieg wird schärfer. China hofft noch auf eine Lösung - droht aber auch schon mit Vergeltung. » mehr

Olaf Scholz

12.04.2019

Erfolgsverwöhnte deutsche Wirtschaft schwächelt

Firmen sind verunsichert und investieren weniger. Der Finanzminister will Zuversicht verbreiten - und sieht Fortschritte im Kampf gegen Steuerdumping. » mehr

Goldpreis  steigt

14.06.2019

Goldpreis steigt auf höchsten Stand seit mehr als einem Jahr

In den Krisensituationen steigt fast immer der Goldpreis, weil Investoren in die Defensive gehen. Die Gründe für die neuesten Gewinne am Geldmarkt sind jedoch vielfältiger. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Brand im Ängerlein in Kulmbach

Brand im Ängerlein in Kulmbach | 18.06.2019 Kulmbach
» 4 Bilder ansehen

IndieMusik Festival 2019 Hof

In.Die.Musik-Festival | 15.06.2019 Hof
» 233 Bilder ansehen

14. Thonberglauf in Schauenstein

14. Thonberglauf in Schauenstein | 01.06.2019 Schauenstein
» 67 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 06. 2019
11:34 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".