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Wirtschaft

Chemiebranche gerät mehr in Sog von schwacher Weltwirtschaft

Zollstreit und eine maue Industrienachfrage machen der Chemie- und Pharmaindustrie zu schaffen. Schnelle Besserung ist kaum in Sicht. Die Hoffnungen ruhen nun auf den Autobauern.



Chemiebranche
Handelskonflikte und die eingetrübte Weltwirtschaft machen der deutschen Chemie- und Pharmabranche schwer zu schaffen.   Foto: Bernd Settnik

Die deutsche Chemie- und Pharmabranche leidet immer stärker unter Handelskonflikten und der eingetrübten Weltkonjunktur.

Nach einem schwachen ersten Halbjahr rechnet sie nur mit einer moderaten Belebung im Jahresverlauf, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Frankfurt mitteilte.

«Die Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung bleiben hoch», sagte Präsident Hans Van Bylen mit Blick auf den Handelsstreit zwischen den USA und China, den Brexit und den Iran-Konflikt. Sollte es zum Krieg im Nahen Osten kommen, hätte dies Folgen für den globalen Handel.

Für 2019 senkte der VCI erneut seine Prognose: Er rechnet nun mit einem Umsatzrückgang um 3 Prozent auf 197 Milliarden Euro. Zuletzt war er von einem Minus von 2,5 Prozent ausgegangen. Die Produktion in der drittgrößten deutschen Industriebranche soll zudem um 4 Prozent sinken und damit ebenfalls stärker als bisher kalkuliert.

«Die Weltwirtschaft entwickelt sich schwächer als zu Jahresanfang erwartet», sagte Van Bylen. Die Hoffnung liege nun auf einer Erholung bei Chemiekunden - vor allem in der Autobranche, die unter der Dieselkrise, schwachen Absätzen und hohen Kosten für die E-Mobilität leidet. Auch in der Nahrungsmittel- und Elektroindustrie könne es wieder minimal nach oben gehen, sagte der VCI-Präsident.

Als Zulieferer für viele weitere Branchen wie auch die Bau- und Kosmetikindustrie bekommt die Chemiebranche schlechtere Geschäfte bei ihren Abnehmern früh zu spüren und gilt als Konjunkturindikator.

Im ersten Halbjahr hatte die Chemiebranche abermals mit einer schwachen Industrienachfrage auf dem Heimatmarkt zu kämpfen. Wichtige Kunden wie Autohersteller und Maschinenbauer hielten sich mit Bestellungen zurück. Im Ausland, etwa im übrigen Europa und den USA, gingen die Verkäufe spürbar zurück. Die widrige Konjunktur und Handelskonflikte setzen auch Branchenriesen wie BASF zu. Er will 6000 Stellen weltweit abbauen, die Hälfte davon in Deutschland.

Von Januar bis Juni sank der der Umsatz der Chemie- und Pharmaindustrie um 4 Prozent auf fast 96 Milliarden Euro, die Produktion brach gemessen am Vorjahreszeitraum um 6,5 Prozent ein. Allerdings hatte die Pharmaindustrie 2018 eine Hochkonjunktur erlebt, nun normalisierte sich die Produktion.

Der VCI hatte seine Prognose für 2019 schon eingedampft, da ein Konzern Ende vergangenen Jahres die Produktion eines Blockbuster-Medikaments in Deutschland einstellte. Die Branche mit fast 465.000 Beschäftigten hierzulande ist aber immer noch gut ausgelastet und arbeitet auf hohem Niveau: 2018 erzielte sie einen Rekordumsatz von 203 Milliarden Euro.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
03. 07. 2019
13:55 Uhr

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03. 07. 2019
13:55 Uhr



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